boote-forum.de - Das Forum rund um Boote

Zurück   > >

Yachten und Festlieger Spezielles Forum für grössere Boote (nicht trailerbar) und dauerhaft festgemachte Hausboote.

Antwort
Nächste Seite - Ergebnis 21 bis 40 von 68
 
Themen-Optionen
  #1  
Alt 22.09.2019, 19:17
toytuu toytuu ist offline
Cadet
 
Registriert seit: 04.11.2007
Ort: Oldenburg
Beiträge: 19
Boot: auf der Suche nach einem Stahlverdränger
0 Danke in 0 Beiträgen
Standard Holländischer Stahlverdränger-wie seetüchtig-?

Hallo zusammen,

Ich wende mich heute an euch um an eurem Schwarmwissen teilzuhaben. In einem anderen Posting hatte ich bereits erwähnt, dass ich plane mir einen holländischen Stahlverdränger zukaufen. Das Boot soll so ca. 9-10,50 m lang sein. In der Regel haben diese Boote ein Maschine mit 50-70 PS. Mein bevorzugtes Fahrgebiet sollen Flüsse und Kanäle sein. Da ich aber in Oldenburg wohne, und die Nordsee nicht weit weg ist, wird es mich mit Sicherheit wieder in mein altes Revier ziehen. Damals gab es nichts Schöneres als durch das Wattenmeer von Insel zu Insel zu segeln. Das würde ich sicherlich gerne auch wieder machen.

Was meint ihr ist das leichtsinnig? Sind die Boote überhaupt dafür geeignet?. Mein Gefühl sagt mir, dass wenn man bei moderaten Winden unterwegs ist, sollte das überhaupt gar kein Problem sein. Aber auch Gefühle können täuschen. Ich bin gespannt was ihr dazu sagt.

Gruß aus Oldenburg
Mit Zitat antworten top
Anzeige (wird nach Anmeldung ausgeblendet)
  #2  
Alt 22.09.2019, 19:26
Benutzerbild von schimi
schimi schimi ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 11.04.2012
Beiträge: 4.130
5.711 Danke in 2.601 Beiträgen
Standard

Ein neuer 9-10,5m holl. Stahlverdränger dürfte, die Zertifizierung C haben. Das sagt dann wohl alles.
Mit Zitat antworten top
Folgende 3 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #3  
Alt 22.09.2019, 19:40
murphys law murphys law ist offline
Vice Admiral
 
Registriert seit: 07.05.2008
Ort: Düsseldorf/Wassenaar
Beiträge: 1.346
Boot: Grommer 800
Rufzeichen oder MMSI: PH2588, MMSI244830184
1.339 Danke in 669 Beiträgen
Standard

Die Frage kann man doch so gar nicht beantworten...
Man kann natürlich auch mit einem Kanu auf der Nordsee paddeln um von insel zu Insel zu kommen.
Es gibt tausende von niederländischen Stahlverdrängern.....Mit A,B, C und D Zertifizierung.
Sag uns genau den Typ den Du kaufen willst und Du wirst eventuell aussagekräftige Antworten bekommen. Alles andere ist Glaskugellesen , oder nichts Behilfliches.
__________________
sayonara
Thomas

"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null und das nennen Sie ihren Standpunkt".
(Albert Einstein)
Mit Zitat antworten top
  #4  
Alt 22.09.2019, 19:54
Oldskipper Oldskipper ist offline
Commander
 
Registriert seit: 05.05.2014
Ort: Nähe Magdeburg
Beiträge: 367
Boot: Vetus Bellus 1200
Rufzeichen oder MMSI: 211610920
846 Danke in 246 Beiträgen
Standard

