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  #161  
Alt 24.06.2018, 12:49
Tuuut Tuuut ist offline
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Törnbericht - Präambel



Moin Moin und Ahoi,

da meiner Frau und mir unser allererste Törn letztes Jahr soooo gut gefallen hat (siehe Törnbericht https://www.boote-forum.de/showthread.php?t=264632), wollten wir dieses unbedingt wieder in die Ostsee. Dieses Jahr sollte aber für zwei Wochen gechartert werden anstatt "nur" einer. So kam es, dass wir für den 09.06.-23.06.2018 dasselbe Charterboot wie schon beim letzten Törn gebucht haben. Eine Greenline 33 Hybrid. Ein Halbgleiter MoBo mit 10m x 3,50m. Perfekt für 2 Personen. Wie schon beim letzten Törnbericht werde ich einen Bericht pro Törn-Tag schreiben, also 14 Stück. Wer mich kennt weiß, dass ich zu viel Text neigen kann. Aufgrund der 14 Berichte versuche ich mich dieses mal ein wenig zurückzuhalten (mit Betonung auf "versuche"). Da wir am ersten Tag wenig auf dem Wasser waren, müsst ihr da trotzdem eher mit Prosa und wenig Fotos auskommen. Ab Tag 2 werden es dann aber viiiiieeeele Fotos. Versprochen! Ich schreibe den Törnbericht wieder in meinen Planungsthread um Kommentare und Nachfragen zuzulassen, erstelle aber trotzdem einen Thread im Törnbericht-Bereich von wo aus man die einzelnen Berichte direkt erreicht. Viel Spaß beim Lesen!

Ziel des Törns war die Dänische Südsee. Davon hatten wir auf unseren letzten Törn soooo viel Gutes gehört. Die Vorabplanung hat zwei verschiedene Routen ergeben (und ja, es war mir klar dass das niemals exakt so aufgehen würde ):

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Idee 1: inkl. Møn




Woche 1
  • Sa: Laboe - Lippe / 18sm - 3 Stunden
  • So: Lippe - Gedser / 50sm - 8,25 Stunden
  • Mo: Gedser - Klintholm / 31sm - 5 Stunden
  • Die: Klintholm - Kalvehave / 30sm - 5 Stunden
  • Mi: Kalvehave - Femø / 27sm - 4,5 Stunden
  • Do: Femø - Omø / 21sm - 3,5 Stunden
  • Fr: Hafentag Omø
  • Sa: Omø - Thurøbund (Ankern) / 24sm - 4 Stunden

Woche 2
  • So: Thurø- Avernakø/Lyø / 16/19sm - 3/3,5 Stunden
  • Mo: Avernakø/Lyø - Dyvig / 24/27sm - 4/4,5 Stunden
  • Di: Hafentag Dyvig / 30sm - 5 Stunden

Mittwoch bis Freitag/Samstag ist als Wetterreserve geplant. Je nach Wetterlage kann ich mir vorstellen:

  • Bei gutem Wetter noch ein wenig länger nördlich vom Als Sund bleiben :
    • bei den Inseln bleiben (Avernakø/Lyø)
    • oder wenn uns Ankern gefallen hat noch ein paar Buchten ansteuern (Genner Bugt / Helnæs Bugt)
    • und dann in größeren Sprüngen ab Dyvig zurück (Dyvig-Laboe ca. 45sm, 8 Stunden)
  • Bei Wind und Wellen gegen uns in kleineren Etappen zurück nach Laboe:
    • Dyvig / Sønderborg / Kappeln / Laboe
    • Dyvig / Flensburg / Kappel / Laboe
    • etc. etc.

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Idee 2: Rund um Fyn



Woche 1
  • Sa: Laboe - Damp / 13sm - 2 Stunden
  • So: Damp - Dyvig (Hafen oder Ankern) / 34sm - 6 Stunden
  • Mo: Dyvig - Aarøsund/Bågø/Assens/Ankern bei Torø / 20sm - 3 Stunden
  • Di: Aarøsund (Aarø....etc) - Middelfart / 18sm - 3 Stunden
  • Mi: Middelfart - Samø (Hafen Ballen oder Langør) / max. 48sm - 8 Stunden
  • Do: Hafentag Samø
  • Fr: Samø - Korshavn / 23sm - 4 Stunden
  • Sa: Korshavn - Omø / 37sm - 6 Stunden

Woche 2

  • So: Omø - Thurøbund (Ankern) / 24sm - 4 Stunden
  • Mo: Thurø - Avernakø / 16sm - 3 Stunden
  • Di: Hafentag Avernakø

Mittwoch bis Freitag/Samstag ist als Wetterreserve geplant. Bei gutem Wetter würden wir die dänische Südsee noch ein bisschen unsicher machen und dann in einem Sprung von Ærø nach Laboe zurückfahren (ca. 36sm - 5 Stunden).

Bei zickigem Wetter mit Wind und Welle gegenan ginge es dann in kleineren Sprüngen nach Laboe.



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Volker

Geändert von Tuuut (24.06.2018 um 13:37 Uhr)
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  #162  
Alt 24.06.2018, 13:35
Tuuut Tuuut ist offline
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Törnbericht Tag 1, Samstag 09.06. - Übernahme Boot, Manöver

Endlich endlich endlich ist der Tag der Übernahme gekommen. Die letzten beiden Wochen vor dem Törn wollten so garnicht vergehen. Aber jetzt: Vorfreude pur! Da das Boot seinen Stammhafen in Hamburg hat erfährt man erst am Freitag, im welchen Gastliegerhafen in der Kieler Förde das Boot konkret übergeben wird. Dieses mal war es wieder der Yachthafen Laboe, Steg M direkt vor der Fischküche. Wir hatten am Freitagabend vor dem Törn leider noch eine Pflichtveranstaltung zu besuchen, sodass das Packen dann doch etwas hektisch wurde. Schon krass, was da alles an Sachen zusammenkommt. Klamotten für zwei Wochen (warm, kalt, Regen), Proviant, Klappfahrrad, beinlose Vorschiff-Stühle, Seekarten, eigener (langer) Peekhaken uswusf. Das Auto war proppevoll.

Die Fahrt nach Laboe verging ohne größeren Stau. Wir waren um 13:30 Uhr und somit 1,5 Stunden vor der Übergabe da. Endlich wieder Hafenflair.







Trotz der frühen Zeit war das Boot war schon fertig geputzt und somit konnte die Übergabe sofort starten. Da wir das Boot schon kannten haben wir auf eine Einweisungsfahrt verzichtet und die Übergabe ging in 45 Minuten über die Bühne. Das Boot mit unseren vielen Gepäck zu beladen hat dann fast nochmal so lange gedauert.


Ursprünglich hatten wir geplant gleich am Samstag schon den ersten Schlag zu fahren. Da ich jedoch im April meinen SKS Schein unter Motor gemacht habe (Erfahrungsbericht siehe hier https://www.boote-forum.de/showthrea...2&#post4536792 und hier https://www.boote-forum.de/showthrea...4&#post4558324), bin ich wieder mehr für das Thema Sicherheit sensibilisiert. Also werden heute am Samstag erstmal MOB Manöver gefahren und geht dann erst morgen am Sonntag so richtig los.

Also erst einmal zum Hafenmeister um den Liegeplatz bis Sonntag zu verlängern. Das war letztes Jahr unser erster Fehler auf dem ersten Törn: wir haben das aus Unwissenheit nicht gemacht und dann war unser Platz weg. Das passiert uns nicht ein zweites Mal. Schlauer Spruch: "Fehler kann man nur genau einmal machen. Beim zweiten Mal ist es kein Fehler mehr sondern eine Entscheidung."



