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  #21  
Alt 17.06.2016, 14:17
Gerd-RS Gerd-RS ist offline
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Standard Köln bis Oberwesel

Endlich wieder Wasser unter'm Kiel und das Brummen der Motoren in den Ohren. Auf dem Rhein muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, könnte man von Reinhard May's Fliegerhymne ableiten.

Nachdem es am 01.06. in Köln noch unwetterartig geregnet hatte, begrüßten uns am 02.06. ein aufgelockerter Himmel und jede Menge Treibholz im Wasser. Da war zeitweise heftiges Slalomfahren angesagt! Aber wie sagt "de Kölsch": "Et hätt no immer joot jejange!"

Mit 1.800 U/min waren auch gerade mal 5 kt über Grund gegen die Strömung zu machen, während die Logge im Wasser immerhin 9,8 aber auch mal 10,5 kt anzeigte.

So hatten wir das relativ lang anhaltende Vergnügen, die Kölner Kulisse mit Dom erst von Norden, dann von Osten und schließlich von Süden betrachten zu können. Zu den modernen Wahrzeichen Kölns zählen seit einigen Jahren die Kranhäuser vor dem Rheinauhafen. Daran anschließend stehen die alten Hafenspeicher. Dieses Hafenviertel am linken Ufer wurde vorbildlich saniert und zählt heute zu den allerbesten Lagen in Köln.

Am rechten Ufer, bei Mondorf, werden seit 1945 Schiffe gebaut. Heute hat man sich auf Fahrgastschiffe und Fähren spezialisiert, die das Familienunternehmen Lux als zweites Standbein auch selbst betreibt. So zum Beispiel die Rheinfähre vor der Tür - von Mondorf nach Graurheindorf.

Hier hatten wir natürlich schon lange das Siebengebirge mit dem Petersberg, der ehemaligen Nobel-Unterkunft für Staatsgäste am rechten Ufer im Blick und die alte Bundeshauptstadt Bonn mit ihren Rheinauen auf der linke Rheinseite. Zu Berg gesehen, natürlich Bonn rechts und das Siebengebirge mit dem Schwiedermutter-Denkmal (Drachenfels) zu unserer Linken.

Eine ganz besondere Attraktion für Bootsliebhaber und Energiesparer gibt es bei Bad Godesberg. Hier hat der Vorstandvorsitzende der Solarworld AG am Ufer seiner historischen Villa in Bonn Plittersdorf einen Steg mit Bootshaus in den Rhein bauen lassen. Steg und Bootshaus sind - wie könnte es anders sein - mit Fotovoltaik-Elementen überdacht und am Bootshaus ist zudem noch ein Wasserrad angebracht, das ebenfalls Strom erzeugt. Das hat natürlich schon Neider auf den Plan gerufen, wie der Bonner Generalanzeiger weiß: http://ga-bonn.de/1453833

Ich gönne Herrn Asbeck seine Villa samt Bootshaus von Herzen. Ein wenig neidisch könnt' ich eher auf die schöne Riva sein, die angeblich unterm dem Solardach schlummern soll. Wenigstens mal mitfahren, würd' ich gern, Herr Asbeck. Kontaktdaten gerne über PN!

Unser Tagesziel, die Marina Oberwinter erreichten wir am Nachmittag. Die Sonne war wieder einmal hinter schwarzen Wolken verschwunden. Wir konnten gerade noch so im Trockenen festmachen und die Persenninge auf der Fly zumachen, bevor der erste Regen prasselte.

Oberwinter bietet allen üblichen Service und ausreichend Platz. Die Untiefe in der Einfahrt, über die hier im schon mal berichtet wurde, war mit einer kleinen Tonne gekennzeichnet. So hatten wir kein Problem bei der Ansteuerung. Oberwinter bietet - abgesehen vom Regen - schöne Ausblicke, besonders auf den Drachenfels. Allerdings, wie so oft am Rhein, sorgen die Bundesstraße und die Eisenbahntrasse unmittelbar oberhalb der Marina für eine stetige Geräuschkulisse. Das Restaurant "Pfannekuchenschiff" ist übrigens leider immer noch geschlossen. Der Weg von der Marina zum Edeka-Laden ist aber kurz und so konnten wir frisch einkaufen und ich stand am Abend in der Kombüse, um uns ein leckeres Mahl zu brutzeln.

Gruss


Gerd
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  #22  
Alt 20.06.2016, 13:40
Gerd-RS Gerd-RS ist offline
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Standard Oberwinter bis Koblenz

Am 3.06. um 9 Uhr starteten wir in Oberwinter bei trübem aber immerhin zunächst noch trockenem Wetter zur nächsten Etappe. Der Yachtclub Rheinlache in Koblenz war unser Tagesziel.

Bald sahen wir am linken Ufer Remagen mit dem hoch überder Bundesstraße gelegenen Schloß Marienfels. Im Vergleich zu den vielen mittelalterlichen Burgen links und rechts des Rheines ist dieses Schloß, dessen Grundstein erst 1859 gelegt wurde, sehr jung. Besondere Aufmerksamkeit wurde ihm erst in der jüngsten Vergangenheit zuteil, als Thomas Gottschalk Marienfelserwarb und 2013 wieder verkaufte. Der Käufer: Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG, der ein Faible für historische Bautenund das nötige Kleingeld hat, um dies auch ausleben zu können. Der Hauptsitz seiner Firma befindet sich übrigens im „alten Wasserwerk“ in Bonn – das einige Jahre den Deutschen Bundestag beherbergte, bevor Bonn als Folge des „Gesetzes zur Vollendung der Deutschen Einheit“ den Status Bundeshauptstadt an Berlin zurückgeben musste.

Zahlreiche mittelalterliche Burgen mit bewegter Geschichte links und rechts des Stroms hätten eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Praktisch hinter jeder Kurve des Stroms lauerte ein „hoher Herr“ oder sein Landvogt in seinem Gemäuer, um den Schiffern Zoll abzuknöpfen. Wenn man bedenkt, wie viele Jahrhunderte vergehen mussten, bis der zollfreie Warenverkehr innerhalb der EU Wirklichkeit wurde…. Aber statt die schönen Burgen anzuschauen und die Gedanken schweifen zu lassen, mussten wir uns sehr auf Treibholz und den recht starken Berufsverkehr konzentrieren. Der Rhein ist eben keine bummelige Landstraße, sondern eine Autobahn. Um so mehr erstaunte michhin und wieder in meinen Augen eher wagemutige bis lebensmüde Paddler, Kanufahrer oder Ruderer. Sogar einen „Standup-Paddler“ bekamen wir zu sehen. Beiläufig erinnerte Petrus mit dem einen oder anderen Schauer daran, dass Deutschland gerade von nahezu ortsfesten Tiefs umzingelt war. Diese unangenehme Feuchtigkeit von oben veranlasste mich immer wieder, den Fahrstand auf der Fly gegen den Innenfahrstand zu tauschen, von dem man natürlich einen wesentlich eingeschränkteren Blick hat. Die beste Ehefrauvon allen machte dann „Oben“ immer wieder rasch „die Bude dicht“, was sie mit einigen Durchgängen bis zur Perfektion in Schnelligkeit und Präzision entwickelte.

