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BF - Trockendock und Linkliste Gesammeltes Fachwissen für die große Inspektion Keine Antwortmöglichkeit!

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  #1  
Alt 01.12.2006, 12:16
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Inhaltsliste - Arbeitssicherheit/Erste Hilfe/Personenrettung/Bordapotheke
  1. Arbeitssicherheit
  2. Sicherheitshinweis Schleifen
  3. Erste Hilfe
  4. Personenbergung
  5. Bordapotheke Ausstattung

Hinweis:

Auch wenn unsere Informationen von Fachleuten bereitgestellt werden und von hoher Qualität sind, müssen wir folgendes dazu schreiben:
Die in diesem Thread genannten Arzneimittel oder sonstigen Produkte stellen keine Empfehlung für deren Kauf bzw. Anwendung dar.
Die für die Anwendung dieser Arzneimittel zuverlässige Entscheidungsgrundlage ist eine dementsprechende Diagnose beim Arzt.

Diese hier bereitgestellten Informationen (auch in den PDF-Dokumenten) ersetzen keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker oder gar Kurse über lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben zu Wirkungsweise von Medikamenten oder Erste-Hilfe-Maßnahmen übernommen.

Geändert von Ride The Lightning (23.09.2014 um 20:44 Uhr)
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  #2  
Alt 26.03.2007, 22:29
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Standard Arbeitssicherheit/Erste Hilfe/Personenrettung/Bordapotheke

Arbeitssicherheit


Beim Ausüben unseres Hobbys gibt es insbesondere bei Reparaturen oder Instandsetzungen die Gefahr, sich durch mangelnde Arbeitssicherheit gesundheitliche Schäden zuzufügen. Arbeiten wie Abschleifen oder Abbeizen von altem Antifouling, Flexen von Stählen/ Eisen, Streichen von neuer Farbe, Spritzen von Gelcoat, Zulaminieren von Schäden etc. bergen doch gewisse Gefahren, die wir nicht unterschätzen sollten. Es mag auf den ersten Blick überflüssig erscheinen, ich weiß aber von mir - und so geht es anderen sicherlich auch - dass man manche Arbeiten auf die leichte Schulter nimmt. Im Folgenden habe ich ein paar Hinweise zur Arbeitssicherheit zusammengestellt. Bleibende Schäden durch unser Hobby müssen nicht sein.
Natürlich sollte eine vernünftige Erste-Hilfe-Ausrüstung ggf. mit Augenspülflasche (Augendusche) immer in Reichweite sein. Das Essen und Trinken am Arbeitsplatz sollte tabu sein.


Schutz der Augen
Dazu ist es unerlässlich, die Augen mithilfe einer Schutzbrille zu schützen. Diese Schutzbrille sollte nicht nur von vorne, sondern auch von der Seite möglichst fest und eng anliegen, um die Gefahr einer Augenverletzung durch Fremdkörper oder chemische Stoffe/ Verätzungen zu minimieren. Eine Sehhilfe (Brille) als Schutz ist in keinem Fall ausreichend!!


Schutz der Haare
Durch lange Haare besteht die Gefahr, mit diesen in laufende Geräte (Bohrmaschine etc) zu geraten. Bei entsprechenden Haarlängen diese zusammenbinden bzw. eine Mütze oder Cap aufsetzen, und in diesen die Haare verstecken.


Schutz der Ohren
Bei Arbeiten mit lauten Geräten wie z.B. einer Kreissäge ist es nötig, einen Gehörschutz („MickeyMäuse“, "Ohropax", "Stöpsel anderer Art") zu verwenden. Eine Lärmbelastung durch eine Kreissäge mit 110db ohne Schädigungen zu erleiden hält das Ohr lediglich weniger als 1 Minute aus.


Schutz der Lunge/ Atemwege
Bei Arbeiten mit Gasen/ Feinstäuben sollte unbedingt eine Atemschutzmaske getragen werden. Eine einfache Staubmaske, wie sie in vielen Baumärkten zu kaufen sind, reicht in den wenigsten Fällen aus, da sie nicht eng genug anliegen. Die Investition von etwas über 30 Euro in eine entsprechende Filtermaske mit auswechselbaren Filtern lohnt sich in jedem Fall. Ein Filter für schwach toxisches Material reicht nicht bei Polyester und Lösungsmitteln. Tuloin z.B. (Bestandteil von manchen Verdünnern) ist hochgiftig, also immer geeignete Filter verwenden (beraten lassen!). Bei Verarbeiten von sehr giftigen Materialien, wie z.B. Gelcoat sollte eine Luftversorgung durch unbelastete Luft gewährleistet sein!


