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  #1  
Alt 17.04.2002, 21:45
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Standard Route Wilhelmshaven Harlesiel

Ich habe als Anfänger folgendes Problem: Ich möchte von Wilhelmshaven aus nach Harlesiel fahren. Der Gezeitenkalender gibt für diesen Tag HW 6:48 und HW 1900 Wilhelmshaven an. Für das Wangerooger Seegat habe ich eine Diff hierzu von -1,06h. Ich mache mit meinem Verdränger so 7kn. Wann muss ich in Wilhelmshaven los und geht das überhaupt bei den angegebenen Tiedezeiten???????????
Bin für jede Antwort dankbar, da ich auch nach diesem Törn hier noch mitmachen möchte
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  #2  
Alt 18.04.2002, 07:36
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Gib bitte den Typ Deines Bootes an (Tiefgang?).
Gruss, Helmut
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  #3  
Alt 18.04.2002, 08:34
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Standard Route Wilhelmshaven Harlesiel

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Ich habe als Anfänger folgendes Problem: Ich möchte von Wilhelmshaven aus nach Harlesiel fahren. Der Gezeitenkalender gibt für diesen Tag HW 6:48 und HW 1900 Wilhelmshaven an. Für das Wangerooger Seegat habe ich eine Diff hierzu von -1,06h. Ich mache mit meinem Verdränger so 7kn. Wann muss ich in Wilhelmshaven los und geht das überhaupt bei den angegebenen Tiedezeiten???????????
Bin für jede Antwort dankbar, da ich auch nach diesem Törn hier noch mitmachen möchte
Grundsätzlich: Ich würde Dir nicht empfehlen auf der Jade eine Nachtfahrt zu unternehmen :!: , als Anfänger schon gar nicht :!: :!: und vor bzw. zwischen den Inseln erst recht nicht :!: :!: :!:

Du musst bei auflaufend Wasser mit bis zu 3 Knoten Strom rechnen. Die Distanz WHV - Wangerooge Seegatt sind ca. 25sm. Du musst mindestens bei halber Tide durch, d.h. zwischen 3 und 9 Uhr bzw. zwischen 15 Uhr und 21 Uhr.

Da Du die meiste Zeit gegen den Strom dampfen musst, läuft Dein Boot nur noch 4-5 Knoten. Bei der Distanz gibt das eine rein rechnerische Fahrzeit von 5-6 Stunden, sagen wir sicherheitshalber 6.

Du müsstest also WHV Aussenhafen spätestens um 2 Uhr Morgens oder spätestens um 15 Uhr verlassen.

Das ganze funktioniert aber nur, wenn Du keinen Gegenwind (nördlicher Wind) hast. Denn wenn Du den hast und passierst das Seegatt in diesem Beispiel bei halber Tide und ablaufend Wasser hast Du Wind gegen Strom und damit eine selbstmordträchtige Situation.

Welche Erfahrungen hast Du auf der Nordsee allgemein und mit den Seegatten im besonderen?

Neben dem Tiefgang ist ebenfalls wichtig, wie groß Dein Boot ist und wieviel Freibord Du hast.
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Viele Grüsse,
Olaf
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  #4  
Alt 18.04.2002, 10:42
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Danke erstmal für die ausführlichen Hinweise!!!!!!1

Bootstyp ist eine Saga 27AK (Tiefgang ca 0,9m), Volvo 60PS
Freibord: keine Ahnung , kann ich aber messen
Skippererfahrung: Kanalfahrten
Crew: kritisch (Familie 2 Kids 5+6)
Ausst: Plotter + GMDSS + (Rettungsinsel )
An welcher Stelle der Route sollten wir in die Rettungsinsel wechseln? :?:

Spass beiseite: Wann wäre eine vernünftige Tidezeit um die FAhrt zu machen?

Gruss Thomas
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  #5  
Alt 18.04.2002, 11:18
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Nochmal eine Idee


Ich fahre ca 10:00 mit dem Ebbstrom von WH aus.

Dann fahre ich halt langsam und warte auf den Nachmittag.
Pünktlich um 18:00Uhr bin ich dann bei HW Wangerooge am Gatt.
Die Restfahrzeit nach Harlesiel müsste dann doch noch im Hellen zu machen sein, oder?