Kurz vor Neuwied übernahm sie das Steuer und ich machte mich mit Ohrenschützern auf dem Kopf in den Maschinenraum, um nach dem Rechten zu sehen. Alles in Ordnung: Die beiden Volvos schnurrten wie zwei Kätzchen, keine besonderen Vorkommnisse. Bis ich den Blick auf das Steigrohr am Tank richtete: Oh weia. Wir hatten zuletzt in Krefeld getankt und die heftige Strömung des Rheins hatte ihren Tribut gefordert: Im Schauglas des Haupt-Tanks war fast kein Diesel mehr zu sehen und die beiden „Eisenschweine“ würden schonbald aus dem neuen Alu-Tank nuckeln. Nunja, da sind ja auch noch 500 Liter drin. Aber wieviel davon ist wirklich ausfahrbar?

Ich entschied, sicherheitshalber in Neuwied nachzutanken. Nur 200 Liter, denn wir wollten in Oppenheim die Möglichkeit nutzen, Diesel zum Straßentankstellenpreis mit nur geringen Aufschlag (3 Cent) zu bunkern. Wir erreichten den Yachthafen und die Tankstelle Neuwied zur Mittagszeit. Der telefonisch verständigte Hafenmeister und Tankwart in Personalunion bat um etwas Geduld und so warteten wir eine Weile bis wir die 200 Liter in den Tank rauschen lassen konnten. Während der Wartezeit hatte sich das Wetter weiter verschlechtert. Es regnete zeitweise wie aus Eimern und so beschlossen wir, erst einmal noch weiter zu warten. Nach ein oder zwei Stunden sah‘ es besser aus: Die Sonne blinzelte wieder zwischen den Wolken hervor und wir legten ab, um die wenigen, letzten Kilometer nach Koblenz zu schaffen. Aber kaum aus dem sicheren Hafen auf dem offenen Strom, gingen die Himmelsschleusen wieder auf: Wir passierten die Mündung der Mosel und das deutsche Eck wieder einmal im strömenden Regen.
Dann das „Wetter-Wunder von Koblenz“: Südlich der Rheinbrücke, praktisch genau in der Einfahrt zum Yachthafen Rheinlache war der heftige Schauer plötzlich vorüber, während es nördlich der Brücke weiter schüttete. Der herrliche, idyllisch gelegene Hafen empfing uns im Sonnenschein. Anlegen und Festmachen konnten wir ohne nass zu werden. Ein freundliches Mitglied des Vereins half uns und gab uns die Telefon-Nummer des Hafenmeisters. Mit der telefonischen Anmeldung erfuhren wir, wo Duschen, Toiletten und ein Anmeldeformularzu finden waren und wie die Liegegebühr entrichtet werden kann. Perfekt.

Ich kenne nicht sehr viele aber doch einige Häfen am Rhein. Aber das ist sicher: Koblenz Rheinlache ist einer der schönsten, wenn nicht der schönste Hafen: In einer parkähnlichen Anlage, stadtnahe aber ruhig gelegen und einfach nur schön. Die Bootsfreunde, die das Privileg haben, dort zu Hause zu sein, haben dazu neben dem Rhein auch noch die Mosel und die Lahn als einladende, nahe Ziele. Damit wird das Hausrevier natürlich um ein Vielfaches interessanter und abwechslungsreicher, als es an anderer Stelle sein kann. Na ja: Und einen besonderen Draht zu Petrus haben die Koblenzer zumindest für den Bereich ihrer Marina offenbar auch noch.

Gruss


Gerd
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  #23  
Alt 09.07.2016, 18:45
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Standard Koblenz - Wiesbaden - Oppenheim

Am 4. Juni verließen wir Koblenz frühmorgens. Nächstes Ziel: Wiesbaden Schierstein. Die besondere Herausforderung unterwegs: Die berühmte Bergstrecke von St.Goar nach Bingen. Bei Hochwasser.
Bei St. Goar sprach uns WS 24 auf Kanal 10 an: „Passt auf Treibholz! Bei uns machts alleweil „dong, dong dong!“ „Danke für die Warnung. Kennen wir schon seit Köln. Wir passen auf!“, war meine knappe Antwort. Prompte Antwort der "Freunde und Helfer": "Na da braucht ihr ja kein Radio um Musik zu hören!" Jetzt ging es konzentriert durch die extrem enge Fahrrinne bergauf. Strudel, richtige Stromschnellen zwangen uns Gas zu geben, um den Kurs sicher halten zu können. Ein gutes Gefühl, 2 x 380 PS für zuverlässigen Vortrieb zur Verfügung zu haben.

Wir sahen ein Segelboot, dass sich mühsam und auf Tonnenstrich voran kämpfte. Die müssen „alles geben“, um mit maximal 1 km/h bergauf fahren zu können, ging es mir durch den Kopf. Na ja, der Name des Schiffes war „Bummler“ - da wundert man sich nicht.

Schierstein kannte ich von meiner ersten Fahrt mit eigenem Festrumpf-Boot, einer Bayliner 2655, im Jahr 2001 gebraucht gekauft bei Marine Lässig in Kahl am Main. Im Hafen Schierstein hatte ich mir damals als blutiger Anfänger die eigene Heckleine in die Schraube gefahren. Als wir jetzt am Nachmittag gegen 16 Uhr erneut in Schierstein einliefen, wimmelte es dort vor eifrigen, jungen Wassersportlern: Schierstein war Gastgeber für Kanu- und Kajak-Regatten; das ganze Hafenbecken war entsprechend in Beschlag genommen. In einer Pause zwischen zwei Wettkämpfen konnten wir den einzig verbliebenen Liegeplatz für Gäste ansteuern. Damit hatten wir einen Logenplatz und bewunderten voller Respekt die jungen Leute, die uns mit viel Spaß und sportlichem Ehrgeiz vorführten, was wahrer Wassersport ist.
Nächstes und letztes Ziel auf dem Rhein war Oppenheim. Eigentlich schon über die Main-Mündung bei Mainz hinaus und damit nicht „am Weg“. Aber wir hatten gute Gründe, nach Oppenheim zu fahren: Im Hafen gibt es eine Tankstelle, die nur 3 Cent Aufpreis auf den Straßentankstellen-Preis verlangt. Wenn man über 1.000 Liter Diesel bunkern will, lohnt es sich dann schon, hin und zurück 34 km „Umweg“ in Kauf zu nehmen. Außerdem waren wir mit Freunden aus dem Rheingau und der Pfalz verabredet, die unsere Shirina bewundern wollten.

Vom Hafen Oppenheim erreicht man die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß. Den Hafenmeister haben wir auch hier nicht persönlich kennengelernt. Man vertraut darauf, dass Gäste ihren Obolus in den Briefkasten einwerfen. Den Zugangscode für das Hafentor gab es per Telefon. Nicht so toll: Die Stromanschlüsse sind nur mit 2 Ampere abgesichert. Ein bisschen wenig für große Boote mit Boiler, Kochplatte, Kühlschränken und anderen „Stromfressern“.

Während wir auf unseren Besuch warteten habe ich dann mal gerechnet und bekam einen gewaltigen Schreck: Seit Krefeld, also stets gegen den Strom, hatten wir einen durchschnittlichen Diesel-Verbrauch von sage und schreibe 6,5 Liter pro Kilometer. Würde das nun die Vorgabe für die ganze Strecke bis Kroatien sein? Mir wurde etwas flau in derMagengegend. Aber schließlich, so tröstete ich mich, waren wir ja auch bei Hochwasser den Rhein zu Berg gefahren. Oft mit 2000 U/min und sogar mehr, um eine Geschwindigkeit von 10 bis 12 kt halten zukönnen. Das würde auf dem nicht so extrem strömenden Main sicher besser und im vergangenen Jahr hatten wir in Holland schließlich auch nicht so viel verbraucht. Später, bergab, würden wir bestimmt auf erträglichere Verbrauchswerte kommen...