Schutz von Händen/ Haut
Um die Gefahr von Verletzungen (Verätzungen/Quetschungen etc.) an den Händen zu vermeiden, sollten immer geeignete Handschuhe getragen werden. Auch hier wieder das Beispiel Tuloin (Bestandteil von manchen Verdünnern): es ist bei Hautkontakt hochgiftig, also immer geeignete Schutzkleidung tragen, welche den ganzen Körper abdecken.


Schutz der Füße
Sicherheitsschuhe sollten bei entsprechenden Gefährdungsmöglichkeiten getragen werden. Es gibt sie für vielerlei Einsätze: so gibt es Halbschuhe für mehr Bewegungsfreiheit, knöchelhohe Schuhe gegen Umknicken, wasserdichte und trotzdem atmunsaktive Schuhe, Schuhe mit rutschfester Sohle auf trockenen und nassen Untergründen, Schuhe mit Stahlkappen gegen Quetschungen sowie verstärkter Sohle (die Gefahr des Eintretens von Nägeln oder anderen spitzen Gegenständen wird hierdurch gebannt).
Verschafft Euch am besten selbst einen Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten (siehe Link unten).


Werkzeuge/ Maschinen
Die Geräte, mit denen wir arbeiten, müssen in ihrer Funktion einwandfrei sein. Reparaturen an solchen sollten nur bei genügend Know-How selbstständig gemacht werden. Beschädigte Kabel/ Leitungen sind sofort zu reparieren.
Unsere Werkzeuge sollten nur für den in den Beschreibungen festgesetzten bestimmungsgemäßen Einsatzfeldern benutzt und nicht zweckentfremdet werden.


Arbeiten unter schwebenden Lasten/ Aufpallen der Boote
Das Arbeiten unter schwebenden Lasten sollte tabu sein! Hierzu sind die Boote zusätzlich mit ausreichend dimensionierten Stützen zu sichern bzw. aufzupallen. Besonders ist auf die Kippsicherheit der Konstruktion achten.
Es muss außerdem vermieden werden, Punktbelastungen auf die Schiffsrümpfe aufzubringen, um keine Schädigung hervorzurufen.



Hier könnt Ihr Euch einen bildlichen Überblick über die Schutzmaßnahmen verschaffen:
http://www.uvex-safety.de/

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dieses Merkblatt ist ein erster Entwurf und bedarf sicherlich einiger Verbesserungen. Schickt uns gerne weitere Tipps/Verbesserungsvorschläge oder ein komplett überarbeitetes Dokument, dann werden wir das ändern.

Diese Hinweise gibt es nun auch zum Ausdrucken als Download:
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Arbeitssicherheit.pdf (305,5 KB, 619x aufgerufen)

Geändert von Ride The Lightning (04.04.2010 um 09:20 Uhr)
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  #3  
Alt 08.04.2007, 11:49
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Sicherheitshinweis Schleifen

Zitat:
Zitat von Holger Beitrag anzeigen
Aus gegebenem Anlass:

Schleifgerät: Winkelschleifer 8500 rpm, 2100 watt
Schleifmittel: Fiberscheibe Körnung 24, Durchmesser 180mm
Zubehörteil: Gummischleifteller, 180mm Durchmesser

Zum Schleifen mit Fiberschleifblättern an Winkelschleifern werden sogenannte Gummischleifteller oder Stützteller verwendet. Eine Schutzhaube ist für soche Schleifarbeit lt. Berufsgenossenschaft nicht vorgeschrieben und auch nicht zweckmässig, weil sonst der erforderliche flache Schleifwinkel nicht eingehalten werden kann.

Letzte Woche hatte ich mit einem solchen Schleifteller einen spontanen Totalzerleger. Die übriggebliebenen Fragmente zeigen, dass das Metallinlay (U-Scheibe) nur an etwa 20% der Fläche mit dem Schleifteller vulkanisiert war.
Weiterhin war der Schleifteller etwa 8 Jahre alt. Die Bruchspuren zeigten Haarrisse mit anschließendem Spontanbruch. 2/3 der Scheibe verschwand spurlos in der Landschaft.

Kollateralschäden: Latzhose, eindrucksvolle Platzwunde und Riesenhämatom am Oberschenkel oberhalb Kniescheibe (tut inzwischen nicht mehr weh ).