Könnte das klappen, reicht die Wassertiefe am Jadeende hierfür und gibt es ggf. irgendwo einen Parkplatz??
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  #6  
Alt 18.04.2002, 12:07
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Hi Thomas,

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Bootstyp ist eine Saga 27AK (Tiefgang ca 0,9m), Volvo 60PS
eine Saga ist ja schon ein ordentliches Boot. Bei dem Tiefgang von knapp einem Meter musst Du Dich im Wattenmeer natürlich strikt ans Fahrwasser halten (musst Du hinter den Inseln ja sowieso). Mit einem Verdränger kann das durchfahren eines Seegatts kritisch werden. Wenn sich da hinter Dir was aufbaut kannst Du nicht einfach mit Hebel auf den Tisch entkommen, mach Dich also lieber vorher genau mit den Eigenarten eines Seegatts vertraut.

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Freibord: keine Ahnung , kann ich aber messen
Skippererfahrung: Kanalfahrten
Das Freibord kommt wegen der auftretenden Wellenhöhe ins Spiel, aber die Saga hat mindestens einen Meter, eher mehr.

Bisher nur Kanalfahrten? Und dann gleich die Jade runter und durch ein Seegatt? hmmmm...

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Crew: kritisch (Familie 2 Kids 5+6)
Mit der Besatzung würde ich mich das wirklich überlegen. Ist kein Begleitboot möglich? Ich würde mir das gut überlegen.

Es kann sein, dass ihr so ohne weiteres glatt durchkommt (wann soll es denn sein? evt. vorher Liegeplatz klar machen, kann voll werden). Es kann aber auch sehr ruppig werden bzw. ein passieren unmöglich sein. Auf jeden Fall solltet ihr euch nicht auf den Zielhafen versteifen und auf gar keinen Fall unter Zeitdruck fahren.

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Ausst: Plotter + GMDSS + (Rettungsinsel )
An welcher Stelle der Route sollten wir in die Rettungsinsel wechseln? :?:
Bis zum Seegatt werdet ihr mit etwas Glück nur sanft gewiegt - wird es im Seegatt ruppig nützt euch als ungeübte Crew die Insel dann allerdings auch nichts mehr

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Spass beiseite: Wann wäre eine vernünftige Tidezeit um die FAhrt zu machen?
Faustformel: Je höher das Wasser im Seegatt steht, desto besser. Finger weg vom Seegatt bei Wind gegen Strom.
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Olaf
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  #7  
Alt 18.04.2002, 12:12
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Zitat:
Zitat von Rautenberg
Ich fahre ca 10:00 mit dem Ebbstrom von WH aus.
Dann fahre ich halt langsam und warte auf den Nachmittag.
Pünktlich um 18:00Uhr bin ich dann bei HW Wangerooge am Gatt.
Die Restfahrzeit nach Harlesiel müsste dann doch noch im Hellen zu machen sein, oder?
Könnte das klappen, reicht die Wassertiefe am Jadeende hierfür und gibt es ggf. irgendwo einen Parkplatz??
Wenn das Wasser richtig platt ist geht das. Hast Du normalen Wellengang wird es für die Kids und euch schon etwas ungemütlicher. Hast Du mindestens eine 50m Ankerleine, kannst Du versuchen weiter vor den Inseln zu ankern (harter Sandgrund) - näher dran geht nicht. Ruhige Ankerplätze gibt es erst in den Prielen hinter den Inseln.

Gegenvorschlag: Horumersiel anlaufen und bummeln gehen (auf die Tide achten!) - oder vor den Inseln kreuzen...
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  #8  
Alt 18.04.2002, 12:30
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Vielen Dank nochmal für die tollen Hinweise!!!!

Ich melde mich wieder, spätestens mit dem Törnbericht (hoffentlich )

Danke und die Handbreit ..........

Gruss
Thomas
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  #9  
Alt 18.04.2002, 12:51
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Hi Thomas,

auf Deinen Törnbericht bin ich gespannt, denn die Route reizt mich auch.