Wie sollte es anders sein: die Tür vom Hafenmeister ist zu, der Hafenmeister nicht da (Schild: "bin auf den Stegen unterwegs"). Also vor der Tür warten. 15 Minuten später war auf einmal ein anders Schild da: "bin von 18 bis 19 Uhr wieder da". Zauberei, es ist doch niemand gekommen um das Schild zu ändern. Grrrr, also 1,5 Stunden warten. Ich will endlich Boot fahren. Aus den Hafen raus fahren ohne den Liegeplatz vorab gesichert zu haben wollen wir nicht . Wir haben Bedenken, dass der Hafenmeister unseren Platz auf grün dreht während wir unserer MOB Übung auf der Förde fahren und der Platz dann weg ist. Ich will nicht gleich am ersten Tag Abends im vollen Hafen auf Liegeplatzsuche gehen müssen. Zumindest unterhält mich über einen Teil der Wartezeit eine Möve am Fischbrötchen Stand. Es so so aus als würde sie die Schilder in Ruhe durchlesen um dann zu entscheiden was sie bestellen will. .







Um 17:30 Uhr ist die Tür vom Hafenmeister dann auf. Wir bezahlen, drehen unser Schild auf rot und kleben es gut mit Gaffa fest, sodass man es nicht mal eben auf grün drehen kann. Ein Learning von unserem ersten Törn im letzten Jahr, wo genau an diesem Steg vermutlich ein betrunkener Witzbold das Schild auf grün gedreht hat während wir ein bisschen in die Förde getuckert sind und so bei unseren Wiederkehr ein anders Boot auf unserem Platz lag. Einen Fehler kann man nur einmal machen und so weiter...


Jetzt aber endlich raus auf die Förde. MOB Manöver üben ist eine sehr gute Idee! Wir waren beide zum Üben am Ruder. Meine Frau hatte mir dabei zwar schon ein paarmal zugeguckt, ist das MOB Manöver es aber selbst noch nie gefahren. Und so dauerte es ein paar Anläufe bis sie es drauf hatte. Das Üben war deshalb wirklich wichtig und sinnvoll und es war schon fahrlässig, es letztes Jahr wg. Faulheit/Zeitersparnis nicht geübt zu haben. Unser MOB Dummy war ein Fender. Wir hatten erst Sorge, dass wir den dunklen Fender auf dem dunklen Wassser aus dem Auge verlieren könnten. Das war aber kein Problem.


Wir haben knapp 30 Grad und eine Mischung aus Sonnen und Wolken, was eine schöne Lichtstimmung ergab.








Zurück zum Hafen, unser Platz ist erstaunlicherweise noch frei. Das erste Anlegemanöver in die Box läuft solala. Im letzten Jahr dachte ich noch, dass die nicht immer perfekten Boxenmanöver an meiner Unerfahrenheit mit Boxen liegen. Nachdem ich aber inzwischen zwei anderen Boote mit Wellenantrieb gefahren bin und meinen SKS-Schein-Training bei Bft 5 mit 100 Mal Anlegen ohne irgendein Problem absolviert habe weiß ich: Die Greenline manövriert sich bei Wind recht schwierig. Sie hat ein sehr kleines Ruderblatt und ist für den riesigen Aufbau sehr leicht: bei Wind vertreibt man schneller als man gucken kann was mit abnehmender Geschwindigkeit und vor allem mit ruhenden Propeller immer schlimmer wird. Greenline, ihr perfekter Segler. Rückwärts manövrieren geht einfach mal garnicht. Wir haben nur 3 Bft. Ich schlage das Ruder zu spät ein und verpasse die Box (meine Fehler nicht die der Greenline ) und muss nochmal rückwärts fahren um einen neuen Anlauf zu nehmen. Da quetscht sich noch schnell ein großes ungeduldiges RIB beim Rückwärtsfahren hinter mir durch. Das war knapp und hätte fast gerummst. Immer diese unnötige Eile beim Bootfahren.



Nach dem Anlegen wird unsere Gaffa-Konstruktion wieder entfernt, sodass man das Schild wieder auf grün drehen kann. Und dann gibt es erst einmal den ersten und sowas von verdienten Anlegeschluck des Törns!



Abends sitzen wir schön auf dem Boot, klappen unsere Badeplatform als Terrasse runter (ein tolles Feature der Greenline!) und genießen bei knapp 30 Grad den ersten Abend an Bord. Morgen soll das Wetter etwas schlechter Werden aber danach weitergehen wie den tollen Mai über.


Da das WC vom Steg M gefühlt 15 Minuten entfernt ist hat sich das Mitnehmen des Klapprades schon jetzt gelohnt. Die Nacht war dann recht laut, weil auf dem Kai laut gefeiert wurde. Ich stelle mal wieder fest: Liegeplätze öffentlichen zugänglich für Jedermann ist nicht so meins.


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Volker

Geändert von Tuuut (24.06.2018 um 15:59 Uhr)
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  #163  
Alt 24.06.2018, 15:58
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Törnbericht Tag 2, Sonntag 10.06.2018, Laboe - Sønderborg

Goooood moooooorning Laboe. Der erste echte Tag. Juhu. Aber was ist das? Der Wetterbericht wurde über Nacht von strahlender Sonne für die ganze nächste Woche auf Wolken mit wenig Sonne und Bft 4-5 geändert. Zudem gibt es einen Temperatursturz von 30 auf 17 Grad. Das kann doch nicht wahr sein. Naja, nützt ja nix, erstmal frühstücken. Wir besprechen welche Tour wir machen: "Rund um Møn" oder "Rund um Fyn"? Wir würden das Møns Klint wirklich gerne sehen. Aber bei Drisswetter sieht es vermutlich auch nicht sehr schön aus und aufgrund der Windvorhersage entschließen wir uns für das geschütztere Gebiet bei Fyn.

Bei schlechtem Wetter fiel mir dann ein: ich habe die Navigationslichter ja noch garnicht überprüft. Also anmachen und kontrollieren. Und was sehe ich am Toplicht? Ja, genau, nichts. Das Toplicht geht nicht. Der Vermieter sagte schon, dass der Kontakt manchmal Probleme macht. Man soll ein bisschen dran wackeln und dann geht es wieder. Hilft aber nicht. Wir schrauben die Stange ab auf der das Toplicht sitzt ab. Uiuiuiui, Korrosion pur. Da ist wohl ordentlich Seewasser eingedrungen. Also haben wir erstmal eine Stunde lang versucht die Kontakte zu säubern. Leider war kein Kontaktspray an Bord und die Geschäfte hatten zu. Wir versuchen es mit WD40. Geht nicht. Ich rufe den Vermieter an: er sagt, dass wir auf seine Kosten einen Techniker besorgen sollen oder auf seine Kosten ein batteriebetriebenes Toplicht kaufen sollen. Es ist aber Sonntag und natürlich hat weder ein Laden offen noch gibt es einen Techniker. Wir beschließen loszufahren und zu gucken, ob die Sicht gut genug ist, um ohne Navigationslichter zu fahren. Ist sie. Backbord und Steuerbord funktionieren ja und als Toplichtersatz können wir und mit dem Suchscheinwerfer anstrahlen. Nicht ideal, muss aber reichen.

Also auf nach Sønderborg. Da wollten wir auf unserem ersten Törn schon hin. Das Wetter hat uns aber damals auf dem Weg klar gemacht das es uns da nicht hinlassen will (siehe Törnbericht aus dem letzten Jahr: https://www.boote-forum.de/showthrea...8&#post4417298).