Fazit und Empfehlung: auch bei solchen Anwendungen im Flugbereich der Scheibe stabilere Kleidung (Lederhose, Lederschürze?) tragen. Schleifhaltung prüfen (Gesichtsschutz ist selbstverständlich!).
Gummischeiben vor Gebrauch auf Haarrisse prüfen, alle 2...3 jahre vorsorglich wegen möglicher Versprödung ersetzen. Bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius Kälte vor Anwendung erwärmen.

holger
Zitat:
Zitat von Holger Beitrag anzeigen
Übrigens:
Auch Schruppscheiben und Trennscheiben haben ein "Verfallsdatum" nach dem sie nicht mehr in den Handel kommen sollen.
Das Verfallsdatum ist auf der Metalleinfassung des Zentrumloches eingestanzt oder graviert.

holger
Auszug aus Sicherheitshinweis Schleifen

Geändert von Ride The Lightning (23.09.2014 um 20:46 Uhr)
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  #4  
Alt 17.10.2007, 18:18
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Erste Hilfe

Zitat:
Zitat von Pille112
Bitte beachtet: Diese Anleitungen ersetzen auf keinen Fall einen Erste-Hilfe-Kurs oder einen Kurs "Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort"!

Für einen Verletzten, kann ein qualifizierter Notruf das Leben bedeuten. Deshalb ist es wichtig, daß hier so wenig Fehler wie möglich gemacht werden.


Die Rettungsleitstellen disponieren den Rettungsdienst zunächst aufgrund der eingegangenen Notrufe. Durch möglichst genaue Beschreibung, der Verletzungen/Krankheiten kann der Disponent, welcher den Notruf entgegen nimmt, entscheiden, welche Rettungsmittel zum gemeldeten Einsatz geschickt werden. Ist ein Notarzt nötig? Muß gar ein Rettungshubschrauber geschickt werden? Reicht ein Rettungswagen? Müssen, aufgrund der Schadenslage, gar noch weitere Kräfte alarmiert werden(Feuerwehr, THW)? All diese Fragen, beantwortet sich die Rettungsleitstelle zunächst aus einem einfachen Anruf. Dabei sollten, für den Ersthelfer, Melder die fünf W´s im Mittelpunkt stehen.
  • Wo geschah es?
  • Was geschah?
  • Wieviele Verletzte?
  • Welche Arten von Verletzungen?
  • Warten auf Rückfragen!
Ein möglichst schneller, genauer Notruf gewährleistet, daß das richtige Rettungsmittel, in angemessener Zeit den Ersthelfer von seiner Verantwortung entbindet. Mit einem guten Notruf erleichtert Ihr Euch also selbst ihre Arbeit! Niemand erwartet allerdings von euch, daß ihr die Diagnosen eines Arztes stellt.


Erste Hilfe: Wiederbelebung (Reanimation)

Bitte beachtet: Diese Anleitung ersetzt auf keinen Fall einen Erste-Hilfe-Kurs oder einen Kurs "Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort"!


Was gilt es bei der Wiederbelebung zu beachten?

Vor der Wiederbelebung müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass in über 90 Prozent aller Kreislaufstillstände (nicht tastbarer Puls) mit Kammerflimmern (unkontrolliertes Zusammenziehen des Herzmuskels) einhergehen. Elektroschocks (Defibrillation) heben diesen Zustand unter Umständen auf. In den ersten zehn Minuten sind die Erfolgschancen am größten.

Sprecht den Patienten an und testet seine Reaktion auf Anfassen ggf. Rütteln. Wenn er nicht reagiert, überstreckt den Hals. Überprüft, ob der Brustkorb sich bewegt, und fühlt die Atembewegung mit Eurer Wange über seinen Atemwegen.


Wenn Atmung vorhanden bringt den Patienten in die stabile Seitenlage.

Holt bzw. lasst jetzt Hilfe :help: holen. Überprüft jedoch weiter die Atmung bis die Person wieder erwacht oder der Notarzt den Patienten übernimmt.


Keine Atmung vorhanden:




Vor Beginn der Wiederbelebung müssen folgende Punkte vorliegen:
  • Bewusstlosigkeit: der Patient reagiert nicht auf Ansprache
  • Atemstillstand: keine tastbare Atembewegung und keine Atemgeräusche
  • Notruf abgesetzt? Wenn nicht dann jetzt einen Notarztwagen alarmieren mit dem Zusatz „Ich fange jetzt an zu reanimieren“ (das hilft dem Disponenten in der Leitstelle)
Wählt sofort den Notruf (bundeseinheitliche Rufnummer 112).


Jetzt den Oberkörper des Patienten freimachen.

Drückt das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs 30 Mal etwa vier bis fünf Zentimeter nach unten.

Beatmet dann zwei Mal je eine Sekunde lang mit dem Mund zur Nase und starten anschließend wieder die Herzmassage.

Setzt die Maßnahmen solange fort, bis der Notarzt übernimmt oder bis der Patient wieder eine selbstständige Atmung hat.

Wenn die bewusstlose Person wieder Atem zeigt, legt man sie vorsichtig in die stabile Seitenlage, so dass sie nicht an eigenem Schleim oder Erbrochenem ersticken kann bzw. die Atmung durch den nach hinten fallenden Zungengrund behindert werden kann.

Überwacht nach der erfolgreichen Wiederbelebung des Patienten den Atem, bis der Notarzt übernimmt.

