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Selbstbauer von neuen Booten und solche die es werden wollen.

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  #1  
Alt 20.09.2009, 11:07
roland330 roland330 ist offline
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Standard Dimensionierungsfragen, Auslegung

Hi Jungs & Mädels, ich brauche eure Hilfe!

Ich bin leidenschaftlicher Modellbauer, kann auch schon auf eine gewisse
Flotte an Modellbooten rückblicken, und mir schwebt schon seit längerem
eine Idee vor. Nur an der Umsetzung happerts.

Ich möchte mich mal an einem etwas größeren Modell probieren, in
Richtung 3,5m Länge - und zwar nicht nur als reines RC-Modell, sondern zur
Not auch mit Sitz drinnen damit eine Person mitfahren kann
(z.B. ich selbst *g*).

Rein von der technischen Seite her habe ich es im Griff, aber was den
Rumpf angeht, von den Belastungen wenn eine 75kg Person einsteigt und
platznimmt, habe ich ein bisschen Schiss... da es mir hier noch an
Erfahrung fehlt.

Wie könnte man so einen Rumpf materialtechnisch aufbauen? Er soll
einerseits leicht sein (man muss den Kahn ja auch tragen können / in 2
Teilen versteht sich) und der Antrieb hat ja auch nicht unendlich viel
Leistung), zum anderen so stabil wie möglich und nötig.

Meine Ideen wären da Sandwitch bauweise mit verschiedenen Hölzern wo ich z.B.
eine Grundplatte habe, darauf eine Fachwerk aus Leisten verklebt, und
darauf wieder eine Platte?

Oder eine Art Cockpit aus Rohren, welches man in einen Holz-Rumpf
einbaut (quasi eine Zelle welche hoch belastet werden kann, und die Kraft
gleichmäßig in den Leitbau-Rumpf einleitet) ...

Ich glaube das ihr - als Schiffs-Selberbauer - hier mehr Erfahrung und
Gefühl für die Dimensionierung mitbringt, als ein Modellbauer...

Würde mich wirklich freuen, wenn ihr mich mit Ideen überschütten würdet,
wenn es auch nur Denkansätze sind, an die ich vielleicht im Moment noch
gar nicht denke, zumahl ja das Rad nicht neu erfunden werden soll...

LG.
Roland
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  #2  
Alt 20.09.2009, 12:30
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virtulex virtulex ist offline
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Hallo Roland

Wenn du ein Boot baust, dass 350cm lang und ca. 120cm breit ist, kannst du das Volumen und damit auch die Verdrängung ausrechnen. Bei der Grösse von Boot wird es mit einer Person von 80 Kg ca. 2-3cm weiter ins Wasser eintauchen. Also kein Problem.

Wichtiger ist natürlich dass das Boot stabil genug ist und
A) die Kräfte aufnehmen kann, die durch die Person entstehen die drin sitzt.
B) der Unterboden die Kräfte die bei der Fahrt entstehen aufnehmen kann.

Das Netz ist voll von Bauplänen. Speednimbus z.B. nimmt z.T. Baupläne aus dem Modellbaubereich und rechnet diese hoch. Ich bin den umgekehrten Weg gegangen.

Am einfachsten wird es mit Sperrholz gehen, evtl. anschliessend aussen mit Glas verstärkt. Hier im Forum findest du genügend infos die du befolgen solltest... einfach lesen!

Gruss und viel Spass
virtulex
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  #3  
Alt 20.09.2009, 12:47
roland330 roland330 ist offline
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Hi virtulex,

danke für dein rasche Antwort, ich bin hier schon länger im Forum unterwegs,
und weiß wie viel Wissen hier steht, aber genau das ist mein Problem, was
ist für genau meinen Fall das Optimum (oder zumindest für nen ersten
Versuch brauchbar)?

Hab auch schon mit dem Gedanken gespielt, einen Rumpf ganz
modellbauer-like mit Spanten und Gurten aufzubauen, dann außen beplanken,
anschließend außen laminieren, dann innen ausräumen (ev. Versteifungen
einbauen) und von innen ebenfalls rauslaminieren...