Von der Fahrt gibt es nicht allzuviel zu berichten. Das Wetter war grau und kalt.










Aber zumindest hat es nicht geregnet und die Welle "gischte" bei 0,5m noch nicht über das Vorschiff, sodass wir das tun konnten was wir am Bootfahren am meisten lieben: mit der Funkfernbedienung des Autopiloten auf dem Vorschiff sitzen um Wind, Wasser und Welle und den Blick auf den Horizont zu genießen. Ok, der Wind war arschkalt und nicht wirklich zum genießen sodass wir am Ende mit Mütze und Schal da saßen.







Irgendwann hat uns aber die Regenfront eingeholt und wir verziehen uns in den Salon zum Fahrstand.


Wir entschließen uns gegen den Stadthafen Sønderburg, weil der direkt an einer Straße liegt. Also ab in den Lystbådehavn. Lustiges Wort. Im Hafen ist nicht mehr viel frei. Aber vereinzelt findet sich noch was. Das Regengebiet ist über uns weg gezogen und dahinter ist zum Glück wenig Wind. Wir fahren ein Boxenmanöver mit dem ich ganz zufrieden bin, ein netter Bootsnachbarn steht auf seinem Boot und nimmt schon beim Einfahren in die Box eine unserer Vorleinen von der Reling (gut wenn man vorbereitet ist), führt das Boot durch die Box und übergibt die Leine einer bereits dort wartenden weiteren Person. Wow, das ist mal ein Einparkservice hier.



Da wir nur zu zweit an Bord sind, sind Boxenmanöver ohne Hilfe immer etwas ein rumgeturne und sieht bei uns so aus: Ich fahre in die Box ein, meine Frau steht Mitschiffs mit einer der Acherleinen und bringt sie über die Dalbe. Die Achterleine ist absichtlich erst einmal viel zu lang belegt um nicht durch versehentliches eindampfen zu einer Seite gezogen zu werden. Fieren während der Einfahrt ist bei dem Boot zu zweit einfach nicht. Das Boot halte ich wenn nötig mit dem Seitenstrahlruder gerade in der Box. Wenn der Wind es zulässt geht meine Frau noch auf die andere Seite und legt auch die zweite Achterleine über die Dalben (wir haben keine Lust uns nochmal nach hinten zu hangeln). Dann geht sie nach vorne und belegt die beiden Vorleinen. Entweder Dampfe ich dann rückwärts in diese ein und wir stellen die Achterleinen in Ruhe auf die richtige Länge ein oder meine Frau passt vom Steg aus auf, dass das Boot nicht auf den Steg läuft und ich mache die Leinenarbeit hinten alleine.


Uhh, oh, jetzt bin ich aber abgeschweift.


Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja: nach 5,5 Stunden und 34 sm Fahrt sind wir fest.







Wir liegen zum ersten mal in einem Dänischen Hafen. Das fühlt sich gut an. Wir sehen eine lustige Bootszubehör-Tauschbörsen-Bude




und einen Fisch(Muschel?)-Schrub-Platz mitten im Hafenbecken. Oder was ist das?




Der Hafen ist hübsch und direkt nebenan ist ein Strand. Wenn jetzt noch die Sonne scheinen würde.










Der Hafen hat zudem einen sehr großen Sanitäranlagen-Gebäudekomplex der von allen Stegen gut zu erreichen ist (nicht wie im Stadthafen Laboe). Die Anlagen sind nicht mehr das allermodernste aber sauber. Das einzige was uns nicht gefällt: trotz der vielen Boote ist wenig los. Niemand fährt rein oder raus. Kein Hafenkino. Das ist schade.



Mir fällt beim Hafenspaziergangmal wieder auf wie Breit die Greenline von hinten aussieht. Und durch die versiegelte Scheibe auch ein wenig prollig. Ich mag das Aussehen der Greenline von vorne und vor allem von der Seite sehr. Es hat ein bisschen was klassisches. Aber von hinten...naja.





Dann geht es auf zum Hafenmeister. Der ist zum Glück da und sehr nett. Wir müssen ein wenig in einer kleinen Schlange warten. Beim Warten kommt ein Deutscher rein und schreit unhöflich in den Raum "Guten Tag!". Fremdschämen pur als Deutscher. Ich antworte aus Trotz mit einem Dänischem "God dag". Ich finde ja es gebietet die Höflichkeit, dass man sich in einem fremden Land ein wenig Mühe mit der Sprache gibt und sich zumindest die Worte Hallo, Ja, Nein und Danke raufschafft.


Als Vielreisender weiß ich auch, dass sich die Einheimischen überall auf der Welt darüber freuen, wenn man sich ein klein bisschen Mühe mit ihrer Sprache gibt und sofort aufgeschlossen(er) sind. Naja, soll jeder machen wie er denkt, ist ja nur meine Meinung. Gleich darauf kommt noch jemand rein und erzählt dem Hafenmeister, dass der ganze Hafen voller Öl auf dem Wasser sei.


Wir bezahlen und gehen zurück zu unserem Boot. Da ist noch keine Öl angekommen. Aber innerhalb der nächste Stunde ist tatsächlich der gesamte Hafen mit einer Ölschicht überzogen.








Jetzt aber erstmal einen Anlegeschluck (HoPiHaLiDo = "Holsten Pilsner Halbliter Dose" ) und was zu Essen (Spaghetti mit Tomatensauce) und etwas was wir den ganzen Törn über durchgezogen haben: beim Anlegeschluck besprechen wie das Manöver gelaufen ist und was man besser machen könnte. Das hat sich bewährt und wir haben unsere Manöver immer mehr verfeinert.








Im Laufe des Abends fragen wir uns, wie sich eigentlich organisches Öl auf dem Wasser verhält. Wir wagen einen kleinen Test mit Ölivenöl. Kurze Diskussion ob das umwelttechnisch ok ist. Der Entschluss: das Grauwasser wird sowieso ins Meer geleitet und das Öl ist biologisch abbaubar. Da ist eine weitere winziger Tropfen als einmaliger Test bestimmt ok. Das Ergebnis hat uns sehr überrascht. Ein winziger kleiner Tropfen hat eine super schönes, sehr farbenfrohes Spektakel auf die Wasseroberfläche gezaubert (kommt auf dem Foto nicht ganz rüber). Ganz anders als bei raffinierten Öl. Wirklich hübsch. Aber auch die die Ausbreitungsgröße waren wir überrascht. Jetzt haben wir doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Der Ölfilm war dann aber auch sehr schnell verschwunden. Interessantes Experiment.




Wir trinken noch ein bis zwei Anlegeschlücke und gehen dann ins Bett. Morgen am Montag müssen wir uns um das Toplicht kümmern.





P.S.
Hatte ich nicht gesagt, dass ich weniger schreiben wollte? Es sprudelt gerade so aus mir raus. Keine Angst, 14 Berichte lang halte ich das nicht durch.
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Volker

Geändert von Tuuut (24.06.2018 um 16:08 Uhr)
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Alt 24.06.2018, 17:07
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Sprudel mal gern weiter, Volker!

Ich liebe die dänische Südsee und wartete schon ganz ungeduldig.

