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Allgemeines zum Boot Fragen, Antworten & Diskussionen. Diskussionsforum rund ums Boot. Motor und Segel!

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  #1  
Alt 02.10.2002, 14:11
Thomas I.
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  #2  
Alt 02.10.2002, 14:39
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ventum ventum ist offline
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Hallo Thomas,
eine schöne Geschichte von vorbildlicher Seemannschaft (auf beiden Seiten).
__________________
Gruss,
Helmut

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  #3  
Alt 02.10.2002, 14:43
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Sollte mich auch einmal das Schicksal eines kaputten Motors ereilen, würde ich mir auch einen solchen Stegnahbarn wünschen - aber in der Adria fährst Du ja leider nicht....
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  #4  
Alt 02.10.2002, 15:18
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Tilo Tilo ist offline
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Tja,

so eine Geschichte ist mir vor Jahren auch mal in der Ostsee passiert: da klingelt plötzlich mein Handy.

R: Hallo Tilo, wo seid Ihr?
T: Kurz vor Stralsund.
R: Oh, so weit schon?
T: Ja, wieso?
R: Ja, ähm, weil...
T: Ja?
R: ...äh, weil... hier ist schon seit anderthalb Stunden kein Schiff mehr vorbeigekommen...
T: ????



R: äh, ... das uns freischleppen könnte...

Ok, da sind wir zurückgesegelt. Wir haben dann anderthalb Stunden Zeit gehabt, im Almanach alles über Schlepp- und Bergerecht zu studieren. Das Seerecht erlaubt beim Schleppen die freie Aushandlung des Schlepplohnes (beim Bergen, d.h. bei Aufgabe des ausgefallenen Schiffes fällt übrigens automatisch so ziemlich ALLES an den Bergenden). Wir haben dann 50 Liter Bit ausgehandelt, das wir in großer Runde bei einem späteren Treffen und Bilder-Gucken gemeinsam getrunken haben.

Die Jungs waren knapp aus der Fahrrinne ausgeschert, auf Schiet gelaufen und alle üblichen Maßnahmen (Motor an, Krängen, Anker raus) hatten keinen Erfolg gehabt.

Ist immer wieder eine gern erzählte Geschichte nach dem Motto: "wißt Ihr noch, damals..."

Deshalb: immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Gruß
Tilo
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  #5  
Alt 02.10.2002, 16:30
Miky Miky ist offline
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Donnerwetter! Hätte kielholen nicht gereicht? Mussten die denn am Baum aufgehängt werden?

Miky
__________________
Grüße

Miky

Wer? Ich?
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  #6  
Alt 02.10.2002, 16:34
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ugies ugies ist offline
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Moin,

wenn ich jemanden abschleppe habe ich mir über einen "Bergelohn" noch nie Gedanken gemacht. Ich denke, daß sollte unter Wassersportkameraden (ich weiß ein schreckliches Wort) auch überhaupt kein Thema sein. Mir hat immer ein nettes Danke und das Gefühl, daß der andere mir in vergleichbarer Situation genauso helfen würde, genügt.
Diese Sachen mit: "Ich gebe die Leine über, daher kann ich über den Lohn bestimmen" mögen sich für Profis eignen - vielleicht werden sie dort auch angewandt.

Jemanden von einer Sandbank zu holen ist nicht bergen, sondern einfach nur helfen.

Gruß
Uwe

Ich helfe auch Anfängern kostenlos.
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  #7  
Alt 02.10.2002, 16:50
Thomas I.
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  #8  
Alt 02.10.2002, 17:08
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Tilo Tilo ist offline
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Au weia,

das habe ich nun davon, wenn ich Geschichten erzähle - ruckzuck bin ich der Buhmann

Vielleicht sollte ich hinzufügen, daß es sich um gute Freunde handelte, mit denen ich seit Jahren segle (in jenem Jahr mit 4 Schiffen). Und über die ich überhaupt erst zum Segeln gekommen bin. Und nur deswegen der Spaßfaktor, trotz der Situation, da war. Ein Spendenvorschlag fürs Nachtreffen unter "offiziellem" Mantel sozusagen...

Vielleicht hätte ich "ausgehandelt" mit Anführungszeichen schreiben sollen...

