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Selbstbauer von neuen Booten und solche die es werden wollen.

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  #41  
Alt 12.06.2008, 00:11
Water Water ist offline
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Zitat:
Zitat von glumpo Beitrag anzeigen
Hallo Water,
ich bin gerade dabei Deinen tollen Baubericht durchzulesen
und habe eine Lücke entdeckt.
Mir fehlt die Stelle wo die Sicken, Stringer oder wie die auch heißen, in den Kern eingebaut werden, bzw in die erste Negativform
In der ersten Abformung sind ja keine drin
Und genau diese Ausführung würde mich sehr interessieren

ANsonsten super Bericht, wenn meine Frau die Scheidung einreicht wirst Du als Verursacher mit angegeben
Du hast vollkommen Recht!

Im ersten Teil des Berichts habe eine kleinere Form beschrieben, von der ich noch Bilder vom Positivkern hatte. Im Laufe des Berichts habe ich aber darauf hingewiesen, dass ich nun Bilder von einer meiner anderen Formen einstelle, da ich hiervon mehr Bilder habe, die ich für Erklärungszwecke brauche.

Wie baut man solche Längsstringer ein?

Die werden als quasi Dreiecksleisten auf dem Positivkern angebracht, eingespachtelt und mit syrolbeständigem Spitzfüller überzogen, bevor die Negativform abgezogen wird.

Übrigens: Danke für Dein Interesse für meine Ausführungen.

Gruß Walter
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  #42  
Alt 12.06.2008, 07:05
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Hallo Water

Dickes Danke für Deinen tollen Beitrag, bitte weitermachen.
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Die Hunde bellen aber die Karawane zieht weiter.
Gruß Herbert
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  #43  
Alt 12.06.2008, 16:47
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Zitat:
Zitat von Water Beitrag anzeigen
Wenig Interessierte.

Meint Ihr, ich soll weiterschreiben?

Gruß Walter
Moin,

schau dir mal die Bewertung zu deinem Thema an, das sagt doch schon alles.

Gruß
Kalli
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  #44  
Alt 12.06.2008, 19:34
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Hallo Walter, da ich selber gerne an Booten rumbastel verfolge ich Deine Bericht sehr intressiert!

Glumpo hat es ja schon geschrieben wenn unsere Frauen uns verlassen....bist DUUUUU schuld

Nee im Ernst, habe schon gewusst wie so ein Boot entsteht, aber so genau und SUPER beschrieben/bebildert,wie Du es machst.

Also bitte weiter so, und sei froh, das Köln nicht um die Ecke von Neu-Ulm
liegt

Gruß Harald

PS: @ Goran, wenn`s Dich erwischt hat, melde Dich bitte bei mir!
Dann machen wir ein gemeinsames Projekt
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  #45  
Alt 12.06.2008, 19:43
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Fortsetzung

Als nächstes bauen wir jetzt eine kontruktive Aussteifung in den Bootsboden (Lauffläche, die mit dem Wasser Kontakt hat) ein.

Ich könnte jetzt natürlich noch jede Menge Polyestermaterial auf der Lauffläche (innen) einbringen, aber das macht keinen Sinn. Dann würde das Boot zu schwer werden.

Ich bediene mich einer Sandwichbauweise, die bei geringem Gewicht eine enorme Stabilität bringt. So etwas wird auch bei Rennbooten eingebaut, die leicht sein müssen.

Wenn ein Kern, der Polyesterlagen auf Distanz bringt, beidseitig von Polyestermaterial umgeben ist, wird das Polyesterlaminat in der Biegung eigentlich nicht auf Biegung, sondern auf Zug belastet. In der Zugbelastung ist das Material erheblich höher zu belasten, als in der Belastung auf Biegung.

Stellt Euch mal vor, Ihr habt ein Blatt Papier in der Hand. Das könnt Ihr problemlos biegen, aber versucht es einmal an den Längsseiten einzuspannen und es auseinander zu reißen. Da sind schon enorme Kräfte erforderlich.

Gut, kommen wir zu meiner Verstärkung zurück.

Ich baue einen 3/8 Zoll Balsahirnholzkern ein.

Was sind 3/8 Zoll?

Ein Zoll ist 2,54 cm groß. Man kann jetzt rechnen: 2,54 durch 8 mal 3 gleich 0,95 cm, also nicht ganz einen Zentimeter dick.

Was ist Balsahirnholz?

Was Balsaholz ist, wisst Ihr (sehr leicht).