Deine Berichte sind lang, aber sehr kurzweilig zu lesen. Mit den geschilderten kleinen Details hier u da, den Karten u Fotos fast so, als wäre man dabei! Klasse.
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Egal, wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand hängt,
jeden Tag kommt jemand und marschiert aufrecht drunter hindurch.
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  #165  
Alt 24.06.2018, 18:05
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Törnbericht Tag 3, Montag 11.06.2018, Sønderborg – Dyvig, Part 1

Starten wir den dritten Tag zur Auflockerung erst einmal mit einem maritimen Foto. Ich liebe Häfen und ihren Flair. Die Leinen-Durchrutsch-Abhalter sehen allerdings auch ein bisschen nach Phallus aus (meint meine Frau , ich bin unschuldig).






Der Törnbericht wird in zwei Posts aufgeteilt sein. Nein, nein, nicht weil ich soviel Text schreiben will , sondern weil ich mehr als 12 Fotos zeigen möchte. Und 12 ist die Grenze pro Post.

Heute wollen wir weiter nach Dyvig. Das war ein unwiderruflich festgelegtes Ziel des Törns, da alle die wir auf unserem letzten Törn getroffen haben davon schwärmten. Aber die erste Tagesaufgabe vor Abfahrt: sich um das defekte Toplicht kümmern. Wir haben gut geschlafen und sind ohne Wecker um 9:00 Uhr aufgewacht. Direkt im Hafen gibt es einen kleinen Kiosk/Cafe wo wir uns frische Brötchen holen. Beim Frühstück besprechen wir, dass wir keine Lust haben einen halben Tag oder länger auf einen Techniker zu warten. Beschluss: wir kaufen ein batteriebetriebenes Toplicht. Aber wo? Das Internet gibt nicht einen einzigen Bootsbedarf Shop aus. Der Hafenmeister hilft: direkt auf dem Parkplatz vom Hafen ist ein Shop. Echte Menschen sind manchmal doch hilfreicher als das Internet. Wir gehen zum Laden. Er ist recht klein wirkt aber sehr gut sortiert. Leider haben sie nicht das was wir brauchen.

Die nette Verkäuferin meint aber im perfekten Deutsch, dass es auf der anderen Sund-Seite noch einen Laden gäbe. Es sind 20 Minuten zu Fuß und wir beschließen den Weg dahin mit einer Stadtbesichtigung zu Fuß zu kombinieren.


[Lerngefahr an]

A pro pos perfektes Deutsch: Ich habe mich des öfteren gewundert, warum die Dänen denn Moin sagen und miteinander Deutsch sprechen. Die Recherche meiner geschichtlich sehr interessierten Frau ergab, dass in Sønderborg und Umgebung eine eigene Sprache/Dialekt gesprochen wird. Das Alsisk. Dieses beinhaltet auch Mojn als Begrüßungsformel. Wenn man Plattdüütsch versteht, versteht man auch einige Teile des Alsisk.

[Lerngefahr aus]

Die Stadt gefällt uns gut (wie sie wohl bei Sonne aussieht ). Viel Wasser mit Fußwegen direkt am Wasser.







Eine nette Fußgängerzone mit ordentlich viel Kneipen und Restaurants. Alte hübsche, krumme Häuser (hier das Ringreiter Museum).





Wir müssen über die Brücke auf die westliche Sundseite. Von der Brücke hat man einen schöner Blick über die Stadt und den Stadthafen.







Zudem sehen wir, das im Als Sund trotz Bft 5 null Welle herrscht, während für die westliche Ostsee und die Belte heute 1,5m Welle angesagt ist. Perfekt.

Am Laden angekommen zweifeln wir, ob sich der Weg gelohnt hat. Wieso steht da den Cafe- und Sportshop? Was eine Mischung.





Und geschlossen ist auch noch alles. Wir gehen einmal ums Haus und finden einen offenen Eingang. Und siehe da: da ist tatsächlich ein kleiner Laden für Bootszubehör. Wir hegen aber wenig Hoffnung, da der Laden nochmal kleiner ist als der andere. Aber was soll ich sagen: die nette Dänische Verkäuferin hat tatsächlich ein Toplicht für uns. Natürlich nicht BSH konform. Aber alles ist besser als gar kein Licht. Mit 198,- Kronen (~27 Euro) sogar noch bezahlbar (obwohl uns das ja egal sein kann da der Vermieter zahlt). Leider hat der Laden nicht die passenden D cell Batterien. Das sind diese ganz dicken Oschis, die man früher in den Gettoblaster getan hat. Für die Jüngeren: ein Gettoblaster ist ein 4 Kilo schwerer mp3 Player ohne mp3.


Also wieder zurück in die Fußgängerzone um Batterien zu kaufen. Aber das Format führt niemand mehr. Die Supermärkte und Elektroläden haben nur Standard AA und AAA. D cell ist einfach nicht mehr gängig. Das kann doch nicht angehen, dass das jetzt daran scheitert. Letzter Versuch: ein Lampenladen. Juhuuuu, er hat die Batterien. Wir decken uns ein und gehen glücklich zurück zum Boot. Ohne Toplicht wäre ankern nicht gegangen und wir wollen unbedingt Ankern auf diesem Törn.

Auf dem Weg zum Boot begegnen wir noch dieser nackten Schönheit.





Wir fahren um 13:00 Uhr los Richtung Dyvig. Der Als Sund gefällt uns richtig richtig gut. Erinnert ein bisschen an die Schlei. Sehr hübsch und toll vor Wind und Welle geschützt. Eine tolle Fahrt bei sogar etwas Sonne = rauf auf das Vorschiff und Autopilot an.









Die Tonnen haben lustige Puschel obendrauf. Vermutlich gegen Vögel. Edit: ja mir ist klar dass das das Topzeichen ist. Meine Aussage bezog sich darauf, warum das Topzeichen so bürstenartig ist statt aus hartem durchgehenden Material wie ich es sonst kenne.






Geschützt war es zumindest bis wir am Als Fjord ankommen. An den hatten wir garnicht mehr gedacht. Uns empfangen Bft 5 und 1m später 1,5m Welle. Wir müssen voll gegenan. Das Boot knallt ordentlich in die Welle, hält sich aber gut. Wir stellen nach einer Stunde Karussellfahrt fest: Seefest sind wir definitiv.



















Stay tuned. Weiter mit Tag 3 und Dyvig geht es im nächsten Posts...
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Volker

Geändert von Tuuut (24.06.2018 um 20:08 Uhr)
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Alt 24.06.2018, 18:07
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aber ihr macht euch wenigstens keine Gedanken dabei ob ihr es müsst
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Andreas

Geändert von Elgar_2 (24.06.2018 um 18:35 Uhr)
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Alt 24.06.2018, 18:30
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Törnbericht Tag 3, Montag 11.06.2018, Sønderborg – Dyvig, Part 2





Als wir Richtung Dyvig nach Osten abbiegen haben wir die Welle endlich von hinten und es wird ruhig. Die Einfahrt ist ziemlich eng und man muss gut aufpassen.





Dann sind wir in Dyvig bei den beiden Häfen und wollen - wie von User KaiB beschrieben - westlich vom Hotel ankern. Der Wind hat nochmal etwas angezogen und irgendwo bei hohen 5 Bft. Es liegen schon zwei Boote vor Anker. Wo gehen wir am besten hin? Man habe ich keine Ahnung vom Ankern. Ich beschließe westlich von den beiden Booten zu ankern und ordentlich Swojen-Abstand zu lassen. Ich fahre gegen den Wind an und da passiert es: ein heftige Böe ist so stark, dass sie unser schweres und mit Druckknöpfen befestigtes "Kissen" vom Vorschiff reißt. Meine Frau kann es zum Glück so gerade eben noch an der Reling retten bevor es ins Wasser fällt und weg ist. Wir gucken uns an und beschließen, dass der Wind vielleicht doch nicht ideal ist für unser allererste Ankermanöver überhaupt. Also ab in den Hafen.