Oder hatte ich als alter Gleitbootfahrer doch noch nicht begriffen, dass 10 bis 12 kt stromauf für ein 20 t schweres Schiff einfach sehr schnell sind und D-Zug-Zuschlag kosten? Jedenfalls nahm ich mir fest vor, künftig noch langsamer zu fahren.

Gruss

Gerd
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  #24  
Alt 11.07.2016, 00:46
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Standard Die ersten Main Kilometer bis Frankfurt

Nach unserem Tankstopp und einem feucht-fröhlichen Abend mit Freunden in Oppenheim starteten wir am 6. Juni zu weiteren Abenteuern. 17 km den Rhein bergab zur Mainmündung waren rasch erledigt und ebenso neugierig wie wir, steckte Shirina ihre Nase, ähh, ihren Bug in ein für sie neues Gewässer. Schon bei Kilometer 3 wartete die erste Herausforderung:
Die Schleuse Kostheim. Stefanie und ich hatten zwar die ein oder andere, meist kleine Schleuse in Holland gemeistert, aber nun warteten allein auf dem Main 34 Großschleusen auf uns. Wir meldeten uns auf Kanal 20 und hörten erfreut, dass die Kammer zur Bergschleusung fertig sei und wir ohne anzuhalten einfahren sollten. Was hatte man uns nicht alles über lange Wartezeiten erzählt. Und über mürrische oder gar unfreundliche Schleusenwärter! Ich bat darum, möglichst vorsichtig das Wasser einströmen zu lassen – wir seien Anfänger und müssten uns erst ans Schleusen gewöhnen. Die freundliche Antwort des Schleusenwärters ließ ahnen, dass er ein breites Grinsen im Gesicht gehabt haben muss: „Wir haben hier nur 3 Meter Fallhöhe – da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen: Das schafft ihr!“ Wir haben’s geschafft. Genauso wie alle 33 weiteren Main-Schleusen: Ohne großen Stress, ohne Zwischenfall. Mit Respekt und Konzentration aber ohne Angst. Und fast immer ohne lange Wartezeit dafür aber ausnahmslos mit rundweg freundlichem Schleusenpersonal!

Irgendwann näherten wir uns dem Frankfurter Flughafen. Jedenfalls zogen die Airliner im Endanflug sehr tief über den Main und unsere Köpfe hinweg.
Faszinierend für einen Hobby-Piloten, die "großen Brüder" in Landekonfiguration über dem zweiten Hobby, unserem Schiff, beobachten zu können.

Unser Ziel war der Westhafen Frankfurt. Hier hatten wir uns telefonisch angemeldet und auch bereits einen Platz in einer Box direkt hinter der Fußgängerbrücke, die die Hafeneinfahrt überspannt, zugewiesen bekommen. Von der Länge passte es so gerade. Aber die Breite der Box, in der noch ein älteres, holländisches Plattbodenschiff vertäut war, ließ nur wenige Millimeter Luft zwischen den Fendern, dem Steg auf der einen und der Bordwand des alten Holländers auf der anderen Seite. Eigentlich hätte es einen Schuhanzieher gebraucht, um Shirina da hinein zu bugsieren. Aber es klappte auf Anhieb, was mir ein großes Lob der besten Ehefrau von allen einbrachte.

Die Marina Westhafen Frankfurt ist umfasst von neuen Büro- und Wohnblocks. Die meisten Liegeplätze sind fest vergeben, vermutlich an die Mieter oder Eigentümer der am Wasser liegenden Wohnungen. Der Pächter und Hafenmeister war wieder einmal nicht vor Ort und hatte uns gebeten, alles mit dem Wirt des kleinen, schwimmenden Cafe Emile zu regeln. Hier bezahlten wir das Liegegeld – 24 Euro pro Nacht – und bekamen den Schlüssel zum Tor der Steganlage. Man liegt mitten in der Großstadt und trotzdem relativ ruhig. Nur die Sirenen der Krankenwagen, die zum nahegelegenen Krankenhaus rasen, stören gelegentlich.

Hier in Frankfurt stießen unsere Freunde Helga und Günter zu uns. Sie waren mit dem Zug angereist und wollten uns nun bis Würzburg begleiten. Günter Lengnink, Autor zahlreicher nautischer Führer für die Adria, freute sich, mit uns auch einmal ein Binnengewässer zu erkunden. Wir freuten uns über die Gesellschaft und die versierte, tatkräftige Hilfe an Bord.
Und so wurden es dann auch wunderschöne, gemeinsame Tage an Bord und Landgänge mit vielen touristischen und kulinarischen Highlights am unteren und mittleren Main.

Gruss

Gerd
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  #25  
Alt 14.07.2016, 13:28
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Standard Frankfurt - Aschaffenburg

Am 08. Juni starteten wir nun zu viert an Bord mit Ziel Aschaffenburg. Wir hatten den Hafenmeister des Motorboot- und Wasserskiclub Aschaffenburg angerufen, wussten, dass wir willkommen sein würden und vor allem, dass Platz für uns vorhanden wäre.

9 Brücken passierten wir nach dem Westhafen allein im Stadtgebiet Frankfurt. Selbst bei relativ hohem Wasserstand kein Problem. Aber Shirina misst etwa 5,50 über der Wasserlinie – da schaut man lieber mal vorher in die Bücher und kontrolliert die Brückenhöhen.
Die vier Schleusen Offenbach, Mülheim, Krotzenburg und Kleinostheim meisterten wir problemlos. Mit der besten Ehefrau von allen im Zusammenspiel mit Günter hatte ich nun ein Top-Schleusenteam und brauchte mich selbst nur noch um's An- und Ablegen zu kümmern.

Eigentlich war es schon vorher klar, dass es keinen Sinn machen würde, ein vor uns langsam fahrendes Frachtschiff zu überholen, denn an der nächsten Schleuse würden wir natürlich auf genau dieses Frachtschiff wieder warten. Aber hin und wieder sollen und wollen ja die Turbolader auch mal zeigen, dass sie noch vorhanden sind und funktionieren. Also wurden zwischendurch mal 10 Minuten Gleitfahrt mit 20 kt als Abwechslung zur normalen Bummelfahrt-Geschwindigkeit mit maximal 8 kt eingelegt.

Bei Hanau passierten wir Schloss Phillipsruhe, eines der bedeutenden, barocken Baudenkmäler Hessens und kurz darauf erreichten wir bei Kahl am Main die hessisch-bayrische Landesgrenze. Danach teilt der Fluss noch das eine oder andere Mal die Länder Hessen und Bayern und sogar Baden Württemberg kann im späteren Verlauf des Mains einige Flusskilometer zur Hälfte für sich in Anspruch nehmen.

Am Nachmittag, gegen 17 Uhr, näherten wir uns Aschaffenburg, der „Pforte zum Spessart“. Schon von weitem grüßte das hoch über der Stadt gelegene Schloss Johannisburg, Anfang des 17. Jahrhunderts im Stil der Renaissance aus rotem Sandstein erbaut. Leider war es zum Teil eingerüstet. Dafür erstrahlte das ebenfalls hoch über dem Ufer thronende „Pompejanum“ im schönsten Sonnenschein. Nicht nur der Bayernkönig Ludwig II, sondern bereits Ludwig I hatte einen Faible für prachtvolle Bauten. Er ließ die Villa in Aschaffenburg 1840 bis 1848 als Nachbau eines römischen Wohnhauses errichten.