Beim Balsahirnholz stehen die Fasern senkrecht und sind deshalb enorm druckstabil. Dieses Balsahirnholz gibt es in Platten in verschiedenen Dicken. Es sind praktisch "kleine Holzklötzchen oder-plättchen", die nebeneinanderliegen liegen bzw. angeordnet sind. Das macht die Platte in sich beweglich, so dass man sie auch an Rundungen anpassen kann.

Damit man es nicht mit einem Puzzlespiel zu tun hat, sind diese Balsahirnholzplatten mit einem feinen Gewebe überzogen, die einen Zusammenhalt der Einzelteile gewährleisten.

Dieser Balsahirnholzkern muss jetzt "nass" eingebaut werden.

Ich laminiere dann zunächst innen auf der Lauffläche eine weitere 450 Gramm-Matte auf, um von unten für das Balsahirnholz eine gewisse Restfeuchte zu haben, die in Bezug auf die Klebwirkung des Harzes eine dauerhafte Verbindung ermöglicht.

Dann laminiere ich auf diesen Balsahirnholzkern noch einmal

-1- 450 Gramm Matte
-1- 670 Gramm Roving und
-1- 450 Gramm Matte

auf und lasse das Ganze trocknen.

Das sieht dann so aus, wie auf den nächsten Bildern.

Fortsetzung folgt.
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  #46  
Alt 12.06.2008, 19:55
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Audiot_8p Audiot_8p ist offline
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Hallo Walter,
hast du eine Bezugsquelle für das Balsahirnholz?

Gruss
Grd
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Gruss Gerd
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  #47  
Alt 12.06.2008, 20:04
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Fortsetzung

Als nächstes bauen wir dann die Unterkontruktion für den doppelten Boden ein.

Wofür brauchen wir einen doppelten Boden?
Wir wollen ja nicht in der Schräge stehen, sondern einen ebenen Boden haben. Außerdem dient der doppelte Boden dafür, das Boot unsinkbar zu machen.

In diesem doppelten Boden sind mehrere in sich abgeschlossene Kammern eingebaut, die dafür sorgen, dass das Boot nicht untergehen kann.

Man könnte sogar auf ein Riff auflaufen, eine Kammer läuft voll, aber das Boot bleibt schwimmfähig, sprich manöverierbar.

Die Unterkonstruktion bauen wir praktisch aus einer Holzkiste, die vorne und hinten abgeschottet ist.

Das Holz, 10 mm AW 100 (wasserfest verleimtes Bootssperrholz) wird in der Schräge, nachdem es angepasst ist, aufgesetzt und ausgerichtet.

Man fixiert es jetzt zunächst einmal mit Glasfaserspachtel, damit es nicht verrutschen kann und man eine "satte" Auflage der Unterkonstruktion in der Schräge hat, die auch eine entsprechende Druckbelastung aufnehmen kann.

Nun wird diese Unterkontruktion mit -2- Matten a 450 Gramm festlaminiert.

Nun wollen wir die Bodenplatte einbauen. Das setzt voraus, dass wir passgenau das Holz für die Bodenplatte schneiden.

Man kann sich eine Latte nehmen und fixiert dort einen Stift an einem Ende, weil wir innen im Bootsrumpf etwas abzeichnen müssen, um die Abwicklung für den gekrümmten Schnitt zu erhalten.

Das geht recht einfach, weil wir zuvor beim Einbau die Unterkontruktion des Bodens mit der Wasserwaage ausgerichtet hatten.

Wir schneiden nun die Bodenplatten zu.

Das Holz, was wir dafür nehmen, ist 12 mm dick und auch wasserfest verleimtes Bootssperrholz in der Spezifikation AW 100.

Selbstverständlich könnte man, um weiteres Gewicht zu sparen, auch an statt dieser Holzplatte, die ja auch etwas wiegt, Balsahirnholz z.B. in 5/8 Zoll nehmen, was wir beidseitig vorher im Vakuuminjektionsverfahren mit -2- Kohlefasermatten (beidseitig) überzogen hätten. Der Boden wäre dann federleicht und genau stabil, wie eine 12 mm Holzplatte.

Alles ist eine Frage des Preises und der Prioritäten, die man setzt.

Kommen wir wieder zu unserer 12 mm Holzplatte zurück. Die haben wir jetzt zurecht geschnitten haben und passen sie in mehreren Stücken ein.

Bevor wir die Holzplatte auf auf der festlaminierten Unterkontruktion mit versenkbaren Edelstahlschrauben befestigen, tragen wir auf den Rand der Unterkontruktion Silikon oder Sikaflex auf, um erstens die Kammern abzudichten und zweitens einen Bootsboden zu haben, der nicht "qietscht" und "ächzt".