Wichtig: Wenn der Patient wiederbelebt worden ist und sein Bewusstsein wiedererlangt hat, kann er unter einem Schock stehen. Beruhigt ihn durch Zureden, und erzählt ihm, was geschehen ist, bis der Notarzt übernimmt.


Atemspende

Legt den Patienten auf den Rücken.

Beugt den Kopf des Patienten vorsichtig in den Nacken und verschließt dessen Mund, so dass keine Luft entweichen kann. Umfasst nun mit Ihren Lippen dessen Nase und beatmen ihn mit der Menge Eures Atemzuges (nicht mehr sonst kann es sein das er erbricht)

Erwachsene werden ca. zwölfmal in der Minute beatmet, Kinder je nach Körpergewicht bis zu 40mal.


Herzdruckmassage

Legt den Patienten unverzüglich auf eine harte Unterlage!
Vorzugsweise auf dem Boden

Platziert Eure Hand in der Mitte des Brustbeins. Legt Eure andere Hand zentral Richtung Kopf auf das Brustbein und drückt dies in rhythmischen Bewegungen gleichmäßig drei bis fünf Zentimeter Richtung Wirbelsäule.

Bei Erwachsenen komprimiert man etwa 100mal in der Minute. Bei Kindern ist dieser Rhythmus schneller (ca. 140mal/min).
Herz-Lungen-Wiederbelebung

Sorgt, wenn möglich, dafür, dass Ihnen jemand hilft.

Startet mit 30 mal Drücken auf das Brustbein, danach wird zweimal zügig beatmet, danach drückt wieder 30 mal usw. Daraus ergibt sich ein Rhythmus von 30 Thoraxkompressionen (Herzmassagen) und zwei Atemspende. Dieser Rhythmus gilt unabhängig ob ein oder zwei Helfer vor Ort sind.

Wichtig: Diese Maßnahmen können nur dann sicher erfolgreich angewandt werden, wenn sie vorher regelmäßig geübt worden sind.



Erste-Hilfe: Knochenbrüche


Anzeichen eines Knochenbruchs




Ein Knochenbruch durch äußere Gewalteinwirkung (z.B. Sturz) ist bei folgenden Anzeichen wahrscheinlich:
  • Abnorme Lage oder abnorme Beweglichkeit einer Extremität
  • Starke Schmerzen
  • Bewegungseinschränkung
  • Schonhaltung
  • Bluterguss und Schwellung
  • Offener Knochenbruch: Heraustreten von Knochen aus einer Wunde.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Den Patienten beruhigen, aus einer Gefahrenzone bringen (retten), oder wenn dies nicht möglich ist, Unfallstelle absichern.
  • Den Patienten ruhig hinlegen und warm halten.
  • Abtasten (vorsichtig !!!) der Arme und Beine ggf. mehrere/weitere Brüche.
  • Wenn sich im Bereich des Bruches Wunden mit bedrohlichen Blutungen (spritzend) befinden, muß erst die Blutung zum Stillstand gebracht werden und danach erfolgt dann erst die Ruhigstellung des Bruches.
  • Jetzt Notruf 112
  • Die betroffene Extremität nicht bewegen und durch Lagerung und Umpolstern ruhig stellen.
  • Offenen Bruch (Wunde im Bereich der Bruchstelle) mit sterilen Mullkompressen abdecken. Vorsicht Infektionsgefahr!
  • Bei geschlossenem Bruch (ohne Wunde) den betroffenen Bereich kühlen.
  • Ein Knochenbruch im Bereich der Oberschenkel oder des Beckens kann eine größere Blutung nach innen hervorrufen. Durch Blutverlust besteht die Gefahr eines Schocks und verblutens => Tod.
  • Bei einem Bruch der oberen Extremität (Arme) oder der Hand kann der Arm in einer Schlinge (z.B. umgebundenes Dreiecktuch) ruhiggestellt und der Patient ohne Eile in ein Krankenhaus gebracht werden.
Bei dem Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung gilt besondere Vorsicht: Der Patient darf nicht hochgehoben oder bewegt werden!