Unseren Liegeplatz am Kopfsteg mussten wir uns in Aschaffenburg mit einem weiteren Boot teilen. Kein Problem, der Steg war gerade lang genug. Die Wege für nautische Selbstversorger sind in Aschaffenburg allerdings lang: Zum Bäcker gut 800 Meter; zum Supermarkt gut 2km durch die schöne Stadt.

Gruss
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  #26  
Alt 20.07.2016, 18:28
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Wir verlassen das gastliche Aschaffenburg am Morgen des 9.Juni. Stromauf geht es in Richtung Miltenberg, unserem Ziel für diesen Tag.

Die Schleusen Oberau, Wallstadt, Klingenberg und Heubach bereiten uns keinerlei Probleme: Wir sind ohne Wartezeit mit einem Berufsschiff, einmal auch alleine geschleust worden. Ein großes Lob und Dank an das freundliche Personal. So schafften wir die knapp 40 km von Aschaffenburgnach Miltenberg trotz der vier Schleusen in gut 5 Stunden bei gemächlicher Fahrt, die den beiden „Eisenschweinen im Keller“ höchsten 1.500 U/min abverlangte.

Eigentlich wären wir viel lieber noch länger unterwegs gewesen und hätten den einen oder anderen Stopp eingelegt, um die reizvollen Orte, die links und rechts des Mains liegenblieben, zu besuchen. Nur leider gibt es praktisch keine Anlegemöglichkeiten in Stadt- oder Ortsnähe. Schon garnicht für Boote, die knapp 15 Meter lang sind. Die meisten Clubs und Vereine haben ihre Häfen und Stege nicht unbedingt direkt am Ort, sondern im grünen Umland. Und die Gemeinden haben – wenn überhaupt – nur Anleger für Ausflugsdampfer und andere Berufssschiffahrt. Schade. Würden die Stadt- und Gemeindevorsteher doch nur begreifen, dass auch Wassertouristen Geld in die örtliche Wirtschaft bringen und vielleicht sogar einmal wiederkommen, wenn es ihnen gut gefallen hat!

Eine der wenigen, lobenswerten Ausnahmen ist Miltenberg. Hier gibt es einen stadtnah gelegenen Kai, an dem man kostenlos festmachen darf. Zwar ohne Strom- und Wasserversorgung, was für uns aber kein Problem darstellt, weil Shirina über einen großen Wassertank und einen 8,6 kW-Generator verfügt.

Zum Einkaufen bei Aldi, Lidl & Co. ist es allerdings auch in Miltenberg nicht so ganz nah. Man läuft gut 20 Minuten, bis man am Stadtrand „Proviant fassen“ kann. Die beste Ehefrau von allen erledigte das gemeinsam mit Günter selbst bei 30°C im Schatten klaglos. Danke, Ihr Lieben, dass Ihr mich und Helga geschont habt.

Miltenberg’s Altstadt ist ein Schmuckstück! Der Main wird von einer Brücke überspannt, deren Türme und Tore an beiden Ufern stark an das Holstentor in Lübeck erinnern. Gewaltig! In der Altstadt beeindrucken die herrlichen Häuser aus verschiedenen Epochen, die Brunnen und Kirchtürme. Unter all‘dem Wunderschönen sticht ein Fachwerkhaus mit prunkvollem Giebel besonders hervor: Das angeblich älteste Gasthaus Deutschlands: „Zum Riesen“. Hier haben wir, nachdem wir in Aschaffenburg noch Selbstversorger an Bord waren, unser erstes „echt bayrisches“ Abendessen genossen: Schweinshaxe, Bratwürstel, Spinatknödel. Dazu der fränkischer Wein und ein erstes, fränkisches Kellerbier. Köstlich! Trotz des historischen und natürlich touristisch attraktiven Ortes, gab es alles zu durchaus günstigen Preisen bei freundlicher und flinker Bedienung. Ja, eine Empfehlung hat das „Zum Riesen“ wirklich verdient.

Am nächsten Morgen sind wir noch einmal in die Altstadt gegangen. Wir hatten am Abend zuvor einen Fischhandel und einen Gemüseladen entdeckt. Hier gab es frische Dorade. Dazu kauften wir reife Ochsentomaten. Der Fisch auf dem Cobb-Grill und dazu ein köstlicher Tomatensalat waren Grundlage des „Käpnt’s Dinner“ auf Shirinas Achterdeck am Abend.

Diesen Abend des 10. Juni verbrachten wir längsseits am Clubschiffe des Motor-Yacht-Club Wertheim in der Taubermündung. Schon die Einfahrt in die Tauber war eine Herausforderung: Die Straßenbrücke über die Tauber hat laut Handbuch eine lichte Höhe von 6,40 Meter über HSW. Der Main hatte – auch wenn der höchste, schiffbare Wasserstand noch nicht erreicht war - relativ viel Wasser. Shirina misst mit allen Antennen gut 6,20 Meter Höhe über der Wasserlinie. Also haben wir die Funkantenne erst einmal gelegt, auch der Radar-Reflektor wurde vorsichtshalber demontiert. Günter stand auf dem Sonnendeck und peilte. Ich fuhr mutig auf die Brücke zu. Es passte. Knapp aber gut. Auch der Liegeplatz am Clubschiff passte.

Nach einem herzlichen Willkommen durch den Hafenmeister machten wir uns schon bald auf den Weg, um die herrliche Altstadt zu erkunden. Wunderschönes, altes Fachwerk, malerische Winkel.

Es gab einen kleinen Markt und wir erstanden an einem der Stände das Abendessen für die nächsten Tag – köstliche Rindersteaks für den Grill. Nach einer ruhigen Nacht haben wir am nächsten Morgen die Stadtbesichtigung fortgesetzt. Mit einer Touristen-Bimmelbahn fuhren wir zur malerischen Burgruine hoch über der Stadt. Die trutzige Burg der Grafen von Wertheim sicherte im Mittelalter die Stadt, die offenbar aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage rasch wuchs und sich eine mächtige Stadtmauer mit 18 Türmen und Toren leisten konnte.

Die Abreise am frühen Nachmittag des 11. Juni brachte dann allerdings doch noch einen kleinen Adrenalinschub:

Bei dem Versuch, Shirina in der Tauber zu wenden, gab es plötzlich einen Ruck und wir saßen fest. Vermutlich war von einer Baustelle im Fluß oberhalb des Clubschiffes Sand ausgespült worden und hatte sich hier gesammelt. Ein paar Versuche mit dem Bugstrahlruder und beiden Maschinen, Shirina vorwärts frei zu bekommen, verliefen tatsächlich und nicht nur sprichwörtlich im Sande. Also zurück. Mit Leinen und der Hilfe einiger Clubmitglieder erst einmal wieder längs ans Clubschiff. Schnell war klar: Wenden geht nicht – hier kommen wir nur rückwärts wieder heraus. Zwei Lotsen, Stefanie und Günter, standen auf dem Achterdeck und gaben Kommando: „Mehr rechts, mehr links, jetzt geradeaus!“ weil ich vom Innenfahrstand nach hinten nichts sehen konnte und die erst im vergangenen Jahr einbaute Rückfahr-Kamera leider auch nicht funktionierte. Das alles passierte im nun einsetzten, heftigen Regen. Immerhin wusste ich, dass wir unter der Brücke durchpassen würden und konnte auf dem Plotter anhand der AIS-Signale wenigstens sehen, dass kein Berufsschiffkommen würde, als wir rückwärts aus der Tauber in den Main fuhren.