Ich will bei dem starken Wind nicht seitlich zum Wind anlegen. Da ist ein Boxenmanöver mit der windempfindlichen Greenline kein Spaß. Im südlichen Hafen sind nur noch diese halbrunden Außenplätze frei. Das gefällt mir nicht. Am nördlichen Hafen "Dyvig Bro" sind am östlichsten Steg noch Plätze gen Westen und somit direkt gegen den Wind frei. Sehr gut. Ich fahre an. Uh, das wird nix, ich komme nicht gerade rein. Also nochmal zurück. Die zweite Anfahrt ist noch schlechter. Der Wind drückt mich zu seitlich zur Box. Inzwischen sind beide Bootsnachbarn der anvisierten Box auf ihren Booten und gucken schon sorgenvoll wie der Charterfahrer da rum eiert. Bei der dritten Anfahrt habe ich den Bug in der Box, bin aber etwas schräg und trau mich nicht couragiert reinzufahren. Der MoBo Nachbar auf der anderen Seite gibt mir ein Zeichen, dass ich nicht so zaghaft sein soll sondern Gas geben wenn ich den Bug drin habe. Vierter Anlauf: ich komme gut und recht gerade rein und gebe mehr Gas. Die beiden Nachbarboots-Helfer sorgen dafür dass ich nicht mehr vertreiben kann, am Steg übernimmt auch jemand die Vorleinen und wir können in Ruhe fest machen. Bei unserer Anlegeschluck Manöverkritik sagt meine Frau später, dass sie Befürchtung hat, dass wir bei dem Wind nicht reinkommen. Ich hatte aber ein gutes Gefühl, braucht halt nur den richtigen Winkel. Dachte ich zumindest. Eines habe ich aber im Laufe des Törns und vor allem bei den Anlegemanövern anderer Bootsfahrer in Dyvig bei dem starken Wind gelernt: meine Annahme, dass man perfekt gerade in die Box kommen muss ist Blödsinn. Irgendwie rein und dann zur Not an der Dalbe "reindrehen" ist bei Wind ein angemessenes Mittel. Das wird sich ab Dyvig für die Zukunft gemerkt. Erfahrung lässt sich eben nur durch Erfahrung ersetzen.


A pro pos Erfahrung: dann hatten wir einen lustigen Moment: Ein Nachbar meinte: ändert eure Achterleinen bei dem Wind um Himmels Willen auf "über Kreuz". In der Theorie wussten wir ja schon immer dass das besser ist. Wir haben das aber bisher nie gemacht, weil wir befürchteten, dass bei von vornherein über Kreuz gelegter Leinen beim An- und Ablegen die Gefahr besteht, dass die Leinen in die Schraube kommt. Aber als der Nachbar es aussprach fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren: natürlich kann man ja die Leinen an den Klampen abmachen und gemütlich über Kreuz legen und muss das nicht schon bei der Einfahrt an den Dalben machen. Meine Frau und ich gucken uns an und liegen erst einmal 10 Minuten lachend auf dem Boden ob unserer Dummheit. Herrlich, unglaublich wie beschränkt man manchmal in seinen Gedanken ist.



Wir legen also unseren Leinen auf Kreuz und der Unterschied ist wirklich riesig. Auf einmal leigen wir trotz des Windes ganz ruhig in der Box und vertreiben viel viel weniger zur Seite.







Nach 3,5 Stunden und 13 sm sind wir angekommen.





Dann kam der super nette Hafenmeister ans Boot und wir bezahlten 170,- Kronen inklusive 3 Bröchtchen und kostenloser Fahrräder. Netter Service. Wir gingen ein wenig die Bucht entlang. Es wurde nicht übertrieben: Dyvig ist wirklich traumhaft schön. Die Bucht ist schön.











Das Hotel passt trotz der Größe irgendwie gut hierhin.






Im südliche Hafen liegen schöne einfache Fischerboote...







...und es gibt kostenlos Kräuter. Die Kräuter gab es in sehr vielen Dänischen Häfen. Sehr nett.







Es gibt einen Deutschen Ruderklub (ach ja: ich vergaß bei der Lerngefahr, dass in der Gegend eine Deutsche Minderheit wohnt)






Und die blonden Kindern springen Hand in Hand herum wie bei Michel aus Lönneberga. Heile Welt wenn es das noch gibt.





Nur Cello sollte man hier anscheinend lieber nicht spielen. Da wird einem der Arm abgerissen.






Wir liegen mit unserem Boot neben einem älteren Motorboot der Marke "Grand Banks". Wunderschönes klassisches schiffigiges Boot. Mit Holz Reling mit geschwungenen Enden. Echt hübsch. Warum habe ich keine Foto gemacht? Gleich mal nach der Marke gegoogelt. Uhhh, stellen die heute gesichtslose Plastikbecher her. Schade drum. Das Boot war echt ein Hingucker.


Abends gab es dann Dosenravioli und ein paar Anlegeschlücke. Der Wind hat auf Bft 6 aufgedreht und wir sind froh nicht zu Ankern. Ab in die Heia. mal sehen, was Tag 4 so bringt.
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Geändert von Tuuut (24.06.2018 um 18:54 Uhr)
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Alt 24.06.2018, 18:33
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Schöner Bericht. Die "lustigen Puschel" auf den Tonnen sind übrigens nicht gegen die Möver, sondern das sind die Topzeichen der Tonnen, hier also ein Zylinder . Ansonsten weiter so, bin gespannt,
Siggi
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Alt 24.06.2018, 18:56
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Zitat:
Zitat von marsvin Beitrag anzeigen
Schöner Bericht. Die "lustigen Puschel" auf den Tonnen sind übrigens nicht gegen die Möver, sondern das sind die Topzeichen der Tonnen, hier also ein Zylinder . Ansonsten weiter so, bin gespannt,
Siggi



Das Das Topzeichen sind ist mir schon klar. So Ahnungslos bin ich dann doch auch nicht. Aber warum sind die so puschelig und nicht aus durchgehendem Material wie zum Beipsiel bei uns in Hamburch? Ich denke damit da keien Möven drauf landen. Kann aber auch etwas anderes sein.
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Alt 24.06.2018, 18:58
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Zitat:
Zitat von Elgar_2 Beitrag anzeigen
Super Bericht, Danke dafür,
klasse das Ihr auch Schwimmwesten anhabt, naja ist nun mal nicht Pflicht dort
aber ihr macht euch wenigstens keine Gedanken dabei ob ihr es müsst
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Wir tragen unsere Schwimmwesten (fast) ausnahmslos immer. Aus Eigenantrieb. Die Automatik Dinger merkt man doch kaum.
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Geändert von Tuuut (24.06.2018 um 20:57 Uhr)
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Alt 25.06.2018, 09:51
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Törnbericht Tag 4, Dienstag 12.06.2018, Dyvig - Middelfart

Goooood mooorning Dyvig. Wir haben trotz ordentlich Wind in der Nacht gut geschlafen. Das lag bestimmt an unserer Profi Achterleinen-über-Kreuz Technik. Als wir aufwachen hat der Hafenmeister die Brötchen bereits auf unser Vorschiff gelegt. Top Service. Zudem begrüßt uns ein Vogel auf unserer Leine.