Viel Spaß

Miky
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  #10  
Alt 18.04.2002, 13:05
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Hi Thomas,

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Ich melde mich wieder, spätestens mit dem Törnbericht (hoffentlich )
bitte lege Signalmunition, Schwimmwesten, usw. bereit - die Kids (Alter?) sollten sie besser anziehen - sobald Du vorm Seegatt bist und Anzeichen von Grundseen siehst.

Wie gesagt, vielleicht klappt das alles ganz unkompliziert und Du denkst 'Wat'n Spinner, dieser Morgenstern!' - aber vielleicht eben auch nicht.

Und vielleicht noch mal einen Blick hierein werfen (falls noch nicht geschehen): http://www.bm-r.de/boote-forum/phpBB...opic.php?t=454

Viel Glück und auf der Barre im Gatt mindestens 4 Meter unterm Kiel - und nicht nur 'ne Handbreit!
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Olaf
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  #11  
Alt 10.05.2002, 12:31
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Standard Törnbericht

Nachfolgend, wenn auch etwas verspätet, der Törnbericht.
Route: Oldersum - Wilhelmshaven - Harlesiel.
Crew: Familie, 2 Kids (5+6).
Erfahrung: 10h Kanalfahrt auf dem Boot.

Tag 1 : Oldersum durch Verbindungskanal und- schleuse nach Marcadsmoor, 2.Mai.

Kurz vor der ersten 3m Brücke noch daran gedacht, die Funkantenne umzulegen. Pünktlich zum vereinbarten Termin, 9:30Uhr, (die Fahrt haben wir zuvor bei den Schleusenwärtern angemeldet) vor der Verbindungsschleuse festgemacht. Mit Zittern in die Schleuse gefahren, sehr hilfsbereiter Schleusenwärter, nahm die Leinen an, Schleusung kein Problem, wir wurden ruhiger. Bis 12Uhr durch mehrere Schwenkbrücken gefahren, Wetter gut, dann Zwangspause bis 14:00 Uhr. (Pausenzeit des Schleusenwärters :idea: ). Die Fahrt verlief ohne Schwierigkeiten, auch für uns Anfänger, Anlegen in Marcadsmoor gegen 17Uhr. Wasser und Strom vorhanden, nette Leute, sanitäre Anlagen nicht zahlreich aber OK, Abendessen und ab in die Kojen.

Tag 2 : Marcadsmoor Wilhelmshaven.
Start um 07:30Uhr Schleuse kein Problem, wir fahren nun im 3-er Pulk mit. Die Eisenbahnbrücke Sande war kritisch, da hier zwei Brücken direkt hintereinanderliegen. Erste Brücke auf, der Vordermann fährt rein, danach wir und schließlich mussten wir zu dritt in dem relativ engen Zwischenbereich ohne Festmachmöglichkeit treibend, Kollisionsverhütung lernen. Wir haben hier ganz schön geschwitzt, bis die zweite Brücke geöffnet wurde. Danach keine grösseren Probleme bis zur Schleuse Mariensiel. Als zweiter rein, Kommentar des Fachmanns des ersten Bootes vom Steg aus: "Hier steht Strömung drin!". Was das heist, konnte ich kurz danach auch merken, also vorm Anlegen schwitzend volle Fahrt zurück, raus aus dem Boot und irgendwie festgemacht. Das war knapp! Danach Pause vor der Rüstringer Brücke. Funkgerät ausprobiert. Also 1W, Kanal 13 meine Frau setzt Ihren ersten, schulbuchmäßigen Funkspruch ab, die Crew zollt Beifall , kommt bloss keine Antwort :?: . Nach Check der Anlage und des Kanales hat sie es dann mit Drücken der PTT Taste nochmal versucht und siehe da, wir erhielten sofort die gewünschte Auskunft. Ankunft im Hafen Wilhelmshaven gegen 15:00 Uhr. Wir waren bei der Werft Habers angemeldet. Leider war uns der Weg fälschlicherweise von See kommend aus erklärt worden, sodaß wir unter der Kaiser- Wilhelmbrücke hindurch viel zu weit gefahren sind. Also Handy raus, nachgefragt, Herr Harbers winkte vom Steeg aus und wir hatten die gewünschte Peilung. Auf das Anlegen an Backbord waren wir nicht vorbereitet. also ich raus aufs Vorschiff, Leinen klargemacht und den Hilferuf meiner Frau (ich hab noch nie an Backbord.........) erst mal ignoriert. Als dann noch der Flachwasseralarm heulte war Stress an Bord. Warum haben eigentlich Segelboote am Bug soweit rausstehende, waagerechte Mastbäume??? Als Fels in der Brandung hat dann Herr Harbers irgendwie die Vorleine erwischt und das Anlegemanöver vom Steg aus durchgeführt. Crew beruhigte sich wieder, besetzte erstmal das WC, Entspannung war angesagt. Da es hier Diesel gab. haben wir gebunkert. Ungläubiges Stauen, das trotz der 3/4LED der Spritanzeige über 100l reinging. Weiter kamen wir nicht, da aus der Zapfpistole nur noch Luft kam. der Tank war leer. Auf dem Boot übernachtet.