Wenige Kilometer nach Wertheim ging es durch die Schleuse Eichel. Stefanie und Günter taten ihren Schleusendienst im Ostfriesennerz. Bald erreichten wir die nächste Schleuse, Lengfurt. Hier gab es zum ersten Mal eine etwas längere Wartezeit: Gut 45 Minuten dümpelten wir bei unangenehmen Regen im Unterwasser der Schleuse, bis wir endlich mit einem Frachter bergauf geschleust wurden. Die verlorene Zeit wollte ich nach der Schleuse wenigstens zum Teil wieder aufholen und die Turbolader sollten auch mal wieder durchgeblasen werden. Also trotz Regen die Hebel auf den Tisch schon ging es mit 18 bis 20 kt dahin. Etwa bei km 183 passierte es dann: Bei einem Bojenabstand von 1 km war ich wegen eines entgegen kommenden Kreuzfahrtschiffes wohl etwas zu weit nach rechts ausgewichen: Es gab einenunüberhörbaren „Rumms“ und heftige Vibrationen ließen nur einen Schluß zu: Der StB.-Propeller hatte Grundberührung. Die rechte Maschine sofort ausgekuppelt und die Vibrationen waren weg. Was tun? Unser Tagesziel war Lohr. Vorher gab es sowieso keinen geeigneten Hafen. Also wurde mit der Backbord-Maschine weitergefahren. Auch die Schleuse Rothenfels schafften wir mit einer Maschine um dann endlich gegen 20 Uhr am Betonkai in Lohr festmachen zu können. Hier hätten wir nach vorheriger telefonischer Auskunft sogar mit einem Mobilkran auskranen können, was dann aber daran scheiterte, dass das Kranunternehmen keine Gurte für ein 20 Tonnen-Schiff hat.

Helfen konnten nach sicherer Auskunft der Clubfreunde in Lohr nur Bootsservice Würzburg, Georg Manger und Kranservice Nickel in Würzburg. Also ging es nach unruhiger Nacht (nicht nur wegen des Schwells am Liegeplatz!) am nächsten Morgen wieder mit nur einer Maschine weiter nach Würzburg.

Montag Vormittag konnten wir dann endlich mit Georg Manger und Hermann Nickel einen Krantermin im Hafen Lewandowski in Eibelstadt vereinbaren. Ich hatte mittlerweile meine Versicherung informiert und die Freigabe für den nicht ganz billigen Kraneinsatz bekommen. Immerhin musste ein 200 t Mobilkran samt Begleit-LKW mit Gewichten nach Eibelstadt kommen. Am 13.06. kam Shirina mal wieder auf’s Trockene. Der rechte Propeller war arg demoliert. Wenn das überhaupt jemand wieder richten kann, dann Gröver in Köln, war die einhellige Meinung – auch von Georg Manger, dem erfahrenen Würzburger Bootsmechaniker.

Der Leihwagen war rasch geordert. Georg Manger brachte uns zur Autovermietung nach Würzburg und schon waren wir mit dem Propeller im Kofferraum auf dem Weg nach Köln und damit auch auf dem Weg nach Hause. In nur drei Tagen hat die Firma Gröver unseren Propeller tatsächlich wieder repariert. Und das mitten in der Saison. Danke an die Herren Gröver Senior und Junior und ihre Mitarbeiter. Klasse Arbeit. Toller Service.Das ist heutzutage leider nicht mehr immer und überall so. Gröver gilt zu Recht als „der Propeller-Pabst“ in Deutschland.

So konnten wir am 22.06. wiedereinkranen. Ein besonderer Dank gebührt auch Georg Manger, der den Propeller ab- und anmontierte und bei der Gelegenheit auch gleich überprüfte, ob die Welle etwas abbekommen hätte. Hat sie nicht. Gott sein Dank. 60 mm-Wellen, die vor 25Jahren bei Neptunus verbaut wurden, halten offenbar doch etwas mehr aus…


Gruss





Gerd
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  #27  
Alt 26.07.2016, 12:28
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Standard Von Eibelstadt nach Schweinfurt

Von Eibelstadt nach Schweinfurt sind es gerade mal etwas über 70 km. Warum ich diesem kurzen Abschnitt unserer Reise ein eigenes „Kapitel“ widme, ist in der zweiten Hälfte des Beitrags zu lesen:
Eine Posse für’s „Hänneschen-Theater“, wie sie nur das Leben schreiben kann. Aber erst mal zum noch völlig normalen Anfang:

Nachdem wir eingekrant hatten, sind wir noch am Nachmittag des 22.06. von Eibelstadt aus weitergefahren. Helga und Günter waren bereits am 13.06. von Würzburg aus per Bahn nach Hause gefahren. So war es auch geplant, denn die beiden haben daheim einen traumhaft schönen Garten, der natürlich auch gepflegt sein will, damit er so traumhaft schön bleibt.

Also war ich mit meiner besten Ehefrau Stefanie als 1.Offizier (oder sollte ich mit meinem “Admiral“ schreiben?) wieder alleine an Bord.

Die Fahrt am 22.06. war nur kurz – eher zum wieder „eingewöhnen“ nach der Zwangspause. Es ging nach Mainstockheim, gut 30 km stromauf. Dazwischen die Schleusen Großmannsdorf, Marktbreit und Kitzingen, die wir perfekt meisterten. Wartezeiten gab es wieder einmal nicht. Unser Anlegemanöver im hintersten Winkel des kleinen Hafens Mainstockheim war etwas knifflig. Aber mit viel Geduld und gaaanz vorsichtigem Einsatz der Gashebel und des Bugstrahlruders konnte ich Shirina am Ende doch behutsam und sicher an den Steg bugsieren.

Wir hatten uns telefonisch angemeldet. Nach kurzer Zeit erschien ein Clubmitglied, begrüßte uns herzlich und machte uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut. Der Verein hat hier ein altes Fährhaus übernommen, saniert und zum Clubheim umgebaut. Ein echtes Schmuckstück. „Der kleine Hafenwar vorher eher ein „Dreckloch“, das niemand haben und wollte und um das sich niemand kümmerte“, erzählte uns unser Gastgeber. Heute sind Fährhaus und Hafen richtige Vorzeigeobjekte. Schön zu sehen, was Wassersportfreunde so auf die Beinestellen. Ich bin ja alles andere, als ein „Vereinsmeier“, muss aber hier einmal mehr mit Hochachtung bewundern, was gemeinnützige Vereinsarbeit leistet.

Am 23. Juni ging es frühmorgens weiter nach Schweinfurt. 42 km, 3 Schleusen. Wunderbare Landschaft. In Schweinfurt legten wir am Kai an der Gutermann-Promenade an. Nahe der Stadt aber ohne jegliche Infrastruktur: Kein Strom, kein Wasser und auch keine Möglichkeit, etwaigen Müll zu entsorgen. Hier gab es keinen Verein, kein für uns erkennbares Clubgelände. Für uns war es eindeutig ein öffentlicher Anleger, so, wie wir es beispielsweise auch in Miltenberg angetroffen hatten.