Ich hasse nichts mehr als Boote, die sich während der Fahrt so anhören, als wenn sie gleich auseinander fallen würden.

Das tun sie sicherlich nicht, aber die Geräusche, die sonst auftreten, sind nicht schön und auch für den Laien gewöhnungsbedürftig.

Man darf nicht vergessen, dass sich Boote durch die bei der Fahrt auftretenden Torsionskräfte in sich bewegen.

Unsere Bodenplatten haben wir jetzt in dauerelastischer Dichtungsmasse gelagert an der Unterkonstruktion verschraubt.

Jetzt schließen wir die Lücken der Holzplatten zum Bootsrumpf hin mit Glasfaserspachtel und haben eine schöne ebene Fläche.

Die Bodenplatte wird dann mit -2- 450 Gramm-Matten überlaminiert und von oben absolut wasserfest. Im Randbereich laminieren wir außerdem noch einmal -2- Streifen a 450 gr. auf.

Jetzt gibt es wieder Bilder.

Gruß Walter

Fortsetzung folgt.
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  #48  
Alt 12.06.2008, 20:22
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Zitat:
Zitat von Audiot_8p Beitrag anzeigen
Hallo Walter,
hast du eine Bezugsquelle für das Balsahirnholz?

Gruss
Grd
Das Material hatte ich von der

Fa. Hermann Terhell & Co GmbH
Kattrepelsbrücke 1
20095 Hamburg

bezogen.

Gruß Walter
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  #49  
Alt 12.06.2008, 21:01
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Fortsetzung

Wir bauen jetzt einen Wasserskikasten in den doppelten Boden ein, der auch groß genug ist, um neben den Wasserski, Schwimmwesten, Wasserskiwesten, Neoprenanzug auch Wasserskileine und Anker aufzunehmen.

Der doppelte Boden ist zunächst einmal geschlossen.

Wenn ich jetzt nur wüsste, wo die Unterkonstruktion ist?

Ah, kein Problem! Als ich den doppelten Boden vorher verschraubt hatte, hatte ich mir ja Markierungen auf der Holzplatte gemacht, um beim Befestigen der Bodenplatte "nicht ins Leere" zu bohren, oder zu schrauben.

Ich erinnere mich zufällig daran, dass meine Unterkonstruktion aus 10 mm AW 100 besteht, die mit 2 mal 450 Gramm Glasfasermatte festlaminiert wurde.

Klar, das ist die Lösung! Also 5 mm plus 2 mal 0,8 mm für die Materialstärke des Polyesters und schon kannst Du Dir Deinen Ausschnitt aufzeichnen. Ich berücksichtige die halbe Bohrerbreite und markiere aufzubohrende Stellen, die ich mittig mit einem Stahllineal miteinander verbinde.

Nun weiß ich, wo ich was auf der Fläche rausschneiden muss.

Ich bohre meine Löcher an den Eckpunkten, die groß genug sind, dass das Sägeblatt einer Stichsäge durch passt. Ich sage mal 8 mm.

Anschließend säge ich das entsprechende Bodenstück sauber aus, weil ich keinen, oder so wenig wie möglich Abfall (Materialverlust) will. Ich will das ausgesägte Stück einer weiteren bestimmungsgemäßen Verwendung als Abdeckung für den Wasserskikasten zuführen.

Wir wollen ja schließlich sinnvoll mit dem Budget und den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen.

Hinweis: Hätte ich fast vergessen. Da ich vorher schon wusste, dass ich später einen Wasserskikasten einbauen will, habe ich schon vor Verschließen des doppelten Bodens den wasserfesten Teppichboden eingebracht. Hätte ich sicherlich auch später einbringen können, aber egal.

So, der Wasserskikasten ist auch hergestellt und die Abdeckung bleibt mir erhalten.

Ich baue anschließend einen Wechselrahmen ein und lege die rausgeschnittene spätere Abdeckplatte wieder auf.

Jetzt gibt es wieder Bilder.

Gruß Walter

Fortsetzung folgt.
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  #50  
Alt 12.06.2008, 21:10
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Da ist jeder Roman ein Sch..dreck gegen die Story hier

Das macht echt Spaß ist ja fast wie ne Betriebsführung bei Audi.