Bloß mit welcher Holzstärke könnte das in Summe eine brauchbare Lösung
bringen? Welches Sperrholz, ich hab so ein "leichtsperrholz" wird bei uns
auch als Pallelsperrholz verkauft, welches innen eine weiche Schicht hat,
und dadurch auch sehr leicht ist... bekommt man richtiges
(mehrschichtverleimtes) Sperrholz im Baumarkt überhaupt noch?

Wo kauft man sowas am besten ein wenn man naja, dann doch ein paar
Platten benötigt? Wie macht ihr das?

Breit bin ich begrenzt mit 1050mm, mehr gibt mein Touring nicht her,
und darinnen soll es Platz haben, das ist der Gundgedanke.

Der Rumpf wird schön breit und flach (leichtes V), einen Gedanken von
dem was mir vorschwebt zu verkleinern findet ihr hier...

LG. Roland
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  #4  
Alt 20.09.2009, 17:05
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virtulex virtulex ist offline
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Sperrholz mindestens 6mm für die Hülle, für den Boden besser 8mm je nach Motorisierung. Sperrholz nur wasserfest verleimtes AW100 sonst schwimmen dir die Spanten bei der Jungfernfahrt davon

Das Boot das ich in einem anderen Tread baue, hat auch eine Beplankung von 6 mm und 8mm am Boden. Wenn es fertig ist sollte es einen Motor mit 50-60 PS tragen können und auch nicht auseinanderfallen!

Am besten ist natürlich z.B. Mahagoni schichtverleimt und GL zertifiziert. Geht aber auch Okume/Gabun oder so. Um so schlechter das Holz ist, desto kürzer die Lebenserwartung. Im schlimmsten Fall wenige Stunden. Wer bei manntragenden Booten beim Holz spart, spart am falschen Ort. Ueberleg mal, wie viel Zeit du investieren musst, bis so ein Konstrukt fertig ist... 400 Stunden oder 500 Stunden, bei einem Stundensatz von nur EUR 10.00 = 5'000 Euronen und beim Holz wollen viele Sparen, wohlgemerkt EUR 150.00!!! Steht doch in keiner Relation...

Sperrholz kaufst du am besten nicht im Baumarkt, gibts im lokalen Holzhandel günstiger und in beserer Qualität.

Wenn es nur ein Modell ist, spielt das aber wieder keine grosse Rolle, weil das Boot erstens nicht immer im Wasser ist und auch keine Lebenserwartung von 20 Jahren haben muss. Wenn es nicht manntragend ist, spielts auch keine so grosse Rolle wenns "absäuft". Dann kann man getrost auf 4mm Sperrholz gehen.

Zitat:
Breit bin ich begrenzt mit 1050mm, mehr gibt mein Touring nicht her,
und darinnen soll es Platz haben, das ist der Gundgedanke.
Und 3.5m lang, hast du einen steched Touring?

Gruss
virtulex
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  #5  
Alt 20.09.2009, 19:31
roland330 roland330 ist offline
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Der Kahn soll in Modulbauweise gebaut werden, sprich der Rumpf 2 geteilt
in seiner Länge, alle Aufbauten steck/klemmbar/abnehmbar...

So sollte es ich auf eine Ladelänge von 1,9m und eine Höhe von 71cm
eigentlich ausgehen, so wie der abgebildete Rumpf hier von seinen
Proportionen ist... (hab ich soweit im CAD schon ermittelt)...

So, nun gehts mal ans konstruktive, das Boot wird bei mir maximal Stundenweise im Wasser sein, eben bei unsren Meetings oder gemütlichen
Bootsnachmittagen, somit ist die Anforderung nicht dermaßen.
Mir geht es in erster Linie dass es hält, wenn man ein- und aussteigt,
hier kommen meines Erachstens die größten Kräfte drauf...

Ein sinnvoller Verschluß für meinen 2 geteilten Rumpf fehlt mir auch noch...
muss ich mal mit einem Modellkollegen reden, was er für Materialwahl
vorschlägt...