Ich gehe erst einmal Duschen. Tolle Sanitäranlagen. Jede Dusche ist ein eigener Raum, nicht wie sooft üblich ein großer Raum mit vielen oben und unten offenen Leichtbau-Kabinen. Ab und zu etwas Privatsphäre und Ruhe beim Duschen am Morgen ist auch nicht zu verachten. Beim Frühstück besprechen wir den Tag. Der Wind ist derzeit bei Bft 5 West und soll sich dann Abends und über die Nacht auf 4-5 einpendeln. Abends soll aber immerhin die Sonne rauskommen. Jetzt reicht es aber der Vorsicht. Wir beschließen zu ankern. 4-5 muss gehen. Basta. Das lebende Ostseelexikon KaiB hat zum Glück sein Forumsexil kurzzeitig für uns verlassen und den Fænø Sund als geeigneten Ankergrund bei ordentlich Westwind bestätigt.

Auf geht's. Bei Bft 5 von vorne beschließen wir das Ablegen aus der Box unter Leineneinsatz zu üben. Das ist mit Wind direkt von vorne zwar nicht nötig. Aber besser üben solange es noch einfach ist. Wir verlängern zwei der leider viel zu kurzen Leinen an Bord mittels Schotstek und bringen sie als Vorleine auf Slip aus. Die Verlängerung ist echt unpraktisch, weil der Knoten in der Mitte beim Fieren am Steg auf Ring/Klampe etc. fest hängen kann. Ich dampfe rückwärts in die lange Leine ein und die anderen Vorleinen werden eingeholt. Meine Frau fiert vorne die Leine bis wir an den Dalben sind. Ich verlasse kurz den Fahrstand und nehme die Achterleinen von den Dalben (die wir vorher wieder parallel gelegt haben). Meine Frau fiert weiter, ich gebe das Kommando um die Leine los zu lassen und wir fahren raus. Perfekt gelungenes Manöver. Die Freuden eines Boxen-Anfängers. Boah sind Boxen ein getüddel im Gegensatz zu seitlich anlegen.

Im kleinen Belt empfängt uns Bft 4-5 von West und fast 1m Welle. Da wir nach Norden müssen kommt die Welle voll von der Seite. Das Boot rollt und rollt und rollt. Nach 1,5 Stunden rollen ist zwar wieder bestätigt, dass wir Seefest sind... dennoch beschließen wir uns ab Höhe des Ortes Brunbjerg unter Landschutz an der Westküste langzuhangeln. Das dauert zwar über eine halbe Stunde länger als der direkte Weg. Aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Der Plan funktioniert, die Welle wird deutlich kleiner und wir haben trotz Sonnenlosigkeit eine nette Fahrt, sehen größere Segler...





...den Leuchturm von Årø...





...und ein Wrack welches wir für ein Schätzspiel nutzen: Wie weit ist das wohl von uns entfernt?. Wir tippen 200-300 Meter. Per GPS und Seekarte stellt sich heraus: es ist 700m weg. Hammer wie schwer es auf See ist Entfernungen einzuschätzen.






Und dann ist auch schon der Hafen von Middelfart in Sichtweite.









Wir fahren an die Ostküste von Fænø und bereiten uns auf unser erstes Ankermanöver vor. Da entdecken wir eine freie Ankertonne und beschließen den einfachen Weg zu wählen und uns über Nacht an die Tonne zu hängen. Der Wind ist über Nacht wieder eher bei Bft 5 angesagt. Da fühlt sich Tonne irgendwie sicherer an. Ich fahre ein MOB Manöver und meine Frau krallt sich die Tonne Achtern an unserer Ausstiegstür. Das hat schonmal perfekt geklappt. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass Ankertonnen ihren Ring zum belegen oftmals unter der Tonne haben und der obere nicht stabil genug ist. Ich hebe das sauschwere Ding hoch und meine Frau guckt: nur ein kleiner Miniring mit der Kette dran. Hmmm, dann ist das anscheinend eine Tonne bei der man den oberen Ring verwendet. Ich dengel mit Metal dagegen. Ein Metallisches Geräusch ertönt. Na, wird schon halten. Wir legen gleich zwei Leinen durch den oberen Ring und führen die Tonne nach vorne und belegen sie dort. Fertig. Das war ja mal einfach. Das erste echte Ankermanöver ist also mal wieder verschoben. Noch schnell den Ankerball gesetzt und unser Batterie-Toplicht festgegaffert und die Entspannung kann beginnen.


Nach knapp 6 Stunden und 32 Seemeilen haben wir unser Tagesziel erreicht.




Die Sonne kommt raus. Wir setzen uns mit unserem Anlegenschluck auf das Vorschiff und genießen die ersten echten Sonnenstrahlen mit blauen Himmel der Reise. Kalt ist es wg. des Windes leider trotzdem weswegen wir auf das Baden dann doch verzichten.




Wir Essen mal wieder Nudeln und genießen den tollen Abend. Ein Vorteil des Ankerns: man kann auch mal die Musik ein bisschen lauter machen als im Hafen.


Wir genießen den Trubel auf dem Wasser.







Ab und zu bekommen wir ziemlich große Heckwellen ab. Dann schaukelt es ordentlich.









Am tollsten ist jedoch endlich mal blauen Himmel zu sehen.








Womit ich nicht gerechnet habe: Das Boot schwojt die ganze Zeit heftig. Nahezu um 180 Grad und das in einem erstaunlichem Tempo. Da muss man kopffest sein, hat aber den Vorteil, dass man immer etwas anderes sieht ohne den Kopf bewegen zu müssen. Ich fragte mich schon, ob wir irgendetwas falsch machen. Aber die Ankerlieger nebenan liegen auch jedes Mal in einer völlig anderen Position als wir hingucken. Wir vermuten, dass das daran liegt, dass der Wind aus Westen aber die Strömung aus Norden kommt. Oder schwojt man immer im 180 Grad bei ordentlich Wind?

Trotz sicherer Ankertonne und GPS-Ankerwache ist die Nacht doch eher unruhig. Ich Wache öfter mal auf. Treiben wir nicht gerade? Was ist das für ein Geräusch? Hält die Batterie des Toplichts? War wirklich der obere Ring für die dauerhafte Belegung? Immerhin wurde man bei der Kontrolle dann mit schönen Sonnenaufgang belohnt.






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Alt 25.06.2018, 12:24
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Törnbericht Tag 5, Mittwoch 13.06.2018, Middelfart - Kerteminde

Goooooood mooorning Middefart. Wusste ihr eigentlich das "fart" auf Englisch "Furz" heißt?



Uns empfängt beim Aufstehen ein tolles Wetter mit schönem Blicken auf den Fænø Sund.





Wegen Abwesenheit eines Bäckers beim Ankergrund frühstücken wir heute mit Brot statt Brötchen. Geht auch mal. Gemäß Törn-Vorabplanung zu Hause würde es heute zur Insel Samsø nördlich von Fyn gehen. Da der Wind aber ab morgen auf Süd drehen und nochmal an Schwung gewinnen soll verwerfen wir das, da es dann schwer wird von Samsø wieder gen Süden wegzukommen. Aber was statt dessen? Ein für mich wichtiger Punkt auf der Tour war Ankern in der Bucht von Korshavn/Nordskov am nordöstlichsten Ende von Fyn. Ich finde die Bucht sieht einfach Traumhaft aus.



Das wollen wir versuchen. Da der Wind aber über den Tag weiter zuzunehmen scheint brauchen wir einen Notfallplan falls wir vor Ort entscheiden, dass Ankern nicht geht. Wir gucken uns die Häfen der Umgebung an und entscheiden uns für Kerteminde auf der östlichen Seite von Fyn. Der Hafen ist zwar 2 Stunden weiter, hat aber einen großer Supermarkt in Fußreichweite und der Ort soll auch ganz hübsch sein und den Großen Belt wollen wir ja sowieso runter.