Es ist ganz klar, daß von jedem von uns in jedem anderen Fall einer Hilfe nicht über "Vergütungen" irgendeiner Art nachgedacht wird.

Eigentlich wollte ich doch auch nur sagen, daß es sich eben nicht um eine Bergung handelt, wenn man jemanden vom Schiet freizieht...

Auf jeden Fall sehr lehrreich war die Lektüre des zugehörigen Seerechts. Nicht umsonst wird man immer darauf hingewiesen, wenn irgendwie möglich, immer nur die eigene Leine zu übergeben.

Um es noch einmal deutlich zu sagen:
Volle Zustimmung @Uwe und Thomas.

Gruß
Tilo
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  #9  
Alt 02.10.2002, 18:26
Benutzerbild von Kostjanix
Kostjanix Kostjanix ist offline
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Hallo ihr alle!
Ich habe diese Saison schon 4Wassersportlern aus der patsche geholfen! Waren alles fremde! Zwei Segler den der Mast gebrochen war, ein Skitesurfer der seinen Schirm nicht mehr hoch bekam und ein Motorschlauchboot den der Spriet ausgegangen war! Sorry aber nichts gegen Segler! Nur der Surfer und der mit dem Mootorboot haben gefragt wie sie sich erkenntlich zeigen können!

Gruß Kostjanix

PS Ich werde nie von ein in Not geratenen Wassersportlen für meine Hilfe etwas abnehmen, da ich hoffe das andere genauso handeln wie ich! Ohne eine Rechnung zu bekommen.
__________________
Und kost Benzin auch 3,10€ macht ja nix, Kostjanix
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  #10  
Alt 02.10.2002, 18:47
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charlyvoss charlyvoss ist offline
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Hallo alle,

ich glaube wir sollten Tilo (oder anderen hier im Forum) keinesfalls unterstellen irgendetwas für seine Hilfe einfordern zu wollen (ich weiss, dass Ihr das nicht tut!! aber machmal liest es sich so).

Das ist ja das Problem, dass man hier keinen "Gegenüber" hat. Man sieht kein Minenspiel, hört nicht den Tonfall. Alles was gemeint ist (Witz, Trauer, Ironie usw) muß aus dem geschriebenen Wort hervorgehen. Das widerspricht aber der Mitteilungsart in einem Forum. Hier will man sich kurz und schnell mitteilen, müßte aber vielfach ausfühlich sein Ansinnen beschreiben.

Also seid gnädig mit denen die da nicht immer dran denken.
__________________
Charly
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  #11  
Alt 02.10.2002, 19:20
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achim achim ist offline
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Hallo Thomas ,Hallo Freunde,

ich bin der Ansicht das es toll und gut ist sich auf dieser Art so einfach zu helfen.
Das Du Dich über Deinen Stegnachbar gefreut hast, kann ich sehr gut verstehen.

Eine ganz andere Sache hab ich auf der Elbe erlebt.
Ich war auf der Elbe mit meinem MoBo bis Schulau gefahren, da Freunde von mir nicht glauben konnten das dort die Seeschiffe begrüßt werden. Die waren der Ansicht sowas gibt es nicht und die Begrüßnungsanlage sollte auch in die Schublade, wie der Bananenschuppen wo die Bananen krumm gebogen werden, bzw. der Schuppen wo die Kaffebohnen den Schlitz bekommen!
Wir waren auf der Rücktour da sah ich ca.500mtr. voraus einen Finkenwerder Kutter, mit etlichen Jugendlichenso um die 15-17j, so richtig schön hart am WInd usw.
Mache meine Freunde noch auf die Aufmerksam, das die ganz schön Mut haben usw. und siehe da, blub blub blub, da geht die Kiste unter.