Bei schönem Wetter kannst du damit bis Amerika fahren. Ab Windstärke 3-4 wird es für die Besatzung eine Herausforderung. Spätestens bei 5-6 Windstärken spucken alle Schränke ihren Inhalt aus und das Boot rollt bis an die Scheuerleiste. Ab 7 haben alle die Hosen voll und die ersten rufen nach Ihrer Mamma. Da sich die Boote nicht wirklich dicht verschliessen lassen, könnte da schon Wasser eindringen. Durch die extremen Schiffsbewegungen lässt sich kaum noch der Kurs halten. Innen im Schiff sieht es schon aus wie nach einem Bombenangriff. Alles was gestaut war fliegt im Takt des Wellengangs durch die Bude. An Deck kann man sich nicht mehr sicher bewegen. Es schwimmt auch noch bei Stärke 8. Die Lenzpumpen fangen an zu arbeiten. Sollten die Batteriebänke nicht ordentlich fest sein, fliegen die spätestens jetzt durch die Gegend. Aus dem Lokus schwappt Wasser, weil sich kein Freiwilliger findet, der irgendwo im Maschinenraum die Seeventiele schließt. Spätestens jetzt fängt man an zu grübeln, wo die Belastungsgrenze der Fenster liegt und ob Aluminiumrahmen besser sind. Mehr kann ich dazu nicht beitragen, weil meine Erfahrung mit einem 10m Klassischem Stahlverdränger bei 8 Beaufort endet.
Und nein, das Boot ist nicht gesunken. Ein Teil der Mannschaft hat aber geschworen, selbiges nie wieder zu betreten. Das Boot hat es unbeschadet überstanden. Ein sicheres Steuern und Navigieren war nicht mehr gegeben. Stellenweise kam das Boot ins surfen, was ganz schnell böse ausgehen kann.
Diese Boote sind nicht für schweres Wetter gebaut. Ab 6 Windstärken ist man damit quasi ein Seenotfall. Da fängt segeln erst an Spaß zu machen.
Mit Zitat antworten top
  #5  
Alt 22.09.2019, 20:03
Benutzerbild von schimi
schimi schimi ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 11.04.2012
Beiträge: 4.130
5.711 Danke in 2.601 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von murphys law Beitrag anzeigen
Die Frage kann man doch so gar nicht beantworten...
Man kann natürlich auch mit einem Kanu auf der Nordsee paddeln um von insel zu Insel zu kommen.
Es gibt tausende von niederländischen Stahlverdrängern.....Mit A,B, C und D Zertifizierung.
Sag uns genau den Typ den Du kaufen willst und Du wirst eventuell aussagekräftige Antworten bekommen. Alles andere ist Glaskugellesen , oder nichts Behilfliches.
Der Typ ist doch völlig uninteressant. Die Zertifizierung sagt erst mal aus, für welches Fahrtgebiet das Schiff konstruiert wurde und bis zu welchem Seegangsverhältnissen ein Seegebiet befahren werden kann. Für ein 9/10m Verdränger ist die Nordsee bei hartem Seegang grenzwertig.
Mit Zitat antworten top
  #6  
Alt 22.09.2019, 20:14
murphys law murphys law ist offline
Vice Admiral
 
Registriert seit: 07.05.2008
Ort: Düsseldorf/Wassenaar
Beiträge: 1.346
Boot: Grommer 800
Rufzeichen oder MMSI: PH2588, MMSI244830184
1.339 Danke in 669 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von schimi Beitrag anzeigen
Der Typ ist doch völlig uninteressant. Die Zertifizierung sagt erst mal aus, für welches Fahrtgebiet das Schiff konstruiert wurde und bis zu welchem Seegangsverhältnissen ein Seegebiet befahren werden kann. Für ein 9/10m Verdränger ist die Nordsee bei hartem Seegang grenzwertig.
Das habe ich doch mit meiner Aussage gemeint!
Ich habe doch von Zertifizierung geschrieben.
Also: Typ Boot mit welcher Zertifizierung, nun klar?
Anmerkung:
Es gibt auch Boote die wohl die Zertifizierung haben (z.B. B Zertifizierung) , aber dennoch nicht unbedingt in der Praxis die theoretisch bestätigen Anforderungen erfüllen.
Es ist deshalb interessant von Kollegen zu erfahren, wenn man den Bootstyp kauft , wie es in der Praxis aussieht, oder
__________________
sayonara
Thomas

"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null und das nennen Sie ihren Standpunkt".
(Albert Einstein)
Mit Zitat antworten top
Folgender Benutzer bedankt sich für diesen Beitrag:
  #7  
Alt 22.09.2019, 20:31
Benutzerbild von Ostfriesen
Ostfriesen Ostfriesen ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 18.07.2009
Ort: Empty
Beiträge: 2.447
Rufzeichen oder MMSI: diverse
2.370 Danke in 1.153 Beiträgen
Standard

Moin,

Verdränger auf der Nordsee kleiner 15 m sind doof. Ohne Stabilisatoren sollte man keinen Gedanken an eine Fahrt mit dem Verdränger auf der Nordsee verschwenden.