So weit so gut. Bis plötzlich gegen 20 Uhr 30 ein Auto auf der (Fußgänger-) Promenade erschien aus dem ein ungepflegt aussehender, zivil, in kurzer Hose gekleideter Mann ausstieg und an unser Fenster klopfte: „Ich komme die Liegegebühr kassieren!“ Auf meine Frage, wer er denn überhaupt sei und ober sich irgendwie als offizieller Kassierer ausweisen könne, kam die barsche Antwort:„Ich muss mich nicht ausweisen. Ich bin der Kassierer und Sie müssen jetzt bezahlen!“

„Da kann ja jeder kommen“, dachte ich und sagte das dann auch. Ohne irgendeinen Nachweis, dass er zum Kassieren berechtigt sei, würde ich ihm kein Geld geben, bekam er nun ebenso barsch von mir zu hören. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und war genauso erstaunlich wie lustig: „Wenn Sie jetzt nicht sofort bezahlen, komme ich mit meiner Frau wieder!“
„Nur zu!“ antwortete ich und rief ihm zu, ich könne ihm dann ja auch mal meine Frau vorstellen. Wutschnaubend fuhr mit seinem Auto, das genauso heruntergekommen aussah wie er selbst, von dannen.

Etwa eine knappe Stunde später klopfte es erneut: Nun stand ein wütendes Pärchen vor mir auf dem Kai. Immer noch wollten sie Geld, immer noch weigerten sie sich, mir ihren Namen zu nennen, geschweige denn, dass sie irgend eine Legitimation zur Berechtigung, hier zu kassieren zu dürfen, hätten vorweisen können. Also gab es auch kein Geld. Nach einigem hin und her wurde nun gedroht, die Polizei zu holen. „Nur zu!“ antwortete ich erneut: „Rufen Sie bitte die Polizei, sonst werde ich es tun, wenn Sie uns weiter belästigen.“

Die Zwei riefen die Polizei per Handy und tatsächlich erschienen nach kurzer Zeit zwei junge Beamte mit ihrem Streifenwagen. Sie hörten sich ruhig an, worum es ging und frugen dann das Pärchen ebenfalls nach einem Nachweis zur Berechtigung, hier zu kassieren. Die Beiden beteuerten, sie seien Pächter des Kais und von daher müssten alle Boote, die hier festmachen, bei ihnen bezahlen. Das stünde auch so in allen nautischen Führern. Den Pachtvertrag hätten sie im Büro, könnten und wollten den aber jetzt nicht mehr holen und vorzeigen. Nur einen Personalausweis konnte einer der beiden auf Verlangen den Beamten vorzeigen. Das konnte ich natürlich auch. Die Polizisten kamen schließlich zu dem Schluss, dass keine Straftat oder Ordnungswidrigkeit vorläge und dass sie gut verstehen könnten, dass ich die Zahlung verweigere.Wenn es berechtigte Ansprüche gäbe, wäre das eine zivilrechtliche Angelegenheit, die die Polizei nicht interessiert. Ich gab dem weiterhin wütend parlierenden Pärchen meine Visitenkarte und schlug vor, sie könnten mir ja einen Nachweis schicken, aus dem hervorgeht, dass sie zu Recht einen Anspruch gegen mich hätten. Dann würde ich umgehend bezahlen. Die Polizei verließ die Szene und damit war das abendliche Spektakel am Kai der Gutermann-Promenade in Schweinfurt endlich beendet.

Ich habe am nächsten Tag eine Email an das Tourismus-Büro der Stadt Schweinfurt geschrieben und darin, ähnlich aber kürzer wie hier, geschildert, was geschehen war. Die Antwort kam rasch und ist nachstehend zu lesen.

Zwei Wochen später bekam ich zu Hause Post, die mir natürlich nachgeschickt wurde. Eine Rechung einer Bootsschule Dietz über 10 Euro Liegegeld in Schweinfurt plus 100 Euro für „erhöhten Zeitaufwand“, da ich vor Ort die Zahlung verweigert hatte. Weil wiederum ein Nachweis fehlt, dass die Rechnung zu Recht erhoben wird, habe ich natürlich auch diese Rechnung nicht bezahlt. Weder 10 Euro Liegegeld, noch 100 Euro „Aufwandsentschädigung“.

Ist das nicht eine schöne Posse für’s Boote-Forum? Oder doch besser für’s Hänneschen-Theater?

Ich hoffe nur, die Stadt Schweinfurt wird dafür sorgen, dass solchem Tun das Handwerk gelegt wird. Denn ganz egal ob berechtigt oder unberechtigt: Wer so die Gäste der Stadt Schweinfurt begrüßt, schadet der Stadt nachhaltig. Hier müssen klare Verhältnisse geschaffen werden: Kassierer, wenn sie denn zu Recht kassieren, müssen sich ausweisen. Und sollten unter allen Umständen, die einfachsten Anstandsregeln sicher beherrschen.

Übrigens: Es gab inzwischen noch einmal Post: Von der Stadt Schweinfurt. Ein Bocksbeutel besten fränkischen Weines, Karten für's Museum und ein freundlicher Gruß mit der Bitte, Schweinfurt doch trotz allem in guter Erinnerung zu halten und wieder einmal zu besuchen. Wird gemacht. Versprochen!


PS.: Dies hier ist ein Törnbericht, ohne die Möglichkeit zu antworten. Wenn jemand zu unserem Erlebnis in Schweinfurt Stellung nehmen möchte, sollte er sich bitte per PN melden – ich (oder wer auch immer es mag) eröffne dazu natürlich gerne auch eine Diskussion an anderer Stelle im Forum.
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  #28  
Alt 13.08.2016, 14:52
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Standard Schweinfurt - Bamberg

Wir verlassen Schweinfurt am 24.06. gegen Mittag mit gemischten Gefühlen: Einmal war da die nervige Geschichte um unseren Liegeplatz, zum anderen aber auch die überraschend positive Erinnerung an eine schöne und auch gastfreundliche Stadt und ihr sehr bemühtes Fremdenverkehrsamt.

Unser nächstes Ziel, Bamberg, kannte ich bereits von einigen Besuchen als Tourist und vor allem als Genussmensch und Liebhaber fränkischer Braukunst: Hier gibt es alleine im Stadtgebiet gut 50 Brauereien. Darunter nicht nur Hersteller des bekannten Rauchbieres, das ich gar nicht so sehr mag; vielmehr gibt es unzählige Lagerbiere, Pils-Biere, Kellerbiere, ungespundete, trübe Biere, Braunbiere, dunkle Biere, Weizenbiere. Das Eldorado für Freunde des Gerstensaftes in Deutschland.

Wir hatten uns bereits mehrere Tage vorher telefonisch beim Motorbootclub Regnitz-Main angemeldet. Dementsprechend war ein Liegeplatz für uns frei, als wir am Abend des 24. Juni erst relativ spät gegen 19 Uhr 30 den Gästesteg des Clubs in der Regnitz-Mündung erreichten. Am nächsten Tag wurden wir von Vereinsvorstand Willi Reuter herzlich begrüßt.

Unterwegs hatte bei niedrigen Drehzahlen die Steuerbord-Maschine Warnpiepser und –Leuchte für den Öldruck ausgelöst. Gott sei Dank wurde aber ein korrekter Druckwert weiterhin angezeigt. Aber„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ dachte ich mir und hatte den Motor auf halber Strecke zwischen Schweinfurt und Bamberg erst einmal stillgelegt.

