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Törnberichte Wie der Name schon sagt. Keine Antwortmöglichkeit!

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Alt 23.05.2006, 14:08
Zulu Zulu ist offline
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Standard Überstellungstörn - Fehmarn (GER) -> Plymouth (GBR)

Hallo!

Dann erzähle ich mal von meinem Törn.

Typ: Reinke Hydra SC
LüA: 15,06 m (49,2 ft)
LWL: 12,40 m (40,7 ft)
Tiefg.: 1,8 m (5,9 ft)

Mannschaft: insg. 4 Personen

Da ich seit letzten Sommer auf einem See in Österreich Wörthersee das Segeln kennen- und lieben gelernt habe, dachte ich mir dieses Jahr "ich muss mal richtiges Segen erleben".

Durch ein Forum bin ich auf einen Überstellungstörn gestoßen und wurde vom Skipper auch mitgenommen (trotz quasi null Erfahrung).

Start war am 14. April 2006 in Burgstaaken auf Fehmarn.

Wir fuhren unter Spi und später Motor nach Kiel (Nachteinfahrt). Von dort dann an einem schönen Ostersonntag durch den NOK. Als Highlight wurde von einem angrenzenden Restaurant sogar die Österreichische Hymne über Lautsprecher gespielt. Das war schon sehr witzig denn sonst wurden wir oft als Letten erkannt (wegen den angeblich ähnlichen Flaggen).

Als wir in Brunsbüttel ankamen bildete ich mir ein schon ein richtiger Seebär zu sein. "Was soll nun schon noch kommen?"

Tja, durch einen Ruderdefekt verließen wir die Schleuse um einige Stundne zu spät und hatten so die Tide und Wind gegen uns. Ein herzhafter (Süd-) Wester empfing uns. Segeln war zwar kurzzeitig möglich aber wir wurden von den Wetterverhältnis zurückgeschlagen und verloren Seemeilen. Also ging es unter Motor weiter.

Ich war sowieso schon vom wenigen Schlaf in Brunnsbüttel und ein, zwei, drei Bieren angeschlagen.

Dann begann das Wachrad mit 3 Stunden Zyklen. Für mich der Horror. Die Wellen hatten sich über viele Stunden dann schon schön aufgestellt (2-4 Meter). In der Achter Kabine lernte ich die Geräuschkollisse von einem schlagendne Stahlrumpf + 2 Motoren + Schraube unter der Koje kennen. Ich bekam die ersten paar Freiwachen kein Auge zu.

Dann kam noch die Übelkeit hinzu und die Angst als ich Ruder ging und die für mich mächtigen Wellen mich aus dem Dunklen immer wieder überraschten. Der Skipper und somit mein Wachpartner war von einem Spieß im Daumen aus einer Segellate schwer angeschlagen (Fieberschübe, Seekrank).

Zum Essen gab es nichts da wir beide kaum in der Lage waren unter Deck zu sein. Ab und zu ein Apfel und eine Banane aber in der Bilge kramen ging nun wirklich nicht.

Als dann noch die Stbd Maschine wegen Überhitzung zum pfeifen begann und die gesamte Mannschaft schon an den Grenzen angelangt war (ständig gegen für 3 Tage und Nächte) hieß es mal einen quasi Notstop einzulegen. Wir fuhren wenige Seemeilen zurück und legten in Den Helder (NL) an.

Tja, dort dachte ich mir schon ich breche das alles ab - tat ich zum Glück doch nicht und so ging es dann nach einer herrlichen Erholungsphase wieder raus auf See. Wir fuhren unter Segeln (inkl. Spi) und Motor bis nach Brighton (GBR). Auf dem Weg hatten wir noch einen verklemmten Bergesack des Spis, kurz Brand an Bord.

Brighton war auch herrlich. Vor allem die englische Südküste ist wunderschön.

Von Brighton nach Plymouth konnten wir schön unter Segeln vorankommen. Bis leider die Reffleine der Roll-Genua riss und wir mit der Fock weitersegeln mussten.

Alles in allem habe ich sehr viel gelernt und gesehen. Es war Himmel und Hölle dabei.

Als Einstieg auf alle Fälle überwältigend...

Achja: Strecke war knapp 750 sm und davon ~ 300 unter Segeln
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