Was mich hier regelmäßig anfasst, ist das Gesabbel von "bis x bft" geht es noch. Das sind die Kameraden, die außer Acht lassen, wie schnell sich das Wetter auf der Nordsee ändert. Hatte erst im Sommer die Freude, ein Forumsmitglied dahingehend zu ernüchtern ...

Die CE-Einstufung ist lax und reine Augenwischerei.
__________________
Gruß
Alex.
Mit Zitat antworten top
Folgende 2 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #8  
Alt 22.09.2019, 20:41
murphys law murphys law ist offline
Vice Admiral
 
Registriert seit: 07.05.2008
Ort: Düsseldorf/Wassenaar
Beiträge: 1.346
Boot: Grommer 800
Rufzeichen oder MMSI: PH2588, MMSI244830184
1.339 Danke in 669 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von Ostfriesen Beitrag anzeigen
Moin,

...

Die CE-Einstufung ist lax und reine Augenwischerei.
Genauso sehe ich es auch. "Nach dem Motto Papier ist geduldig"

Ich habe sogar ein nur 8m Boot (Verdränger) , welches eine B Zertifizierung.

Wenn man es aber mal erlebt hat, bei Windstärke 8 und der Zertifizierten Wellenhöhe , muß man es nicht so oft nochmal haben
__________________
sayonara
Thomas

"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null und das nennen Sie ihren Standpunkt".
(Albert Einstein)
Mit Zitat antworten top
Folgender Benutzer bedankt sich für diesen Beitrag:
  #9  
Alt 22.09.2019, 21:40
edjm edjm ist offline
Lieutenant
 
Registriert seit: 28.03.2016
Beiträge: 198
Boot: Vlet, Stahlverdränger
244 Danke in 106 Beiträgen
Standard

"Oldskipper" hat eine sehr anschauliche, dramatische Schilderung seiner (oder möglicher) Erlebnisse geschrieben. Wesentlicher Inhalt dieser Schilderung ist aber die unzureichende Vorbereitung des Bootes auf schweres Wetter. Wenn man mit etwas Erfahrung auf See fährt, dann hat man alles, aber auch alles, seefest verstaut. Auf meinem Boot fliegt nichts in der Gegend herum, da alles in geschlossenen und gesicherten Behältnissen liegt. Der Umgang mit Seeventilen ist ein Kapitel für sich. Auf meinem früheren Segelboot wurden diese immer alle geschlossen. Auf meinem Motorboot jetzt bin ich etwas laxer.

Das eigentliche Risiko für Mensch und Schiff liegt in dem Verhalten des Bootes bei Wellengang. Nach meiner Überzeugung ist Wellengang - oder Seegang - das größte Problem für ein Boot. Wenn eine Welle in das Cockpit einsteigt und nicht sofort in Sekundenschnelle wieder abfließen kann, dann hat das Boot plötzlich eine zusätzliche Last von mehreren Tonnen (je nach Art des Bootes) zu tragen und kann dadurch instabil werden.

Bei meiner Vlet ist das Cockpit zwar selbstlenzend, aber wenn eine Welle hier einsteigt und ich vergessen habe, die Türen in den Salon zu schließen, dann fließt das Wasser in einem Rutsch in das ganz Schiff. Es kann durch diese Zusatzlast einfach untergehen. Und selbstlenzend mit kleinen Wasserauslässen kann völlig unzureichend sein, da das Wasser nicht schnell genug abgeführt werden kann.

Das Zerbrechen von Fensterscheiben kann die Schwimmfähigkeit noch zusätzlich vermindern, da dann durch offene Fensterlöcher Wasser wenig gehindert in das Schiff eintreten kann. Zu viel Wasser im Schiff kann die Schwimmfähigkeit nachhaltig zerstören.