Erste-Hilfe: Kopfverletzungen (SHT)

Anzeichen von Kopfverletzungen (SHT=Schädel-Hirn-Trauma) :wall:



Durch eine Gewalteinwirkung auf den Kopf können unterschiedliche Verletzungen entstehen:
  • Gehirnerschütterung (Commotio)
  • Gehirnprellung (Contusio cerebri)
  • Gehirnquetschung (Compressio cerebri)
  • Schädelbruch (Schädelfraktur)
  • Hirnblutung (kann zum Atemstillstand führen)
Die Anzeichen können direkt nach dem Unfall oder erst mit einer Verzögerung von bis zu 24 Stunden auftreten:
  • Bewusstseinsstörungen wie z.B. Erinnerungslücke bei kurzzeitiger Bewusstlosigkeit, Bewusstseinstrübung, längere Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
Mögliche Folgen einer Gehirnverletzung:
  • Lähmungen
  • Krampfanfälle
  • Pupillenveränderungen
  • Atem- und Pulsunregelmäßigkeiten
  • Schock
Erste-Hilfe-Maßnahmen



Bei dem Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung gilt besondere Vorsicht : Der Patient darf nicht hochgehoben werden!
  • Prüft, ob der Patient ansprechbar ist; bei Bewusstlosigkeit und regelmäßiger Atmung den Patienten in die stabile Seitenlage bzw. Bauchlage bringen.
  • Ist der Patient ansprechbar, bringt man ihn in eine ruhige Umgebung, dann mit leicht erhöhtem Kopf flach lagern.
  • Jetzt Notruf 112
  • Wunden mit sterilen (Infektionsgefahr) Zellstoffmullkompressen abdecken.
  • Achtung keinen Druck auf den Schädel und die Wunde ausüben.
  • Den Patienten in regelmäßigen Abständen ansprechen und auch nach Übelkeit befragen
  • Den Patienten nicht allein lassen – es besteht ständig Lebensgefahr da sich der Zustand des Patienten jederzeit rapide verschlechtern kann, warm halten, beruhigen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Erste-Hilfe: Augenverletzungen


Anzeichen einer Augenverletzung

Schon kleine Fremdkörper (wie Staubpartikel) können das Auge irritieren. Die Anzeichen für einen Fremdkörper im Auge oder eine Augenverletzung sind:
  • Das Auge ist gerötet.
  • Starker Tränenfluss
  • Schmerzen
  • Der Patient versucht instinktiv, den Fremdkörper durch Reiben des Auges zu entfernen.
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
Bei direkter Verletzung eines oder beider Augen durch einen festsitzenden oder nicht sichtbaren Fremdkörper (z.B. Sand, Glas, Metall) solltet Ihr folgendes tun:
  • Den Patienten vom Reiben der Augen abhalten!
  • Einen Augenverband anlegen: Auch bei einseitiger Augenverletzung stets beide Augen leicht und ohne Druck mit einer sterilen Kompresse abdecken und sie mit einem Dreiecktuch fixieren. Dadurch werden die unangenehmen Augenbewgeungen reduziert.
  • Den Patienten beruhigen.
  • Jetzt Notruf 112
  • Die Augenbinde macht den Patienten künstlich blind; lasst ihn deshalb niemals alleine.
Kleine, sichtbare Fremdkörper (z.B. Staubpartikel, kleine Fliege) können Sie vorsichtig selbst entfernen:
  • Unter dem Oberlid:
  • Lasst den Patienten nach unten sehen. Dann das Oberlid an den Wimpern fassen, es über das Unterlid ziehen und über die Wimpern des Unterlides langsam zurückgleiten lassen.
  • Unter dem Unterlid:
  • Das Unterlid bei offenem Blick nach oben vorsichtig nach unten ziehen und den Fremdkörper mit einem sauberem Tuch entfernen.
  • Oder: Beide Augen schließen lassen und nur das nicht betroffene Auge vorsichtig und ohne Druck von außen nach innen Richtung Nase auswischen. (Grund: Die Augenbewegungen verlaufen immer synchron. Durch die Ausstreichbewegung wird die Bewegung auch im betroffenen Auge aktiviert, ohne dass es allerdings weiter gereizt wird.) Erst dann den Fremdkörper aus dem Augeninnenwinkel mit der angefeuchteten Spitze eines Tuches entfernen.
Führt dies nicht zum Erfolg, solltet Ihr weitere Maßnahmen unterlassen und einen Augenarzt aufsuchen.

Sind mehrere kleine oberflächliche Fremdkörper im Auge (Staub, Sand): das Auge vorsichtig mit viel Wasser spülen. Danach wie oben bei nicht sichtbaren Fremdkörpern verfahren und auf jeden Fall einen Augenarzt aufsuchen.

Verätzungen am Auge
Merke:
Säuren und Laugen sind ätzend!