Also geht es los. Ablegemanöver: einfach. Naja halb einfach, die beiden Leinen haben sich um sich selbst verdrallt. Wir fahren also bei schönen Wetter aber schon wieder 4-5 Bft los. Diesmal aus NW. Der Kleine Belt/Snævringen zwischen Middelfart (na, was hieß fart nochmal? ) und Strib gefällt uns richtig richtig gut. Das hat schon wieder ein bisschen was von der Schlei aber mit mehr zum Gucken und ohne die nervigen betonnten Engpässe.









Die Sonne scheint, wir sitzen auf dem Vorschiff mit Autopilot und genießen das Leben.

Trotz des guten Landschutzes haben wir bereits am Anfang spürbar Welle. Damit habe ich nicht gerechnet. Wie soll das dann erst im offenen Wasser nördlich von Fyn werden? Mich beschleicht, dass die Vorhersage von 0,5m Welle nicht stimmen wird. Vermutlich hätte ich doch lieber die Vorhersage für das Gebiet "Kattegat" statt "Belte und Sund" angucken sollen.






Nördlich von Strib müssen wir nach Osten. Was uns mal wieder wundert: wie schwer es ist Entfernungen einzuschätzen und sich zu orientieren. Als wir nördlich der Autobahnbrücke der E20 sind hätten wir erwartet, dass wir sehr schnell die "Ausfahrt" gen Osten nördlich von Strib sehen würden. Die ist immerhin 1,3km breit. Aber Pustekuchen. Das ganze östliche Ufer sieht aus wie eine durchgehende Landmasse, obwohl ja irgendwas 1,3km weiter weg sein muss. Das (zumindest unser beider) menschliche Auge ist für Entfernungen offensichtlich nicht konzipiert. Erst kurz vor Strib sehen wir dann die Durchfahrt.










Es empfängt uns erst 1m und nach ein paar Kilometern dann eine 1,5m Welle aus NW vielleicht sogar NNW. Wir müssten nach NO bis NOO erst einmal um die Insel Æbelø herum. Wenn wir Kurs auf die Nordspitze von Æbelø setzen kommen die Wellen aber zu seitlich und es schaukelt wie Eimer. Also beschließen wir einen etwas südlicheren Kurs zu fahren. Dadurch kämen wir zwar etwas zu südlich bei Æbelø raus und müssen einmal voll gegen die Welle an um die Insel zu umrunden. Aber das ist alle male besser als 4 Stunden lang rollen. Siehe folgende Darstellung: grün wäre der ideale Kurs, rot ist der Kurs zu dem uns sie Welle "gezwungen" hat:




Krass, was so ein paar Grad Unterschied im Kurs ausmachen. Trotz der immer größer werden Wellen haben wir die Welle soweit schräg von hinten, dass wir darauf reiten können. Das ist ruhig und macht Spaß. Wir sitzen mit Autopilot auf dem Vorschiff und genießen (dick eingemummelt wg. des kalten Winds) die Sonne und das Reiten. Also auf der Welle natürlich. Kurz vor Æbelø ist der Wind mittlerweile ordentlich aufgefrischt. Bft 5 im hohen Bereich denke ich. Die Welle dürfte inzwischen knapp 2 Meter erreicht haben. Das ist (für uns) schon eine krasse Fahrt aber wir haben Spaß.





Warum kann man Wellenhöhen auf Fotos eigentlich nicht sehen? Scheiß 2D.



Zwischendurch treffen wir auf ein Fischerboot welches schwer mit den Wellen kämpft um die Netze auszubringen. Echt harter Job.




Als wir dann Æbelø ankommen müssen wir den Kurs erst auf Nord und da Welle noch zu seitlich kommt schließlich auf NNW ändern. Aus war es mit der Ruhe. Voll gegen die hohe, steile Welle knallt das Boot ein ums andere mal laut in das Wasser. Der Bug wird hochgehoben und es kommt immer wieder ordentlich gischt über das Boot. Alles fliegt im Boot umher. Das war wirklich eine nervige viertel Stunde. Das könnt ihr alleine daran erkennen, dass ich von der viertel Stunde gegen die Welle kein einziges Fotos habe. Als wir nördlich genug von Æbelø sind können wir den Kurs endlich endlich wieder auf SOO ändern. Die Welle kommt von hinten. Wir haben Ruhe, müssen aber ersteinmal aufräumen, weil nichts mehr an dem Platz ist wo es vorher war. Ich habe sogar kalte Bierdosen auf dem Boden gefunden. Der Kühlschrank ist wohl auch mal zwischendurch aufgesprungen.

Wir beschließen schweren Herzens, dass wir Ankern in Korshavn garnicht erst versuchen. Der Wind ist wirklich stark geworden, die Vorhersage für den Abend und die Nacht spricht inzwischen von bis Bft 6 und wir wurden bei der Einfahrt Korshavn bei Wind vor Legerwall gewarnt. Also wird der Kurs direkt auf Kerteminde gesetzt.

Kurz vor der nördöstlichen Spitze von Fyn kamen uns noch ein Segler und ein kleines Motorboot entgegen, die in entgegengesetzte Richtung voll gegen die Welle gefahren sind. Da hätte ich kein Bock drauf.






Mit der Welle ist es so ruhig, dass ich sogar Zeit habe die Lichtreflexe der Sonne auf dem Wasser zu fotografieren.




Im Großen Belt hatten wir dann Landschutz und die Welle war deutlich kleiner. Dafür aber von der Seite. Wir kommen bei immer noch Sonnenschein aber Bft 5, Böen 6 in Kerteminde an. Mir graust schon vor dem Boxenmanöver. Der Wind hat auf West rückgedreht und alle Boxen liegen seitlich zum Wind. Wir gucken in unser schlaues Hafenmanöverbuch um Manöver mit Leinenunterstützung zu suchen. Ansonsten wird es mit der windempfindlichen Greenline schwierig. Es wird aber kein Manöver für kleine Crew beschrieben. Am nächsten kommt dem ein Manöver bei dem man den Luv-Dalben mit einer Vorspring belegt, sich mit dieser in die Box dreht und dabei zur Sicherung eine Mittelleine am Lee-Dalben ausbringt. Aber das mit einer Zweier-Crew? Puuhh, das wird schwer so schnell rumzuturnen und zwei Leinen parallel zu fieren. Entschluss: wir hoffen ersteinmal, dass wir ein Windloch erwischen und ohne Leineneinsatz reinkommen. Ansonsten sichern wir uns mit Vorspring oder Mittelleine quer vor dem Luv-Dalben und gucken in Ruhe wie wir in die Box kommen.

Am Ende kam es zum Glück anders:
Es war noch ein Platz zum seitlich anlegen gleich bei der Hafeneinfahrt frei. Seitlich anlegen kann ich auch bei Bft 6 mit geschlossenen Augen auf einem Bein rückwärts! Auch mit dieser Wind-Diva. Also umgefendert. Das war garnicht so einfach, weil Kreisen mit dem Segler Greenline bei starkem Wind im engen Hafen mal garnicht so einfach ist. Meine Frau ist fertig und ich gehe das Manöver an. Wir legen als erstes fast immer die Mittelleine aus in die ich denn eindampfe. Dann hat man alle Zeit der Welt die anderen Leinen zu belegen. Ich mag dasselbe Manöver nicht mit der Vorspring. Da muss man im Zweifel eher mal von Bord und das gefällt mir nicht. Wenn dann was schiefläuft und meine Frau am Steg die Leine los lassen muss bin ich eine 1-Mann-Crew an Bord.