Zusätzlich gibt es eine große Gefahr durch einsteigende Wellen für die Crew. Es ist verblüffend, wie ein Mensch plötzlich jegliche Bindung an das Schiff verliert, wenn er im Cockpit sitzt und eine Welle in dieses einsteigt. Der Mensch verliert sein Gewicht und schwimmt auf. Wenn er nicht angepickt ist, dann kann er leicht über Bord geschwemmt werden. Dies ist der GAU, da man einen Menschen, der in der See schwimmt, vielfach nicht mehr geborgen bekommt.

Leider haben Motorboote des Typs Stahlverdränger in der Regel nicht die Vorkehrungen, die man auf Segelbooten findet: Augen zum Einpicken, gespannte Gurte für die Lifeleine, wenn man über das Deck wandern will, etc.

Daher sind z.B. die Bedingungen auf See für die Einstufung nach Kategorie "B" = bis 8 Beaufort und Wellen bis 4 m Höhe - eine absolute Grenze für Boote, die solche Designprobleme haben, die ich oben beschrieben habe. Wenn ein Boot nach Kategorie "A" eingestuft wurde, dann müssen darauf Vorkehrungen getroffen worden sein, die die beschrieben Risiken vermeiden. Über Kategorie "C" möchte ich in Hinsicht auf Seetüchtigkeit nicht sprechen.

Aber um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Im Wattenmeer sind solche Bedingungen (außer in den Seegatten) kaum zu finden. Daher bin ich der Meinung, daß man - außer in extremen Wetterbedingungen - mit einem Stahlverdränger gut im Wattenmeer fahren kann. Dort liegen die Risiken mehr in der korrekten Berechnung der Tide. Und man muß die Einfallstore für Wellen sehr gut im Auge behalten. Aber wer fährt schon bei Windstärke 8 aus dem geschützten Hafen ins Wattenmeer?

Das Boot kann meistens mehr ertragen als die Mannschaft, außer es wird über seine Stabilitätsgrenzen hinaus belastet, meint: edjm.
Mit Zitat antworten top
Folgende 14 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #10  
Alt 22.09.2019, 21:41
Bully Bully ist offline
Commander
 
Registriert seit: 11.04.2009
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 258
Boot: Linssen 60.33
317 Danke in 154 Beiträgen
Standard

Hi Totoyo
Ich habe mir im März eine Linssen 10,35 x 3.40 gekauft Cat. C. Lag in Workum Ijsselmeer. Bei der Überführung haben wir den ersten Tag ausfallen lassen WS 3-4.
Am zweiten Tag WS 2 sind wir fr<h raus um das San dem Tag hinter uns zu bringen. Enkhuizen dann direkt weiter nach Muiden in den sicheren Kanal. Klappte gut. Also offene See mit einem 19 mtr Verdränger vergiss es. Er sollte Binnen gefahren werden. Das macht Spass, ist Entschleunigung pur.
Wenn Du. See fahren willst dann eine Halbgleiter. Verbraucht zwar mehr hat aber andere Geschwindigkeit.
__________________
Gruß Bully
Mit Zitat antworten top
Folgender Benutzer bedankt sich für diesen Beitrag:
  #11  
Alt 22.09.2019, 22:26
Benutzerbild von Libertad
Libertad Libertad ist offline
Fleet Admiral
 
Registriert seit: 16.12.2005
Ort: Limburg/Lahn
Beiträge: 6.637
Boot: Proficiat 975G
8.161 Danke in 4.071 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von Bully Beitrag anzeigen
Also offene See mit einem 19 mtr Verdränger vergiss es. Er sollte Binnen gefahren werden.
Es liegt wohl weniger an der Länge des Bootes als an der Konstruktion und der Ausrüstung.
__________________
Gruß
Ewald
Mit Zitat antworten top
  #12  
Alt 22.09.2019, 22:35
Oldskipper Oldskipper ist offline
Commander
 
Registriert seit: 05.05.2014
Ort: Nähe Magdeburg
Beiträge: 367
Boot: Vetus Bellus 1200
Rufzeichen oder MMSI: 211610920
846 Danke in 246 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von edjm Beitrag anzeigen

Leider haben Motorboote des Typs Stahlverdränger in der Regel nicht die Vorkehrungen, die man auf Segelbooten findet: Augen zum Einpicken, gespannte Gurte für die Lifeleine, wenn man über das Deck wandern will, etc.