Wir hin, und alle 15 erstmal aus dem Wasser gefischt.
Geholfen hat da kein anderer obwohl drei Segelyachten und zwei MoBo´s direkt an uns vorbei gesegelt/gefahren sind.
Vorher hatte ich schon über Handy, Polizei angerufen, denn Funk hatte ich nicht.
Den gesunkenen Kutter erstmal mit meinen Tampen gesichert und aus der Fahrrinne gezogen, denn die Englandfähre war auch schon am anrollen, mußte dann sogar aufstoppen.
Die jugendlichen schnatterten alle durcheinander, könnt Ihr Euch ja denken, wurden dann von der DLRG die so nach 10 Minuten da waren übernommen.
Die WS kam auch mit zwei Booten, haben dann mit meinem Tampen den Kutter abgeschleppt, meine Daten aufgeschrieben, das war´s!

Bedankt hat sich keiner!
Nicht einer von den Jugendlichen, nicht einer von den Eltern,
nicht die Polizei oder sonst wer.
Meine Polster waren klitschnass, wir waren klitschnass,
und mein schöner Tampen, mein längster und dickster war weg!

Trotzdem würd ich immer wieder helfen, hab ich in diesem Jahr auch schon wieder gemacht, der hat wenigstens danke gesagt!
Gruß achim
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  #12  
Alt 02.10.2002, 20:01
Benutzerbild von tosa
tosa tosa ist offline
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Nu geb ich meinen jungfräulichen Senf auch noch dazu:

Vor drei Wochen schipper ich abends auf dem großen Wannsee mit meinem kleinen Schlauchi lang, um noch mal nen schönen Abendausblick auf den See zu kriegen. Auf einmal winken zwei Segler in einer Jolle. Ich denk, winkste halt ma zurück, sind aber nett die beiden.

Kurze Zeit später komm ich wieder vorbei, winken die schon wieder. Ich denk, man die sind aber noch netter, als ich gedacht habe, fahr doch mal näher ran. Und siehste da, die beiden wollten doch tatsächlich abgeschleppt werden. In Ermangelung eines Motors an der Jolle und bei Windstärke 0 bis 0,1 saßen sie schlichtweg fest. Ihre Paddel hatten sie als arme Studenten sicherlich schon gegen etwas besseres eingetauscht (ich schleppte sie zum "Studentensteg"), so daß nur noch Beinstrampeln geholfen hätte. Nach 10 min. schleppen, drehte ich am Steg dann ab und die beiden winkten wieder! Diesmal hatten sie eine große Packung Kekse in der Hand, die ich den beiden dann aber doch nicht wegfuttern wollte (siehe Paddel).

Ich fand, es war eine schöne Geste und dazu hatte ich mein erstes Schleppabenteuer hinter mir.


Jetzt weiß ich übrigens auch, warum manche Leute eben netter sind als andere und dauernd winken.


cu Tom
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  #13  
Alt 02.10.2002, 22:01
Esmeralda Esmeralda ist offline
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Auszug aus "Fracht für Neuwerk" (dem privaten Logbuch unseres Kümos):

Zitat:
Alles klar, pünktlich um 13 Uhr fahren wir bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wind in Bremerhaven los. Es ist noch so warm, daß ich in T-Shirt oder Jogginganzug an Deck sitzen kann. Michael und ich setzen uns also krabbenpulenderweise in die Sonne.
Die Fahrt ist richtig schön, kein Seegang, kein Wind (mit dem Segelboot würde ich das allerdings nicht so toll finden), zwischendurch fahre ich auch mal, und dann is auch bald der Leuchtturm Alte Weser in Sicht. Wir fahren noch eine Weile darauf zu, dann wird es Zeit, in Richtung Elbe abzudrehen.
Bei Einbruch der Dunkelheit gehe ich nach unten, um Abendessen zu machen. Die Kombüsentüren mache ich auch dicht, denn so langsam wird es kalt und draußen gibt es ja auch nichts mehr zu sehen.