Wer sich die Augen verätzt hat, klagt über massive Schmerzen und kneift beide Augen zusammen. Möglicherweise sind Hautveränderungen an den Augen durch die ätzende Substanz erkennbar. Verätzungen am Auge durch Säuren oder Laugen können schwere Verletzungen hervorrufen und verlangen sofortiges Handeln:
  • Notruf 112
  • Spült das Auge sofort mit viel klarem Wasser großzügig aus. Deckt dabei das gesunde Auge während der Spülung ab. Am besten hält ein Helfer das Auge auf, während ein zweiter das Wasser aus einem Gefäß aus einer Höhe von max. 10 Zentimetern ausgießt. Der Wasserstrahl sollte vom inneren Augenwinkel über das Auge zum äußeren Augenwinkel fließen. Reinigt das Auge auf diese Weise insgesamt etwa 20 Minuten. Dies gilt vor allem, wenn Haushaltsreiniger ins Auge gekommen ist. Dieser enthält die ätzende Substanz Ammoniak, die besonders stark mit allen Körpergeweben reagiert.
  • Sollte der Rettungswagen jetzt noch nicht eingetroffen sein, schließt beide Augen des Patienten und verbindet sie mit einem lichtundurchlässigen, angefeuchteten Tuch.
  • Teilt den Rettungssanitätern/-assistenten möglichst mit, welche Substanz die Verätzung ausgelöst hat. Gebt ihnen die Verpackung oder einen Zettel mit dem Namen der Chemikalie. Mit der genauen Zusammensetzung der Substanz können die Ärzte die Folgen der Verätzung besser behandeln.
Erste-Hilfe: Vergiftungen

Was sind Vergiftungen?

Aufnahme von Stoffen die dem Körper Schaden zufügen. Giftige Stoffe können Medikamente (ca. 40 Prozent der Vergiftungsunfälle), Putz- und Reinigungsmittel, Zigaretten, Alkohol, giftige Pflanzen, Pilze und Chemikalien sowie natürliche Stoffe sein.


Merke:
Gifte können auch über die Atemwege und über die (auch unverletzte) Haut aufgenommen werden.



Was sind Anzeichen einer Vergiftung?
  • Ungewöhnliches Verhalten, z.B. Erregungszustände, Zittrigkeit, Gangunsicherheit, Müdigkeit, Bewusstseinstrübung, Apathie bis hin zu Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Speichelfluss
  • Krampfartige Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Atemstörung bis hin zum Atemstillstand
  • Schock
  • Herz-Kreislauf-Versagen
Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Beruhigt den Patienten und bewahrt selbst Ruhe.
  • Jetzt Notruf 112
  • Ist der Patient ansprechbar, laßt ihn seinen Mund öffnen und versucht, eventuell vorhandene Reste des Eingenommenen mit einem Finger (Schutzhandschuhe tragen) auszuwischen.
  • Wichtig ist die Frage, was und wie viel der Patient zu sich genommen hat. Bewahrt alle Reste des Eingenommenen auf (z.B. Tabletten, Pflanzenteile, Pilze oder Chemikalienverpackungen). Gebt diese dem Rettungsdienst mit ins Krankenhaus, damit der Arzt feststellen kann, um welche Vergiftung es sich handelt.
  • Erbricht sich der Patient, helft ihm, indem Ihr ihn stützt.
  • Provoziert auf keinen Fall das Erbrechen, nach einem Krampfanfall, bei Störung des Bewusstseins oder der Atmung und nach dem Einnehmen von ätzenden Substanzen wie Säuren, Laugen, Haushaltsreinigern.
  • Das Erbrochene solltet Ihr in einem Gefäß sammeln und dem Rettungsdienst zur Analyse mit in die Klinik geben.
  • Zeigt der Patient keine Anzeichen einer Vergiftung, nachdem es eine eventuell giftige Substanz eingenommen hat, ruft bei dem Gift-Notruf-Zentrale Eurer Region an. Gebt Art und Menge der giftigen Substanz an, die er eingenommen hat. Ihr werdet dann von dort weitere Anweisungen bekommen.
  • Gebt dem Patienten auf keinen Fall etwas zu trinken! Dadurch kann bewirkt werden, dass das Gift schneller ins Blut aufgenommen wird oder sich erbricht.
Erste-Hilfe: Erfrierungen


Was ist eine Erfrierung?

Wenn Kälte anhaltend auf ungeschützte Stellen wie Finger, Zehen, Nase, Ohren oder Wangen einwirkt, kommt es zu Gewebeschädigungen der Haut und der tiefer liegenden Schichten.

Sie können ohne Veränderungen wieder abheilen oder, je nach Schweregrad, den Verlust von Gewebeteilen zur Folge haben (z.B. den Verlust einer Zehe nach Erfrierungen im Hochgebirge).
Was sind die Anzeichen für eine Erfrierung?