Das Anlegen geht los. Der Wind kommt voll vom Steg. Ich fahre mit Autorität an und komme sehr gut seitlich mit weniger als halben Meter Abstand an den Steg. Problem: es gibt lediglich Ringe aber keine Klampen. Und die Ringe sind auch noch an ungünstigen Stellen. Nix Eindampfen in die Mittelleine. Bei Ringen ist das Belegen von Bord aus natürlich grundsätzlich schwieriger. Insbesondere wenn einen Bft 5 wieder wegtreiben und dadurch wenig Zeit bleibt. Ok, neuer Anlauf denke ich mir. Da kommt aber auf einmal Hilfe angesprinten und schnappt sich die vordere Leine die an der Reling hängt (gut wenn man vorbereitet ist). Er zieht die Leine als Vorleine, was sich wiederum nicht so gut ist. Mit einem Außenborder oder einer Doppelwelle oder vielleicht auch einem Segler mit großem Ruderblatt kann man sich vielleicht bei Bft 5 gegen den Wind rückwärts an den Steg ziehen. Mit einer Greenline aber definitiv nicht. So sind wir zwar vorne fest aber ich bekomme das Heck nicht an den Steg. Meine Frau wirft die Mittelleine zur helfenden Person. Auch damit bekommen wir das Boot nur ein kleines Stück gen Steg. Eindampfen darin geht nicht, weil sie so viel zu lang ist und vorne eine anderes Boot liegt. Aber immer hilft die Mittelleine soweit, dass mein Frau auch die Achterleine werfen kann. Damit zieht uns die helfende Hand endlich ran. Puuuhhh, das war anstrengend.

Manöverkritik beim Anlegeschluck: das Problem war, dass die helfende Hand die erste Leine als Vorleine statt Vorspring gelegt hat. Mit einer Vorspring hätte ich das Heck ohne Probleme an den Steg bekommen. Für die Zukunft merken: Wenn jemand hilft müssen wir im ein Zeichen geben, dass wir die Leine als Vorspring benötigen. Zudem sollten wir VOR dem Manöver gucken, ob Ringe oder Klampen am Steg sind.


Nach ca. 8,5 Stunden und ca. 53sm sind wir in Kerteminde angekommen (ca. weil ich das Tracking für die Wegstrecke zu spät gestartet habe ).




Bei windiger Sonne und Anlegeschlücken genießen wir den Abend auf unserem Boot. Natürlich wie immer achtern draußen bei ausgeklappter Terrasse. Der Hafen Kerteminde gefällt uns gut. Trotz seiner Größe von 700 Plätzen hat er sich irgendwie noch etwas familiäres erhalten. Zudem fahren viele Boote rein und raus und es gibt immer was zu gucken. Hach, Hafenflair.





Wir gucken uns noch die Preise vom Hafenrestaurant an und beschließen doch wieder selber zu kochen. Euro 30,- für Schnitzel Pommes ist dann doch ein wenig heftig. Insbesondere weil wir sehr schlechte Erfahrungen mit Dänischen Restaurants gesammelt haben und befürchteten dass es auch noch ein schlechtes Schnitzel sei. ;)
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Die Sonne scheint, wir sitzen auf dem Vorschiff mit Autopilot und genießen das Leben.
Den Satz lese ich jetzt zum zweiten mal. Was mir dabei einfällt, wie bekommst du auf dem Vorschiff mit, wenn die Ladekontrollleuchte bimmelt, weil der Keilriemen gerissen ist und der Motor keine Kühlung mehr bekommt oder wenn die Öldruckkontrolle angeht, weil ein Ölschlauch geplatzten ist oder der Bilgenpumpenalarm an geht, weil vielleicht was mit der Wellendichtung ist. Als SKS-Scheininhaber müßtest du wissen, das das fahrlässig ist, was du da machst.
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Zitat von schimi Beitrag anzeigen
Den Satz lese ich jetzt zum zweiten mal. Was mir dabei einfällt, wie bekommst du auf dem Vorschiff mit, wenn die Ladekontrollleuchte bimmelt, weil der Keilriemen gerissen ist und der Motor keine Kühlung mehr bekommt oder wenn die Öldruckkontrolle angeht, weil ein Ölschlauch geplatzten ist oder der Bilgenpumpenalarm an geht, weil vielleicht was mit der Wellendichtung ist. Als SKS-Scheininhaber müßtest du wissen, das das fahrlässig ist, was du da machst.
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Zitat:
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Bei "solchen" Seglern immer die Achterleine zu erst, dann kannst du mit Maschine und ggf Buggi randrücken.

Bei den kleineren Booten die ich hier in Hamburg fahre nehme ich auch immer die Achterleine zuerst. Aber wenn eine Mittelklampe vorhanden ist funktioniert die meiner bescheidenen Erfahrung nach zum "ranziehen" und am Steg bleiben besser beim eindampfen. Vor allem bei ordentlich Wind.



Das habe ich mir in Venedig bei den Passagierfähren abgeguckt. Die Dampfen auch immer in die Mittelleine ein beim Anlegen.
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Zitat:
Zitat von Tuuut Beitrag anzeigen
Bei den kleineren Booten die ich hier in Hamburg fahre nehme ich auch immer die Achterleine zuerst. Aber wenn eine Mittelklampe vorhanden ist funktioniert die meiner bescheidenen Erfahrung nach zum "ranziehen" und am Steg bleiben besser beim eindampfen. Vor allem bei ordentlich Wind.



Das habe ich mir in Venedig bei den Passagierfähren abgeguckt. Die Dampfen auch immer in die Mittelleine ein beim Anlegen.
Ja und nein, wenn auf dem Steg ein passendes Gegenstück vorhanden ist ja.

Aber ich nehme bei meinem 10m Segler (hoher Aufbau, wenig Tiefgang) immer die Achterleine mit auf den Steg, während meine Frau das Manöver fährt. Das hat sich übrigens auch bewährt, da ich ggf. den größeren Schritt machen kann und mehr Kraft zum ranziehen habe
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Zitat:
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Den Satz lese ich jetzt zum zweiten mal. Was mir dabei einfällt, wie bekommst du auf dem Vorschiff mit, wenn die Ladekontrollleuchte bimmelt, weil der Keilriemen gerissen ist und der Motor keine Kühlung mehr bekommt oder wenn die Öldruckkontrolle angeht, weil ein Ölschlauch geplatzten ist oder der Bilgenpumpenalarm an geht, weil vielleicht was mit der Wellendichtung ist. Als SKS-Scheininhaber müßtest du wissen, das das fahrlässig ist, was du da machst.



Du hast recht, dass es Innen sicherer wäre, da man mehr Kontrolle über das Bootsleben hat. Das ist ein kalkuliertes Risiko was wir eingehen. Am Ende will man ja auch noch Spaß haben. Alarme würden wir hören, da wir alle Fenster auf haben. Aber einen Öldruckabfall ohne Alarm bekommen wir vorne natürlich nicht mit. Ich gehe alle halbe Stude ans Ruder und gucke ob alles ok ist. Das muss reichen.
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Noch als Idee, habe ich auch schon gemacht.

Wenn die Vorleine dran ist und man mit der Nase im Wind hängt, Vorspring ausbringen. hart Ruder, Vorwärtgang und Vorleine lose geben. Dann dampft man wunderbar ein und kann die Achterleine macht. Beim Manöver liegt immer in der Ruhe die Kraft.
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