Daher sind z.B. die Bedingungen auf See für die Einstufung nach Kategorie "B" = bis 8 Beaufort und Wellen bis 4 m Höhe - eine absolute Grenze für Boote, die solche Designprobleme haben, die ich oben beschrieben habe. Wenn ein Boot nach Kategorie "A" eingestuft wurde, dann müssen darauf Vorkehrungen getroffen worden sein, die die beschrieben Risiken vermeiden. Über Kategorie "C" möchte ich in Hinsicht auf Seetüchtigkeit nicht sprechen.
Absolut zutreffend. Innen ungesicherte Schranktüren, frei stehende Steuerstühle und Tische. Außen oft viel freier Raum ohne Haltemöglichkeiten. Geschweige denn Möglichkeiten sich ein zu picken

Zitat:
Zitat von edjm Beitrag anzeigen
Aber um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Im Wattenmeer sind solche Bedingungen (außer in den Seegatten) kaum zu finden. Daher bin ich der Meinung, daß man - außer in extremen Wetterbedingungen - mit einem Stahlverdränger gut im Wattenmeer fahren kann. Dort liegen die Risiken mehr in der korrekten Berechnung der Tide. Und man muß die Einfallstore für Wellen sehr gut im Auge behalten. Aber wer fährt schon bei Windstärke 8 aus dem geschützten Hafen ins Wattenmeer?

Das Boot kann meistens mehr ertragen als die Mannschaft, außer es wird über seine Stabilitätsgrenzen hinaus belastet, meint: edjm.
Stimme ich voll zu. Vor allem, dass das Boot mehr aushält als die Mannschaft. Das Boot hatte die 8 Windstärken und den Wellengang ja auch unbeschadet überstanden. Vernünftige Türbeschläge an den Schränken und verschraubte Sitzgelegenheiten hätten die Situation an Bord schon sehr entspannt. Dazu noch ein stabiler Handlauf an der Salondecke und ein paar Griffe, dass man sich innen besser bei Seegang bewegen kann und es wäre fast eine entspannte Tour geworden. Dafür sind diese Boote aber überhaupt nicht gebaut. Losgefahren sind wir an einem herrlichem Sommertag von Travemünde nach Warnemünde. Als wir an der Insel Poel vorbei waren steigerte sich der Wind ganz allmählich. In Warnemünde gab es dann Gewitter und 8 Windstärken. Wir haben kaum die Hafeneinfahrt getroffen. Der Bug zeigte in alle Richtungen. Im Bereich der Mole schienen die Wellen aus allen Richtungen gleichzeitig zu kommen. Das Unwetter war relativ kleinräumig und auch nicht vorher gesagt. Ein Ausflugsdampfer aus Warnemünde wurde ebenfalls überrascht und hat wohl ordentlich Wasser gemacht. Der sah auch nicht besonders seetauglich aus.
Mit Zitat antworten top
Folgende 3 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #13  
Alt 23.09.2019, 06:34
Thor Sten Thor Sten ist offline
Captain
 
Registriert seit: 02.04.2016
Ort: Niederrhein
Beiträge: 598
Boot: verschiedene
429 Danke in 208 Beiträgen
Standard

Wir fahren auch einen klassischen holländischen Stahlverdränger (11m lang) Zu großen Atlantiküberquerungen würde ich mit dem nicht ansezetzen. Für kurze überschaubare Strecken aber anscheinend durchaus kein Problem.
Ich selber bin bis jetzt nur damit Binnen, in Zeeland und auf dem Ijsselmeer unterwegs gewesen. Am meisten "draussen" war da noch die Oostershelde. Das Boot selber hat aber schon viele Touren nach Texel und Terschelling hinter sich (das weiß ich aus den alten Logbüchern die ich mitübernommen habe). Sowie mindestens einmal die Strecke von Hoek van Holland nach Stellendam. Aber Per Definition ist die Waddenzee in den Niederlanden ja noch "binnen". Interessante Berichte zu dem Thema findest du auch hier: https://booteblog.net/2015/01/26/unser-neues-boot/
__________________
Gruß Thorsten