Die Symptome einer Erfrierung sind abhängig vom Schweregrad:
  • Grad I: Die Haut wird blass-gräulich, kalt und gefühllos. Nach Erwärmung rötet sie sich, und das Kind spürt starke, brennende Schmerzen und ein Kribbeln.
  • Grad II: Die Haut schwillt zusätzlich an, und es bilden sich Blasen.
  • Grad III: Die Haut ist völlig weiß, gefühllos und stirbt ab. Innerhalb von Tagen verfärbt sie sich blauschwarz.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Wärmt die Körperstellen des Patienten an Ihrem eigenen Körper. Schiebt beispielsweise die betroffene Hand unter die Kleidung in Ihre Achselhöhle.
  • Ist eine allgemeine Unterkühlung ausgeschlossen, sollte die betroffene Stelle aktiv bewegt werden. Aber massieren oder rubbelt die Haut nicht! Das kann die Haut weiter schädigen.
  • Wenn es möglich ist, erwärmt die erfrorene Körperstelle im Warmwasserbad mit schrittweise ansteigenden Temperaturen. Die langsame Erwärmung kann für den Patienten sehr schmerzhaft sein. Deshalb solltet Ihr die Erwärmung auch nur so weit durchführen, wie es für den Patienten angenehm ist.
  • Bedeckt verletzte Stellen locker mit einem sauberen, möglichst warmen Tuch oder einem sterilen Verband.
  • Jetzt Notruf 112
  • Gebt dem Patienten warme Getränke.
Gruß Carsten :bf:
Diese Hinweise gibt es nun auch zum Ausdrucken als Download:
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Erste Hilfe Maßnahmen.pdf (305,6 KB, 540x aufgerufen)

Geändert von Ride The Lightning (23.09.2014 um 20:45 Uhr)
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  #5  
Alt 18.11.2008, 20:36
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Personenbergung

Zitat:
Zitat von rascala17fm Beitrag anzeigen
Hallo Leute,

wie ich weiter oben geschrieben habe, suchte ich nach eine Möglichkeit,
Personen die über Bord gegenagen sind zu bergen.
Hintergrund ist ein Tragischer Bootsunfall mit vier Toten in Norwegen.

Da wir dieses Jahr ein Top Wetter in Norwegen hatten haben wir uns am
lezten Tag entschlossen eine Bergung zu simulieren.

Folgende Versuch haben wir durchgeführt:

Männlich Person 100 kg
Bekleidung handelsüblicher Floater nach gültiger EN Norm
Keine Schwimweste.
Boot Kasbool 17 ft Alu
Wasser Temp 13°...14°C
Kein Wind

1. Versuch
Trägt der Floater ja er trägt und hält die Person ohne Problem über Wasser.

2. Versuch
Person versucht alleine über Steuerboard, höhe ca. 60 cm ins Boot zu kommen.
Keine Chance.

3. Versuch
Person versucht über die Motorwanne ohne Badeleiter ins Boot zu kommen.
Schafft es im zweiten Versuch in dem er sich am Motor abstüzt.
Ist aber kaum zu schaffen wenn Wellengang gewesen währe.

4. Versuch
Person ohne Bewustsein. 2 Personen versuchen über Steuerbord nur mit den Händen zu bergen.
Keine Chance, Person zu schwer, Boot droht zu kentern.

5. Versuch
Person ohne Bewustsein. 2 Personen versuchen über Steuerbord mit Hilfe um den Körper gelegten Seilen in Art eines Flaschenzuges zu bergen.
Keine Chance, Person zu schwer, Boot droht zu kentern.

6. Versuch
Person versucht alleine über Steuerboard, höhe ca. 60 cm ins Boot zu kommen. Wird dabei von einer Person unterstüzt. Dritte Person ist Gegengewicht auf der Backboardseite.
Klappt, aber die Person im Wasser muß noch ausreichend Kräfte haben und noch nicht geschwächt sein.

7. Versuch
Person versucht über das Heck ins Boot zu kommen.
Hält sich dabei am Motor fest und eine ander person fährt die person mit Hilfe des Powertrimms nach oben.
Klappt, aber die Person im Wasser muß noch ausreichend Kräfte haben und noch nicht geschwächt sein.

8. Versuch
Person an Land schleppen.
Absolut dumme Idee, sofortiges ertrinken.
(Keine Angst er lebt noch ist Taucher)

Fazit:

1. Beachtet alle Sicherheitsregeln.
2. Achtet auf das Wetter.
3. Kommunikation ist alles Handy, Funkgerät.
4. Das Meer verzeiht keinen Fehler.

Carsten




Videos:

http://www.myvideo.de/watch/5131813
http://www.myvideo.de/watch/5132087/...Bergung_Teil_2
http://www.myvideo.de/watch/5135374/...Bergung_Teil_3
http://www.myvideo.de/watch/5135468

Auszug aus Bergungsausrüstung für Personen im Wasser

Zitat:
Zitat von Maunzerle Beitrag anzeigen
Es sind sehr viele Faktoren zu bedenken bei so einem Unfall!

A) Einen nassen Menschen, der sich womöglich vorher (so wie ich) mit Sonnencreme eingeschmiert hat, ist viel zu schwer, um ihn einfach mal so aus dem Wasser zu ziehen, selbst für vier starke Männerarme!!!