Da reißt Michael die Kombüsentür auf und ruft: „Komm sofort nach oben, da ist jemand in Seenot!“ Ich schalte also den Herd aus und stelle das heiße Öl für die Frikadellen vorsichtshalber ins Spülbecken, verkeile alles und gehe ins Steuerhaus.
Jetzt sehe ich es auch, Steuerbord voraus wird ein weißes Licht geschwenkt. Heinz informiert schon mal den Rettungskreuzer in Cuxhaven, von dort können wir auch schon die Lichter sehen. Dann nehmen wir Kurs auf den Havaristen, er befindet sich außerhalb des Fahrwassers auf Legerwall, kurz vor dem Leitdamm. Als wir nahe heran sind, sehen wir, daß es sich um ein Segelboot oder einen Motorsegler handelt. Wir hören etwas von „Maschine ausgefallen“, geben die Leine über und drehen schnellstens wieder ab, um nicht selbst noch auf den Damm zu rasseln. Michael hält am Heck Leinenwache, eine Verständigung mit dem Havaristen ist wegen unserer lauten Maschine nicht möglich, und UKW hat er ja offensichtlich nicht. Nun sind wir glücklich wieder im Fahrwasser und Heinz sagt dem Rettungskreuzer bescheid. Der will uns sein Tochterboot schicken. Weiter schleppen können wir das Sportboot nicht, wir würden zuviel Fahrt verlieren, denn der Geschleppte darf nicht über seine Rumpfgeschwindigkeit kommen.
Wir schalten einen Scheinwerfer ein, damit das Rettungsboot uns leichter findet, und dann kommt es auch schon angedüst. Wir gehen mit der Fahrt noch weiter runter, sagen dem Havaristen, daß er gleich übernommen wird, und geben die Leiter wieder zurück. Er ruft, daß seine Maschine wieder funktioniert.
Wir dampfen also weiter, während die Leute vom Rettungsboot sich noch mit dem Sportboot beschäftient. Dann kommt es wieder angesaust und sagt uns, daß der Sportschipper jetzt wohl allein klarkommt, und rast wieder Richtung Cuxhaven.
Gut, dann kann ich mich ja wieder in die Kombüse zu meinen Frikadellen verziehen.

Das Öl ist gerade wieder heiß, da kommt der nächste Alarmruf: Unser Sportschipper ist wohl wieder in Schwierigkeiten, hinter uns wird Rot geschossen. Also informieren wir den Rettungskreuzer, der sich dann weiter um das Geschehen kümmert. Wir dampfen weiter, denn ehe wir umgekehrt und wieder bei dem Sportboot sind, ist das Rettungsboot schon dreimal da.

Nun mach ich den dritten Anlauf bei meinen Frikadellen, und endlich darf ich sie ungestört fertigstellen. Beim Essen erkundige ich mich nach dem weiteren Verlauf der Rettungsaktion, aber oben weiß man auch nichts Neues, nur, daß das Rettungsboot hingefahren ist.

Nun sind wir auch schon fast an Cuxhaven vorbei. Im Steuerhaus ist es finster, und ich verziehe mich mit einem Buch in den Salon. Irgendwann werde ich geweckt (!), die Brunsbütteler Schleuse ist in Sicht.
Wir können auch gleich rein, brauchen also keine Warteschleife vor der Schleuse zu fahren. Als wir in der Schleuse fest sind, hören wir einen Lautsprecherwagen: „Bitte schließen Sie die Fenster. Es besteht keine Gefahr. Bitte schließen Sie die Fenster. Es besteht keine Gefahr.“
Das war irgendwann Ende Oktober abends im Dunkeln, Sportfahrzeuge waren keine mehr unterwegs. Natürlich haben wir nie wieder was davon gehört, obwohl wir dadurch zwei Stunden verloren haben und das ist für ein Kümo schon wichtig - aber die Reise ging chaotisch weiter - Giftgasalarm in Brunsbüttel, Schlickrutschen nach Neuwerk, Tastfahrt im Nebel hinter Behördenschiff hinterher..........