Bin schon Threadabhängig und alle 5 min. wird die Seite aufgefrischt

Gerd
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  #51  
Alt 12.06.2008, 21:20
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Sind aber LAAAAAANGE 5 Minuten

Ich überlege schon wie ich´s mit der Halle gebacken bekomme

Aber da habe ich nicht genügend Platz

Walter bitte, bitte weiter.

Gruß Harald
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  #52  
Alt 12.06.2008, 21:30
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Hallo Leute!

Wie Ihr seht, ist im Unterwasserteil der letzte Teil des Bootsbodens ausgespart worden.

Das hat einen ganz besonderen Grund. Es hängt damit zusammen, dass am Heck noch eine Konsole für die Aufnahme eines Außenborders angebracht wird. Diese Konsole wird auch am Heck von innen festlaminiert und bildet dann mit dem Rumpf eine Einheit.

Über diesem offenen Raum in der Unterschale wird später eine Rücksitzbank sein, die getragen wird von einem Untergestell aus Holzträgern. Zudem wird der Raum benötigt zum Einbau eines Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von 209 L.

Im Gegensatz zu anderen halte ich nicht viel davon, den Tank vorne im Bug zu integrieren, weil sich das ungünstig auf das Fahrverhalten im Sinne der Momentenrechnung auswirkt.

Beim Tank geht es nicht nur um das eigentliche Gewicht des Tanks mit Füllmenge, sondern auch darum, wo der sitzt in Bezug auf den Lateralschwerpunkt.

Ein Boot ist vorne im Regelfall stärker aufgekimmt, als im Heckbereich.

Wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, dass der Edelstahlstank ein Eigengewicht von 23 Kg hat und eine Füllmenge von 200 L, die wir auf Grund der spezifischen Dichte von Benzin mit einem Gewicht von 140 Kg ansetzen können, würden wir bei einem Gesamtgewicht von 23 + 140 = 163 kg ein Moment von 163 x 5 = 815 Kp im Bugbereich erzeugen, wenn wir den Tank dort plazieren würden.

Mit diesem Moment von 815 Kp würde der Bug während der Gleitfahrt ins Wasser gedrückt, was sich kontraproduktiv in Bezug auf eine beabsichtigte gute Gleitfahrt auswirken würde.

Mithin würde die erzielbare Höchstgeschwindigkeit deutlich reduziert.

Aus diesem Grunde ziehe ich es vor, notwendige Gewichte im Sinne einer Momentenrechnung dort unterzubringen, wo sie am unschädlichsten in Bezug auf das angestrebte Fahrverhalten untergebracht werden können.

Ergänzen möchte ich aber noch, dass man den Tank nicht unbedingt im Heck einbauen muss. Es hängt letztlich mit den insgesamt eingebauten Komponenten und dem Auftriebsverhalten des Hecks zusammen. Wenn man im Heck einen schweren Motor hat, kann es durchaus auch sinnvoll sein, wegen der Trimmlage den Tank vorne einzubauen. Bei meinem Boot ist es jetzt zufällig so, dass der Tank tatsächlich hinten am besten untergebracht ist.

Gruß Walter

Fortsetzung folgt
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  #53  
Alt 13.06.2008, 18:29
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Hallo an Alle, dachte ich kann ein-zwei Seiten nachlesen aber da is ja nichts zum nachlesen

Gruß Harald
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  #54  
Alt 13.06.2008, 18:37
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Ich wollte mal abwarten, ob überhaupt noch Interesse besteht.

Ich schreibe jetzt wieder weiter.

Gruß Walter
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  #55  
Alt 13.06.2008, 18:50
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Ölfinger Ölfinger ist offline
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Jetzt muss ich doch mal eine Kritik loswerden:

Man kann ja gar nicht Querlesen

Dazu ist das viel zu fesselnd, interessant und auch noch gut geschrieben!!!

Ich wusste garnicht,das ich SOVIEL nicht weiss!
Danke für diesen geilen Thread (irgendwas hatte ich ja geahnt, bei meiner PN)
__________________
Gruss Konny

Das schwierige daran zu tun was man will,
ist es erstmal zu wissen was man will.
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  #56  
Alt 13.06.2008, 18:58
Konteradmiral Konteradmiral ist offline
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Ich finde das auch sehr informativ hier !

Vor allem so die kleinen Tipps aus der Praxis, wie das wasserlösliche Trennwachs, den Trennvorgang selbst, dann die Ösen zum rausheben.

Eben die Sachen die aus der Erfahrung resultieren und die sich der angehende Selbstbauer ansonsten meist mühsam und teuer selbst erarbeiten muß !