Alles wird gut.
Mit Zitat antworten top
Folgende 2 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #14  
Alt 23.09.2019, 06:59
Benutzerbild von Robert67
Robert67 Robert67 ist offline
Vice Admiral
 
Registriert seit: 12.11.2012
Ort: Heilbronn
Beiträge: 1.506
Boot: keines mehr
1.717 Danke in 801 Beiträgen
Standard

Meine Ex Multivlet mit 12m war mit dem Ersteigner in Schottland und quer rüber Norwegen.
Zusatzausrüstung war ein Stützsegel.
Es geht also.
Kommt halt auf die Rumpfform an.
Die ganzen Gillissen Entwürfe und viele Ableger davon sind schon vor 40 Jahren Küstengängig konstruiert worden.
__________________
Gruss
Robert
Mit Zitat antworten top
Folgende 2 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #15  
Alt 23.09.2019, 09:29
toytuu toytuu ist offline
Cadet
 
Registriert seit: 04.11.2007
Ort: Oldenburg
Beiträge: 19
Boot: auf der Suche nach einem Stahlverdränger
0 Danke in 0 Beiträgen
Standard

Hallo zusammen,
danke für Eure Antworten. So ähnlich hatte ich es mir schon gedacht. Für eine längere Fahrt direkt auf der Nordsee will ich das Boot auch nicht haben. Wie gesagt mal eben von Land zu einer Insel, oder von Insel zur Insel. Klar, bei der Fahrt durch die Seegatten, zeigt sich wie sorgfältig man gestaut hat. Das war beim Segler auch nicht viel anders.

Also noch einmal danke und Gruß

Erhard
Mit Zitat antworten top
  #16  
Alt 23.09.2019, 11:32
Benutzerbild von schwinge
schwinge schwinge ist offline
Lieutenant
 
Registriert seit: 28.08.2019
Ort: Kreis HS
Beiträge: 116
Boot: von 6m Kielboot bis größere Plattboden
69 Danke in 48 Beiträgen
Standard

Ja Erhard, aber es kommt wie im 3. Post eben auch schon erwähnt neben dem "Können" der Crew und das Fahrtgebiet eben auch auf die Art des Stahverdrängers an. Von Lauweroog nach Schiermonnikoog ist halt was anderes als z.B. von Emden nach Borkum.

Ab 10° Lage, das weißt Du als Segler sicherlich rutschen Dinge vom Tisch und ab 15° gehen nicht sonderlich gesicherte Schränke auf....... Auch die Schiffsbewegungen sind auf einem Mobo ohne stützende Segel wesentlich heftiger als auf einer Segelyacht. Darum sieht man seegehende Motorboote und ältere Fischkutter auch öfter mal mit Stützsegeln.

An welches Boot Du dachtest hast Du noch nicht verraten. Vermutlich wirst Du das bei den Vorüberlegungen auch noch nicht so richtig wissen.

bis denne, Rainer
Mit Zitat antworten top
  #17  
Alt 23.09.2019, 12:41
Benutzerbild von RobG_NL
RobG_NL RobG_NL ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 05.04.2009
Ort: NL Linschoten
Beiträge: 3.354
Boot: Bruijs Spiegelkotter 10.00 OK
Rufzeichen oder MMSI: 244070252
3.107 Danke in 1.480 Beiträgen
Standard

In diesen Klasse (10-11m) ist die Seetüchtigkeit beschränkt.
Dazu abhängich von wie die Wind und Wellen einkommen.
Mit 6 Bft am Kopf gehe ich ohne Probleme aufs IJsselmeer, aber mit 4 Quer bleibe ich im Hafen.

Die meisten Schiffe in dieser Länge sind CE-C, als max 6 Bft und 2m Welle.
Dann woll keiner mehr mit solch ein Verdränger aussen sein, egal C, B oder A

Damals hatte mir der Bauer:
Technisch ist ihr Schiff CE-B, aber ich achte es nicht verantwort mit solch ein kurzes Schiff mit 8 Bft und 4m Wellen auf der Noordzee zu gehen.
Denn, laut gesetz, sage ich dass wenn ich CE-B im Platte schreibe.....