Anneke
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  #14  
Alt 03.10.2002, 15:18
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DODI DODI ist offline
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Es ist immer wieder erstaunlich, dass es Leute gibt, die einen einfach übersehen, wenn man Hilfe braucht. Auf dem NOK hing bei der Weiche Schülp ein großer Segler an einem Arbeitsponton, der Skipper, ein etwas älterer Kollege, hielt einen Tampen raus. Große Yachten fuhren vorbei, Motorboote wie auch Segler taten, als hätten sie den über 40 Fuß langen Segler gar nicht gesehen. Ich bin dann mit meiner DODI (25 Fuß) ran und habe ihn auf den Haken nehmen wollen. Der Skipper hatte Maschinenschaden und wollte nach Rendsburg Obereiderhafen. Wir waren auf dem Weg zur Ostsee und wollten auch dort hin um zu übernachten. Es war schon spät, die Sonne am Horizont. Fairerweise wollte der Skipper meine Hilfe nicht annehmen, bedankte sich aber für meine Bereitschaft. Ich habe ihn dann im Vertrauen auf meinen 84 PS-Perkins überredet, mir seinen Tampen zu geben, habe ihn aus der Weiche gezogen und bis nach Rendburg zum RVR geschleppt. Dort kamen wir mit dem letzten Büchsenlicht an. Ich wollte keinen Schlepplohn haben, aber der Skipper war happy und bedankte sich mit einer Tafel Schokolade und einem Zwanziger für meine Tochter. Eine nette Geste, obwohl wir den gleichen Weg hatten, und mir bis auf den geringfügig höheren Dieseverbrauch keine Kosten entstanden.
Einen 7,5 Tonner habe ich mal von Breiholz nach Brunsbüttel gezogen, der Skipper bestand darauf, am Bunkerboot meinen Tank wieder vollzufüllen.
Auf der Weser habe ich mal eine große Adler auf den Haken nehmen müssen, um sie in einen Yachhafen zu schleppen. Bei dem Manöver flogen dank eines freundlichen Schlepperkapitäns, der an uns mit Vollgas vorbeirauschte, die Klampen aus dem morschen Deck der Adler. Ich habe sie trotzdem noch in den Hafen bekommen. Ein freundliches Danke schön,
das Angebot auf einen Manöverschluck, den wir aber aus Gründen des "don't drink and drive" dankend ablehnten und die Sache war erledigt.
An allen Havaristen waren mehrere Boote und Yachten vorbei gefahren.
Ich wünsche mir, dass mir auch einmal jemand hilft, wenn mein Diesel kündigen sollte. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt jedoch vielleicht bei 20 - 30 %.
__________________
Segle, wohin der Wind dich weht, und geh vor Anker, wo es dir gefällt.
DODI-Skipper Claus
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  #15  
Alt 03.10.2002, 20:26
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Das mir im Notfall mal jemand hilft, hoffe ich auch immer.

Wir haben mit unsrem Segler schon so oft geholfen (Heiligenhafen hat ja auch genug Sandbänke und neben der Fahrrinne ist es auch immer schön flach).
Haben auch durch ein Motorboot (und ich sag noch "nimm den Gang raus") schon mal einen Schaden im Rumpf davon getragen - hat die Versicherung des Festsitzers aber bezahlt,
Genommen haben wir nie etwas, aber einige nette Freundschaften haben wir dadurch bekommen. Und das ist viel mehr wert.
Aber es scheint wirklich war zu sein - viel helfen nicht! Es sind immer die gleichen, die bei uns im Hafen mal "Festsitzer" unterstützen.
Vielleicht ist aber wenigstens jeder, der dem einmal geholfen wurde dann "bekehrt"

Viele Grüße
miki
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  #16  
Alt 10.10.2002, 01:01
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Tilo Tilo ist offline
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Ein Clubkamerad erzählte heute, daß das Freischleppen im Hafen von Gedser 10.000,- DKR kostet.

Gruß
Tilo
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  #17  
Alt 11.10.2002, 09:32
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Seestern Seestern ist offline
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Wir waren mal mit dem offenen Sportboot meines Kumpels zu sechst auf dem Kanal unterwegs, mit wenig Sprit. Zum Hafenfest in Rünthe - und genau deswegen hatte die Tanke da zu. Auf dem Rückweg nach Waltrop (also mittig im Kanal treibend südlich von Lünen, oder so) war der Sprit dann alle. Ist im Kanal nichts bedrohliches, zur Not paddelt man ans Ufer, aber die Steinböschung und GFK vertragen sich nicht so gut ...

Kurzum - ein vorbeigasender Sportbootfahrer - unbekannt, im Nachhinein aber aus unserem eigenen Yachthafen - hat uns seinen Zweitkanister, 30l, ohne Pfand o.ä. geliehen und wollte später in Waltrop den leeren Kanister + Spritgeld oder den vollen Kanister zurückhaben. Keine Bergeprovision, nicht mal eine Aufwandsentschädigung für's Tanken oder das Zweitakteröl wollte er haben.