Im Vereinshafen wurde uns empfohlen, Rat bei Viertel-Motoren in Nürnberg einzuholen. Dies sei der größte Volvo-Penta-Stützpunkt in Bayern. Tatsächlich bot Viertel-Motoren sogar am Wochenende einen funktionierenden, dazu noch weiblichen, sowie äußerst kompetenten und sympathischen Telefon-Notdienst. Meine Diagnose wurde bestätigt: Der VP TAMD 71 B hat zwei Sensoren für den Öldruck: Einer misst den tatsächlichen Öldruck und überträgt den Wert auf das analoge Anzeigeinstrument, ein zweiter Druckschalter löst bei Unterschreiten einer vorgegebenen Schwelle nur den Signalton und die Warnlampe aus. Dieser Schalter musste defekt sein. Eigentlich wollte ich nun durch Austausch von einer zur anderen Maschine testen, ob meine Diagnose richtig wäre, musste aber bald aufgeben, weil der vermeintlich defekte Öldruckschalter so fest saß, dass ich ihn nicht abschrauben konnte. Also doch ein Fall für Viertel-Motoren in Nürnberg.

In Bamberg sind wir erst einmal ins Städtchen gewandert. Eine gute halbe Stunden Wegs, immer entlang der Regnitz. Bei einer Affenhitze, die den Bierdurst so richtig befeuerte. Aber schon am Vormittag bei 30 Grad eine oder gar zwei Halbe? Das hätte mich sicher aus den Latschen geworfen. Das Bier musste bis zum Abend warten. Hat dann aber umso besser geschmeckt.

In Alt- und Neustadt gibt es Straßen, Plätze und Gassen zum Flanieren mit vielen kleinen und großen Lädenzum Stöbern und Shoppen für die beste Ehefrau von allen während ich die Cafes und für den Abend die Biergärten Bambergs empfehlen kann. Hier gab es nicht nur gut zu Essen und zu Trinken, nein, auch zu Sehen gab’s viel Schönes: Sommer ist, wenn die Röcke kürzer werden.
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  #29  
Alt 04.09.2016, 13:11
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Standard Von Bamberg nach Nürnberg

Zur Steganlage des MBC Regnitz-Main im linken Regnitz-Arm hatten wir bereits die ersten Kilometer auf dem MDK zurückgelegt, der bei dem Örtchen Bischberg, nur wenige km nach der Schleuse Viereth, beginnt. Ab der Regnitz-Mündung bei km 3 führt er mitten durch Bamberg. Immerhin 6 Brücken überspannen dann den Kanal auf nur 4 Kilometern Strecke im Stadtgebiet. Bei km 7 am südlichen Stadtrand erwartete uns die erste Kanalschleuse – Bamberg. 15 weitere sollten bis Kehlheim auf der insgesamt 171 km langen Kanalstrecke folgen.

Jetzt fuhren wir auf einer Wasserstraße, die jünger ist, als unser Schiff: Shirina wurde 1991 gebaut, der Main-Donau-Kanal in seinem heutigen Ausbau wurde erst 1992 offiziell von Bundespräsident Richard von Weizäcker eröffnet. Allerdings hat es bereits vor 1200 Jahren Pläne Karls des Großen gegeben, Main und Donau mit einem Kanal zu verbinden. 1826 begann Ludwig I. von Bayern den Bau eines 177 km langen Kanals von Bamberg bis Kelheim, der tatsächlich 10 Jahre später in Betrieb genommen wurde. Damals wurden Holzkähne von Pferden auf Leinpfaden gezogen. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges wurde dieser Kanal 1950 auf Beschluss der Bayrischen Landesregierung aufgegeben, um dann recht bald erneut die Bautätigkeit wieder aufzunehmen, die am Ende, trotz vielfältiger Widerstände, zu dem Kanalausbau führte, wie wir ihn heute kennen. Die ausführliche, sehr lange und spannende Geschichte des Kanals und seiner Vorläufer kann man übrigens sehr schön auf Wikipedia lesen.

Wir hatten am 26. Juni gegen 10 Uhr in Bamberg die Leinen losgeworfen. Bis Nürnberg lagen 6 Schleusen und 63 km vor uns. Wir hielten uns hinter ein Berufsschiff geklemmt und wurden deshalb in Bamberg, Strullendorf und Forchheim ohne Wartezeit mitgeschleust. Nachdem der Frachter seine Reise in Forchheim beendete, gab es dann an den folgenden drei Schleusen leider Wartezeiten. An der Schleuse Hausen mussten wir mehr als eine Stunde warten, bis sich das Tor öffnete und sich ein "Mumiendampfer" herausschob. Nun wurde endlich für uns „grünes Licht“ zur Einfahrt signalisiert. Auch die Schleuse Erlangen ließ uns eine geraume Zeit warten. Damit war klar: Die beste und fußballfanatischte Ehefrau von allen würde das Fußball-Europameisterschaftsspiel Deutschland – Slowakei nicht mit eigenen Augen auf dem Bord-TV (geht nur bei Landstrom), sondern nur mit den Ohren im Radio verfolgen können. Das wird sie den Schleusenwärtern niemals verzeihen!

Wir fuhren sicherheitshalber nur mit der Backbord-Maschine, weil bei Start der Steuerbord-Maschine immer noch der Öldruck-Alarm ausgelöstwurde. Der Kanal führt nach Bamberg zunächst durch eine relativ eintönige Landschaft. Das Kanalbett ist eingedeicht, die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist, wie überall auf dem M-D-K, auf 13 km/h begrenzt. An einigen Stellen überquert der Kanal Straßen. Beikm 53,7 gibt es zum Beispiel die Kanalbrücke Zenn und bei km 61,9 überquert der Kanal das Rednitztal. Im Bereich dieser Trogbrücken ist die Geschwindigkeit noch einmal auf 6 km/h zu reduzieren.

Wegen der Wartezeiten und der Geschwindigkeitsbegrenzungen wurde es ein langer (Fahr-) Tag: Wir erreichten den Yachthafen Nürnberg erst gegen 20 Uhr 40. Vom ersten , bereits per Telefon zugewiesenen Liegeplatz reichte unser 50 Meter Landstromkabel leider nicht bis zum Anschlusskasten und ein am Steg gegenüberliegender Segler, der uns freundlich beim Anlegen geholfen hatte, mochte sein Kabel nicht mit uns teilen.Also mussten wir noch einmal verlegen. Tiefer ins Hafenbecken bedeutete aber auch, flacheres Wasser, was wir bald am aufgewühlten Schlamm bemerkten. Gott sei Dank aber nur Schlamm. Dann, zum Sonnenuntergang, gönnten wir uns endlich endlich den verdienten „Manöverschluck“ für diesen Tag. Für einen Landgang waren wir beide zu müde – vielleicht auch zu faul. Lieber noch einen zweiten (und Dritten? )"Sundowner" und dann ab in die Koje.

Am Vormittag darauf erschien der angeforderte Monteur von Viertel-Motoren. Für ihn war es ein Leichtes, den defekten Öldruckschalter zu tauschen: Der Profi ging mit Profi-Werkzeug ausgerüstet ans Werk und war in 30 Minuten fertig. Klasse. Für Arbeitslohn, Material und Anfahrt erleichterte Viertel-Motoren die Bordkasse um 310,50 Euro. Hart aber fair. Immerhin war die Reparatur erfolgreich. Danke Viertel-Motoren!