Dazu geht Seetüchtigkeit weiter als CE-B oder was denn auch, geht auch um andere sachen wie zb wie das alles an bord gelagert ist.

Ich habe bis heute nur die grossen Innengewassern gemacht (IJsselmeer, Waddenzee, Oosterschelde) aber bei schönes wetter sollte zb Emden Borkum kein Problem sein.

Und insache die PS:
Ich weiss ich wiederhole, aber so lange mann die nominale PS fur Verdränger hat (etwa 6 PS/T) ist jeder PS mehr unsinn.
__________________
Rob

Der Fliegenden Holländer
Verdrängt 11 Tonnen Wasser mit 84Ps
Mit Zitat antworten top
  #18  
Alt 23.09.2019, 13:35
Benutzerbild von Kladower
Kladower Kladower ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 22.11.2011
Ort: Berlin-Kladow a.d. Havel
Beiträge: 2.656
Boot: Nidelv 26
Rufzeichen oder MMSI: DB8017
5.592 Danke in 2.198 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von Oldskipper Beitrag anzeigen
Spätestens bei 5-6 Windstärken spucken alle Schränke ihren Inhalt aus und das Boot rollt bis an die Scheuerleiste.
Ergänzen möchte ich noch, dass spätestens an dieser Stelle der Fahrersitz umkippt, der bei Stahlverdrängern ja oft aus einer Art Mischung zwischen Bürodrehstuhl und Barhocker besteht, der nicht im Boden verankert ist
__________________
Viele Grüße
Gerhard

Revierinformationen Berlin und Umgebung

Mit Zitat antworten top
Folgender Benutzer bedankt sich für diesen Beitrag:
  #19  
Alt 23.09.2019, 14:11
Benutzerbild von RobG_NL
RobG_NL RobG_NL ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 05.04.2009
Ort: NL Linschoten
Beiträge: 3.354
Boot: Bruijs Spiegelkotter 10.00 OK
Rufzeichen oder MMSI: 244070252
3.107 Danke in 1.480 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von Kladower Beitrag anzeigen
Ergänzen möchte ich noch, dass spätestens an dieser Stelle der Fahrersitz umkippt, der bei Stahlverdrängern ja oft aus einer Art Mischung zwischen Bürodrehstuhl und Barhocker besteht, der nicht im Boden verankert ist
Ich nenne diese Aussage "verallgemeinern"
__________________
Rob

Der Fliegenden Holländer
Verdrängt 11 Tonnen Wasser mit 84Ps
Mit Zitat antworten top
  #20  
Alt 23.09.2019, 14:16
Benutzerbild von Ostfriesen
Ostfriesen Ostfriesen ist offline
Admiral
 
Registriert seit: 18.07.2009
Ort: Empty
Beiträge: 2.447
Rufzeichen oder MMSI: diverse
2.370 Danke in 1.153 Beiträgen
Standard

Zitat:
Zitat von RobG_NL Beitrag anzeigen
Ich nenne diese Aussage "verallgemeinern"

Hey Rob,

wie soll es auch anders sein? Es gibt hochseetüchtige Verdränger und es gibt Verdrängerchen, die den Kanal nicht verlassen sollten. Wissen wir doch alle.
Ohne eine Typennennung ist keine hilfreiche Aussage zu erwarten.
__________________
Gruß
Alex.
Mit Zitat antworten top
Folgender Benutzer bedankt sich für diesen Beitrag:
Antwort
Nächste Seite - Ergebnis 21 bis 40 von 68


Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Seetüchtig oder nicht? Bintang Allgemeines zum Boot 15 07.06.2018 20:50
Cascaruda Holländischer Stahlverdränger Mayland Allgemeines zum Boot 21 31.05.2014 10:13
Welches Boot ist Trailerbar und dennoch Seetüchtig ? torsten72 Kleinkreuzer und Trailerboote 59 07.11.2012 18:47
Holländischer Stahlverdränger, Bootsbestimmung Tipa Allgemeines zum Boot 22 08.06.2011 12:35
Seetüchtig? Dieter-R Kleinkreuzer und Trailerboote 18 16.07.2002 07:45


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 02:14 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, vBulletin Solutions, Inc.