LG. Roland...
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  #6  
Alt 20.09.2009, 20:57
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virtulex virtulex ist offline
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Na gut, ich hätte Angst in so einem Rumpf zu sitzen, wenn da alles nur gesteckt ist, aber vermutlich bin da ja kein Masstab!

Die grösste Belastung wird vermutlich nicht nur beim ein- und aussteigen auftreten, sondern auch wenn das Ding in Fahrt ist. Vergiss nicht, dass du bemannt bestimmt 150Kg Wasser verdrängst und dass dir unter umständen Wellen entgegen schlagen. D.h. ich würde mal davon ausgehen, dass die Hülle 300Kg plus entsprechender Sicherheit standhalten muss. Ich bin aber sicher, dass man das genau berechnen kann... wenn man weiss wie!

Die Geschichte mit Glasfaser ist sicher gut, wenn die Faserrichtung stimmt und fehlerfrei laminiert wurde, aber das weisst du als Modellbauer ja bestimmt. Höchste Festigkeit bei geringstem Gewicht kriegt man nur im Autoklaven, aber ich nehme an, dass du keinen hast.

Gruss
virtulex
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  #7  
Alt 21.09.2009, 00:16
Sqwan Sqwan ist offline
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Was die verbindung angeht: Es gibt so gfk-profile... die sind schon bei extremer dünner sehr stabil. Ein entsprechendes profil trägt dich locker. Das köntest du denn als steckverbindung machen oder so.

Ich denke mit diesen profilen kriegt du auch den fahrgastraum stabil.
^^ was der spaß kostet weiß ich leider nicht...
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  #8  
Alt 21.09.2009, 13:50
roland330 roland330 ist offline
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Hi, danke für euer Antworten, also ich denke, das das Material
von manchen Modellschiffen gar nicht so übel ist, wobei es ja
gar nicht für so eine Belastung ausgelegt ist... aber seht selbst,
ein Foto von einem Freund... hab ich zufällig gefunden...

LG. Roland
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  #9  
Alt 21.09.2009, 14:23
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AC_Olli AC_Olli ist offline
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Hallo Roland,

ich würde die Rumpfsegmente aus GFK bauen. Bei mir ist es etwa 3 mm dickes Laminat.
Die Festigkeit wirst Du über Stringer und Spanten in den Rumpf bringen. Das sollte kunktionieren.

Beim Bau meienes Tri's habe ich drei Lagen Glasfasergelege a 1400 gr genommen.
Bei einer länge von 4,9 m konnt ich den Rumpf am Bug und Heck aufbocken, und mich in der mitte mit 110 KG reinstellen. Zu der Zeit wahren noch keine versteifende Eibauten im Rumpf. Hier bei hatte ich nur eine Punktbelastung an den Auflagern. Im Wasser hast du aber eine Flächenlast.

Das ganze ist Fester als mann denkt.

Hier einige Bilder

Viele Grüße

Olli
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  #10  
Alt 21.09.2009, 14:26
roland330 roland330 ist offline
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Hi Olli,

super Aufbau, wie schwer ist so ein schwimmer ohne Einrichtung denn bei dir
geworden? Das schaut schon so ähnlich aus wie ich mir das vorstelle...

Meinst bekomm ich hier vielleicht noch ein paar Tips

LG. Roland
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  #11  
Alt 21.09.2009, 14:33
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AC_Olli AC_Olli ist offline
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Hallo Roland,

die Seitenschwimmer hatten ohne Deck und Versteifungen so ca 15 Kg der Hauptrumpf hatte wohl so ca. 30 Kg.

Ich muste aber ja auch ganz andere Lasten beim Segelbetrieb aufnehmen.

Bei mir ist das Deck recht schwer geworden und die Aufnahme der Ausleger, weil hier die Kräfte aufgenommen werden.

Mit dem GFK hat das echt prima geklappt.

Wenn du noch fragen haben solltest, melde dich einfach.

Viele Grüße

Olli
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