Hat von meinem Kumpel großzügig das Geld + ein kleines Präsent beim nächsten Mal gekriegt. So oder so ähnlich sollte es sein, so würde ich es immer machen und so wünsche ich es mir, wenn ich mal liegenbleibe.
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  #18  
Alt 12.10.2002, 09:44
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ralfschmidt ralfschmidt ist offline
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Hallo Seestern,
ich war das, der euch mit Sprit ausgeholfen hat, ich gehe immer davon aus, daß ich auch mal in Schwierigkeiten komme und dann preiswert Hilfe brauche.

Ralf Schmidt
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  #19  
Alt 12.10.2002, 12:45
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Zitat von ralfschmidt
Hallo Seestern,
ich war das, der euch mit Sprit ausgeholfen hat, ich gehe immer davon aus, daß ich auch mal in Schwierigkeiten komme und dann preiswert Hilfe brauche.

Ralf Schmidt
Das ist ja klasse! Was für Zufälle! Die Welt ist soooo klein!
__________________
Mit sportlichen Grüßen

ᴒɦᴚᴝϩ


Mercruiser, Mercury, Mariner, Force, Westerbeke, Universal
Propeller - Abgasanlagen - Generatoren
Qualität zu kaufen ist die cleverste Art des Sparens.
Siehe auch www.kegel.de
Anfragen bitte telefonisch 04508/777 77 10 oder per WhatsApp 0176/488 60 888 stellen.

Kontaktdaten und Impressum

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  #20  
Alt 12.10.2002, 17:26
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Hallo Cyrus !

Ich finde ralfschmidt und Seestern gehören VERWARNT
Wie hätte so etwas passieren können, wenn beide ihren Wimpel vorschriftsmäßig gesetzt hätten

Jetzt auch schon Wimpelgruß aus Wien (hängt aber dzt. nur an der Bar)
Gerwin
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  #21  
Alt 13.10.2002, 19:25
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ralfschmidt ralfschmidt ist offline
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Hallo Gerwin,
ich betrachte mich als verwarnt und gelobe so bald ich einen Flagenstock habe einen Wimpel zu führen.
Seestern ist aber unschuldig, er war ja nur Gast auf dem Boot

Ralf Schmidt
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  #22  
Alt 15.10.2002, 11:01
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ALCYON ALCYON ist offline
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Moin zusammen,
wir scheinen uns da ja wirklich einig zu sein. Einander zu helfen ist selbstverständlich. Zum Stichwort Bergeprämie zwei Erlebnisse.
Wir fahren einen alten Schlepper von 1939 und freuen uns immer wenn wir mal schleppen dürfen. Letzes Jahr schleppten wir einen havarierten profesionellen russischen Einbrecher, der die Zufahrt vom Hafen in Texel verspeerte. Als Dank wurde uns nach getaner Arbeit ein abendlicher Besuch angesagt. Bis heute nichts passiert. Wenige Tage später schleppten wir ein Segelschiff mit Jugendlichen bei absoluter Flaute von der Nordsee in den Hafen von Breskens ohne Bergelohn zu fordern (wir dürften ja schleppen). Abends kam die ganze Bande vorbei mit einer Palette Bier unterm Arm und wollte sich bedanken. Da wir uns auchbedanken wollten s.o. haben wir das Bier gemeinsam verputzt, für alle ein sehr schönes Erlebnis. So verschieden kann es laufen. Aber egal wie - - - geholfen wird.
Grüße
ALCYON
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  #23  
Alt 15.10.2002, 13:09
Stephan Reuter Stephan Reuter ist offline
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Zitat:
Als Dank wurde uns nach getaner Arbeit ein abendlicher Besuch angesagt. Bis heute nichts passiert.
Vielleicht war ja der Dank , dass sie _nicht_ bei euch eingestiegen sind ;)
__________________
www.yachtseite.de
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  #24  
Alt 16.10.2002, 13:04
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miki miki ist offline
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3.038 Danke in 824 Beiträgen
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Weinigsten bin ich dann nicht mehr die einzige mit Tipfehlern

Gruß
miki
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