Von mir aus auch bitte weitermachen !
__________________
Beste Grüße - Hans

Ohne Moos, nix los...
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  #57  
Alt 13.06.2008, 19:05
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Zitat:
Zitat von Water Beitrag anzeigen
Ich wollte mal abwarten, ob überhaupt noch Interesse besteht.

Ich schreibe jetzt wieder weiter.

Gruß Walter
Walter, Du weißt doch zu was Süchtige alles in der Lage sind.

Also schreibe lieber weiter

Gruß Harald
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  #58  
Alt 13.06.2008, 19:08
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Fortsetzung

Jetzt bauen wir den sogenannten Heckspiegel ein. Der ist erforderlich, um die Heckpartie, die noch den Motor aufnehmen muss, auszusteifen.

Wenn die Heckpartie nur unzureichend ausgesteift wäre, könnte ein starker Motor während der Fahrt die Heckpartie rausreißen.

Das Boot ginge dann auf der Stelle unter, und das wollen wir ja nicht.

Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, kein Boot überzumotorisieren, weil die Kräfte, die im Hebelansatz wirken, gewaltig sind.

Jetzt könnte man natürlich die Heckpartie mit einer durchgehenden dicken Holzplatte verstärken, was sich aber wieder negativ auf das Gewicht des Bootes auswirkt und zudem auch an Stellen Verstärkungen vorhanden wären, wo sie garnicht erforderlich sind.

Auch hier bediene ich mich einer sehr leichten Sandwichbauweise und verstärke auch nur da den Heckspiegel, wo es auch tatsächlich erforderlich ist.

Ich laminiere mehrere Holzplatten aufeinander und erhalte so einen dicken Balken bzw. Träger, der etwa 13 cm dick ist.

Warum setze ich keinen dicken Träger ein, was schneller gehen würde?

Ich will Gewicht sparen, aber trotzdem eine außerordentliche Stabilität haben.

Ich benutze 10 bis 12 mm starke Bretter, die ich aufeinander setze. Zwischen jede Lage kommt eine Lage eine Lage Glasfaser. Dies bewirkt letztlich, dass der Balken in der Biegung die Glasfasermatten auf Zug belastet.

Damit schaffe ich einen Balken im Sinne eines Widerlagers, der mehreren Tonnen Zug standhält.

Jetzt gibt es wieder Bilder

Fortsetzung folgt.

Gruß Walter
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  #59  
Alt 13.06.2008, 19:51
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Ohne Worte - RESPEKT !!!
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Alt 13.06.2008, 20:10
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Als nächstes bauen wir dann mit der Negativform der Motorkonsole ein Fertigteil.

Die Konsole wird 2 x mit Trennwachs gewachst und nach jedem Wachsauftrag poliert, bis sie glänzt.

Zuerst wird die Gelcoat mit dem Kompressor eingebracht. Gleiches Mischungsverhältnis. Wir bleiben bei 2 % Härter.

Die Gelcoat muss jetzt 12 Stunden etwa trocknen.

12 Stunden später bringe ich wieder die erste Lage, eine 225 gr.-Matte, auf. Entlüften nicht vergessen!

Die muss auch wieder 12 Stunden trocknen.

Weitere 12 Sunden später wird der Laminataufbau in die Konsole eingebracht.

450 gr. Matte
450 gr. Matte
670 gr. Roving
450 gr. Matte
670 gr. Roving
450 gr. Matte
670 gr. Roving
450 gr. Matte

Ich laminiere nass in nass und entlüfte jede Lage einzeln.
Die Konsole kann nun trocknen. Am nächsten Tag werde ich entformen.

Nächster Tag

Ich schneide das überstehende Laminat am Formenrand ab und setze wieder Keile aus Hartholz ein, um das Fertigteil aus der Form zu holen.
Zwischendurch höre ich wieder ein Knistern, was mir sagt, dass das Fertigteil im Begriff ist, sich aus der Form zu lösen.

Ich fülle wieder etwas Wasser in die Spalte, die ich mit den Keilen hergestellt habe und lasse das Wasser für mich arbeiten.

Nach einigen Minuten höre ich wieder das "Plopp". Das Fertigteil schwimmt in der Konsole.

Ich entnehme es der Konsole und beginne die Fläche, die zum Bootsheck kommt, mit dem Bandschleifer plan zu schleifen.

Ich benutze eine 40er Körnung auf dem Bandschleifer.

Mit einem Stahllineal oder einer Wasserwaage überprüfe ich, ob die Fläche plan ist.

Es gibt wieder Bilder.

Fortsetzung folgt

Gruß Walter
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