Tag 3: Regenwetter mit Wind, Die Crew ist sich einig, das wird die nächsten Tage nichts, wir wollen nach Hause! Von der Bundesbahn war am Samstag trotz 5 Rufnummern keine Auskunft über Verbindungen zu bekommen, Kragen geplatzt, Taxe bestellt, ich hatte den Eindruck bei 5 Personen (4 + Hund) war das auch nicht viel teurer!

Tag 3: Die 2. am 8. Mai

Nachbarn überredet (Fischkutterkapitän) uns auf der letzten Etappe zu begleiten, Wetter neblig aber wenig Wind. Waserstände und Route ausgearbeitet, erste Schleusung der Seeschleuse WH um 7:30Uhr vorgesehen. Mit PKW Morgens nach WH, Blitzstart hingelegt. 7:29Uhr an der Schleuse. Schleusung fiel aus, nächste um 8:45 Uhr. Terminplan konnten wir wegwerfen, unser Fischer bliebt aber ruhig und somit wir auch. 1h im Hafen gekreist, dann nach einem Behördenfahrzeug ab in die Seeschleuse. Frage kam auf, kostet das was und wenn wo bezahlt man, das Ding ist riesig! Sprint zum anderen Schiff, sehr freundliche Crew, nöh das kost nix, Sie schleusen ja mit der Berufsschiffahrt! Zeit genutzt, um unsere Route vorzustellen. Riesiger Tipp von der anderen Crew: Am Hafenausgang fehlt von See kommend die letzte grüne Tonne. Konsequenz: Hier geht das Fahrwasser bis ans Ufer!!!!!!!!! Also wird bei jedem kassiert, der (Rechtsfahrgebot!!) direkt an der Ausfahrt nach Backbord abdreht! Also erst auf die roten Tonnen zu bis zur Niedersachsen Brücke, dann Fahrwasser kreuzen und die weiteren grünen Tonnen steuerbords liegen lassen.
Auf der Strecke meint unser Kapitän, bei unsichtigem Wetter (Sicht ca 800m) könnte die Navigationsbeleuchtung nicht Schaden. Nun war ich in meinem Element. Ich gab auf die Schiffselektronik eine Breitseite ab, Radar an, Overlay aktiviert und begeistert auf das Plotterdisplay geschaut. Sah aus wie auf der Enterprise, ob die violetten Kleckse Klingonen sind????? Der Auspruch des Kapitäns: "Schaun Sie doch mal auf den Containerfrachter an Steuerbord" riss mich aus den Träumen. Tatsächlich, nach einer Weile kann man andere Schiffe auf dem Radar ganz gut erkennen, dauert nur halt ein bischen, bis man mit dem Kram klarkommt. Am grünen Tonnenstrich haltend kam uns irgendwann ein kleinerer Segler aus dem Nebel entgegen. Wir passierten, er las wohl mit dem Fernglass unseren Heimathafen, wendete und setzte sich hinter uns. War schon ein tolles Gefühl, das wir als Anfänger einem anderen den Weg zeigen konnten!! Ein Tonnenleger, der auch ausserhalb des Fahrwassers fuhr, sorgte dann mit seiner Heckwelle für eine aufgeräumte Bugkajüte! Dann gings ab ins Loch, will sagen, ins Seegatt Wangerooge. Wir hatten nun wenig Wasser, da wir mehr als eine Stunde im Plan zurücklagen, aber ca 6m Wasser hatten wir schon, der Kapitän blieb ruhig. Das Harlesieler Fahrwasser war eigentlich kein Problem, meine Frau am Ruder sah nur nicht ganz ein, das man im Watt keine Tonne auslassen sollte. Sie hat eine grüne Tonne ausgelassen und wollte direkt auf die übernächste zu. Also wieder Stress an Bord, Flachwasseralarm kommt hoch, mit Ach und Krach wieder in die Fahrrinne. An den Seehundsbänken tolle Aufnahmen gemacht, die Kinder sind natürlich in der Achterkajüte fest am schlafen (waren ja seit 6:00 Uhr auf den Beinen). Um 14:00Uhr war die letzte Schleusung in Harlesiel. Ab 13:30Uhr läuft vor uns ein Arbeitsgerät mit geringer Fahrt, wir rechnen ständig, ob wir es rechtzeitig schaffen werden. Dann im Vorhafen legt der an, sein Schraubenwsser bringt uns mächtig vom Kurs, der Kapitän gibt Gas. oh Wunder das Ruderblatt greift wieder, 13:055Uhr sind wir vor der Schleuse, geschafft. Danach das letzte Problem, Ruf des Rudergängers "Ich hab noch nie in einer Box....." naja irgendwie bleibt der Steg heile, keiner fällt beim Ausstieg übers Vorschiff ins Wasser, wir haben wieder Boden unter den Füssen!