Mit Freunden aus Nürnberg genossen wir einen Grill-Abend an Bord. So haben wir leider von der Stadt nicht viel gesehen. Aber da wir Nürnberg von verschiedenen, vorangegangenen Besuchen per Auto bereits gut kennen (und schätzen!), beschlossen wir, die Reise ohne weiteren Aufenthalt fortzusetzen. Die "normale" Liegegebühr und das ausgefüllte Anmeldeformular wanderten im Briefumschlag in den Club-Briefkasten, bevor wir uns frühmorgens mit leiser Leerlaufdrehzahl von dem freundlichen Clubhafen verabschiedeten. Danke, "Clubberer" - oder heißen nur die Fußballer in Nürnberg so?
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  #30  
Alt 04.09.2016, 16:54
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Standard Von Nürnberg nach Beilngries

Wir hatten aus der Fahrt von Bamberg nach Nürnberg etwas gelernt:
Mehr als 60 km sind bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12 bis13 km/h sehr, eigentlich zu viel für eine Tagesetappe. Deshalb wollten wir es nun etwas geruhsamer angehen. Zumal uns unsere Freunde aus Nürnberg mit dem Auto nachfahren wollten. Sie hatten uns für den Abend zum Essen eingeladen. Der nächste Übernachtungsplatz sollte also noch in relativer Nähe zu Nürnberg liegen.

Wie schon zuvor auf dem Main, ist es auch auf dem M-D-K sehr schwer, einen Liegeplatz für ein knapp 15 Meter langes Boot zu finden. Die wenigen Yachthäfen können meist nur Boote von maximal 10 bis 12 Meter Länge aufnehmen und auch die Wassertiefen in den Sportboothäfen sind für unsere Shirina meist zu knapp. Irgendwie hatte ich erfahren, dass es in Ausnahmefällen möglich sei, mal eine Nacht im Hafen oder am Kai eines Wasser- und Schifffahrtamtes festmachen zu dürfen. So haben wir uns – von Nürnberg in 31 km Entfernung – die Außenstelle Hiltpoltstein des WSA Nürnberg als nächstes Tagesziel ausgeguckt. Natürlich haben wir dort erst einmal angerufen und erhielten den freundlichen Rat, zunächst im nahegelegenen Hafen Roth nachzufragen. Dort sei man eher auf Sportboote eingestellt und nur,wenn wir dort keinen Erfolg haben sollten, könnten wir uns ja noch einmal melden. Wir hatten keinen Erfolg: Der Hafenmeister in Roth erwartete in der Nacht das Anlegen eines über 150 Meter langen Passagierschiffs (wir nennen diese „Mumiendampfer“) – da wäre dann leider kein Platz mehr für uns. Also wieder in Hiltpoltstein angerufen. Die freundliche Dame, wenn ich mich richtig erinnere, mit dem Namen Vengels, erlaubte uns nun sofort, am Kai der WSA-Außenstelle in Hiltpoltstein anzulegen. Man würde es sogar für uns möglich machen, das sonst am Abend und in der Nacht verschlossene Gelände verlassen zu können, damit wir nicht hungrig zu Bett gehen müssten. Das nenne ich Bürgerfreundlichkeit! Gegen 16 Uhr 30 legten wir am 28.06. am Kai des WSA an, der sonst „nur für Dienstfahrzeuge“ reserviert ist. Gegen 17 Uhr 30 kam Frau Vengels nach Feierabend sogar noch einmal persönlich vorbei, um sich zu überzeugen, dass wir unser Schiff gut und sicher festgemacht hatten und wussten, wie wir das WSA Gelände verlassen und wieder betreten konnten. Danke, liebe Frau Vengel(s). Sie sind ein wahrer Engel!

Bald erschienen unsere Nürnberger Freunde. Sie luden uns in ein kleines, aber feines, fränkisches Landgasthaus ein, dem Gasthaus „Zur Linde“ in Roth-Pruppach. Das Einfache ist oft das Beste. Dieser Satz trifft hier 100%-ig zu. Danke Carmen und Alfred, Danke, Gasthaus „Zur Linde“. Es war ein unvergesslicher Abend, den wir standesgemäß auf dem Achterdeck ausklingen ließen.

Für den nächsten Tag, den 29.06. hatten wir uns eine ähnlich kurze Strecke vorgenommen. Das Ziel war der Hafen des Motoryachtclubs Altmühltal in Beilngries bei Kilometer 128,5. Auf dem Weg lagen 3 Schleusen und zwischen Kilometer 99 und 115,5 die Scheitelhaltung des Kanals mit der Europäischen Wasserscheide bei Kilometer 102,4. Waren wir bis hierhin„Bergfahrer“ so waren wir ab der Schleuse Bachhausen bei km 116 nun „Talfahrer“ in Richtung Donau. Die Schleusen verzögerten unsere Fahrt an diesem Tag kaum. Das Frachtschiff "Kilian" war unser "Türöffner" mit dem wir gemeinsam und ohne Wartezeiten geschleust wurden.
Inzwischen hatte sich auch die Landschaft am Kanal wieder deutlich geändert: Die teilweise sehr flach und eben erscheinenden Landstriche zwischen Bamberg und Nürnberg, die deutlich von Industrie geprägten Ufer vor und nach der fränkischen Hauptstadt wurden nun wieder durch eine liebliche Hügellandschaft, durch Wälder, Felder und Wiesen abgelöst. Hier und da tauchte ein Weiler oder ein Städtchen auf, oft mit mittelalterlich anmutender Stadtmauer, wie beispielsweise Berching. Kurz vor unserem Tagesziel grüßte die Benediktinerabtei Plankstetten weithin sichtbar vom Hang. Die Gegend lud zum Verweilen ein. Aber das bekannte Problem blieb bestehen: Keine Anlegemöglichkeit. Zu kleine und zu flache Yachthäfen. Vielleicht hätten wir doch besser ein kleines Schiff kaufen sollen.

Dieses Problem nervte erneut im Hafen des Tagesziels: In der Hafen-Einfahrt bei Beilngries gibt es erfreulicherweise einen großen, auch für uns ausreichenden Anlegesteg für Gäste. Aber leider mit der unübersehbaren Hinweistafel: Liegezeit maximal zwei Stunden! Wer vor hat, länger zu bleiben, muss sich um einen Liegeplatz beim Hafenmeister beziehungsweise dem 1. Vorsitzenden des Clubs bemühen. Natürlich haben wir gleich angerufen, unsere Bootslänge, Breite und unseren Tiefgang angegeben. Daraufhin wurde uns ein Platz an Steg-Nummer 7 zugewiesen, den ich mir aber vorsichthalber erst einmal von Land angesehen habe. Ganz offensichtlich war das Plätzchen für unser Dickschiff zu klein. Also noch einmal angerufen. Ja, wir könnten auch auf Platz Nr. 8 oder 9 ausweichen – also noch tiefer im Hafenbecken. An Platz 1 lag einStahlverdränger, auf dem ein älteres Ehepaar fleißig aufräumte und putzte. Der Skipper sprach mich an und warnte mich ausdrücklich in das Hafenbecken einzufahren. Das sei zu flach und zu eng für uns. Also wieder den 1.Vorsitzenden angerufen. Wir durften nun erst einmal bleiben, wo wir waren – er würde am Abend sowieso zum Hafen kommen und sich die Sache vor Ort ansehen. Nun – niemand hat uns später noch einmal angesprochen. Wir blieben also die ganze Nacht am Gästesteg und ich glaube, dass das auch richtig war. Für unsere 14,5 Meter Länge mussten wir hier übrigens 35 Euro für die Nacht bezahlen – das bisher höchste Liegegeld an Rhein, Main und dem MDK. Trotzdem hat es sich gelohnt, hier Halt zu machen.

Beilngries haben wir uns am Nachmittag und auch am nächsten Morgen noch zu Fuß „erlaufen“. Ein wunderschönes Städtchen! Mit guten Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Nähe zum Hafen. Also wurde der Proviant an Bord aufgefrischt. Auch mit köstlichem Bier aus der örtlichen Brauerei. Eigentlich sind wir viel zu schnell wieder aufgebrochen.
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