Ergebniss: Hat tierisch Spass gemacht, wir müssen noch einiges dazu lernen, aber keiner hat aufgegeben und alle wollen wieder!!!!

Danke nochmal an Olaf für die Hinweise vorab!

Bei Fragen zum Törn stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruss Thomas
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  #12  
Alt 10.05.2002, 20:31
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Vielleicht hilft Dir das:

Gezeitentabelle Bezugspunkt Wilhelmshaven ( alter Vorhafen)


HW NW km

Varel +13 +13 -18
Wilhelmshaven 0 0 -8
Hooksiel -23 -09 0
Horumersiel -31 * 6
Mellumplate -45 -20 7
Minsener Oog Buhne C -44 -19 8
Blaue Balje -49 -28 9
Wangerooge Ost -53 -31 9
Wangerooge West -61 -55 12
Spiekeroog -63 -59 20
Langeoog -60 -61 27
Norderney Riffgat -89 -74 42
Helgoland -60 -34 33
Cuxhaven +52 42
Brunsbüttel +68 +123 58


leider ließ sich die Tabelle nicht richtig übertragen. HW NW und km stellen die 3 Spalten dar. Die Ziffern sind entsprechend zuzuordnen.
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Handbreit Jens
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  #13  
Alt 10.05.2002, 20:54
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Thomas,

stell doch bitte ein Kopie in das Törnberichte Forum....
__________________
Mit sportlichen Grüßen

ᴒɦᴚᴝϩ


Qualität zu kaufen ist die cleverste Art des Sparens.
Siehe auch www.kegel.de Anfragen bitte telefonisch stellen: 04508/777 77 10

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  #14  
Alt 13.05.2002, 08:27
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Standard Törnbericht

Zitat:
Zitat von Rautenberg
Nachfolgend, wenn auch etwas verspätet, der Törnbericht.
(...)
Danke nochmal an Olaf für die Hinweise vorab!
Hallo Thomas,

da nich für, wie wir hier in Ostfriesland sagen. Freut mich, dass es euch Spass gemacht hat und alles gut gegangen ist. Ich hoffe, wir können euch nun öfter in den (ost-)friesischen Häfen antreffen.

By the way: Du hast eine richtig flotte, gut zu lesende Schreibe. Macht Spass, Dir 'zuzulesen'
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Viele Grüsse,
Olaf
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  #15  
Alt 13.05.2002, 09:13
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Zitat:
Zitat von Tamino
Gezeitentabelle Bezugspunkt Wilhelmshaven ( alter Vorhafen)
HW NW km
HW/NW ist klar, aber km :?: Danach wäre Hooksiel der Bezugspunkt der Kilometrierung :?: :?:
__________________
Viele Grüsse,
Olaf
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