B) Je nach Menschentyp kommt dann die Aufregung und/oder Panik dazu, überlegt zu handeln.

Ich kann jetzt nur aus meiner Sicht schreiben. Mir hätte zum Beispiel das Zuwerfen eines Rettungsringes gar nichts genutzt, denn ich hatte gar keine Kraft (durch den enormen Blutverlust) mehr, mich daran festhalten zu können. Meine Retter haben genau das richtige getan und sind gleich mit ihrem Boot zu mir rangekommen. Über den Bootsrand gebeugt ergriffen sie mich, dann aber rutschte ich ihnen mehrfach aus den Händen (durch die Creme) und ich selbst hatte kaum Kraft mich an ihnen festzuhalten. Sie schafften es dann aber, mich an ihre Badeleiter zu ziehen wo ich dann mit Mühe und Not meine Arme so darin verkeilen konnte um über Wasser zu bleiben, sie haben mir dann ein Seil unter die Arme gezogen, über der Brust verknotet und versuchten dann mich hochzuziehen was nicht richtig funktionieren wollte. Mit letzter Anstrengung suchte ich mit dem heilen Bein die erste Sprosse der Badeleiter und drückte mich so gut es ging, während die beiden Männer zogen, hoch. Oben auf dem Bootsrand (ganz dolle festgehalten von meinen Rettern, die mir allerdings vorher noch das Bein abgebunden hatten) blieb ich dann liegen bis die Feuerwehr und Rettungswagen kam.

Ich weiß nicht, ob man sagen kann wie man was mache kann oder sollte. Das ist einfach abhängig von der Situation und den Gegebenheiten. Ich denke mal, dass auch das ins Wasser Springen, um dem Verunglückten zu helfen, nicht falsch ist, vorallem wenn der Verunglückte keine Kraft mehr hat oder gar besinnungslos ist.
Um einen Verunglückten, der nicht mehr selbst mithelfen kann, aus dem Wasser zu kommen, sollten diejenigen, die ein Schlauchboot mitführen, es damit versuchen.
Auszug aus Unfall in Schleuse Bollingerfähr

Geändert von Ride The Lightning (23.09.2014 um 20:45 Uhr)
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  #6  
Alt 10.12.2009, 20:43
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Bordapotheke - Ausstattung

Zitat:
Zitat von Smarties Beitrag anzeigen
Bin zwar keine Ärztin, aber Ausbilderin für Erste Hilfe, Sanis und auch EH Outdoor. Ich glaube, dazu zählt Blauwassersegeln.

Bei uns im Kurs empfehlen wir für alle Outdoorer eine gute Austattung für Chirurgische Notfälle.

Was die Medikamente angeht: Alle hier aufgelisteteten Präparate bitte unbedingt mit dem Hausarzt abklären! Sie sind nur eine Empfehlung. Und RP heißt - Rezeptpflichtig:

Liebe Skipper. Wenn ihr Medis mit an Bord nehmt, lasst die Liste vorher von allen Crewmitgliedern durch deren Hausarzt abklären, inwieweit die das Zeug auch schlucken dürfen. Und vor allem, in welcher Dosis.

Zitat:
Zitat von EH Outdoorskript von Monica Jüptner

1) Rucksack-Bord-apotheke, minimale Grundausstattung, pro Tour-Crew-Member
  • 1 steriles Verbandspäckchen
  • 2 sterile Kompressen bzw. nicht klebende Wundauflagen (z.B. Alu-Derm) (7 x 7 cm)
  • 1 Heftpflastersortiment (klein und groß)
  • 1 Rolle Leukoplast/Tapeverband (2,5 -) 3,5 cm / 5 m
  • 1 elastische, evtl. selbst haftende dünne Verbandsbinde (6 cm)
  • 1 elastische, selbst haftende Pflasterbinde 8 - 10 cm / 5 m zur (Gelenk-) Stabilisierung
  • 2 o. 3 Flexischienen & 3 elastische Binden 8—10 cm
  • 1 Dreiecktuch (auch als Ersatz-Hals- oder Kopftuch)
  • 1 Alu-Rettungsfolie zur Wärmeisolation bei Biwak oder Schock
  • 4 bis 6 Schmerztabletten (Kopfschmerzen, Fieber): z.B. Aspirin/ASS 500, Paracetamol (je 500 mg), Ibuprofen 400 mg
  • 2 stärkere Schmerztabletten, z.B. Gelonida NA oder Nedolon P (Rp)
  • für echte Notfälle evtl. sehr starke Mittel: z.B. Tramal oder Valoron N Tropfen (Rp)
  • 1 Wunddesinfektionsmittel: z.B. Mercuchrom (15 ml, Rp) oder Betaisodonna
  • Sonstige nützliche Kleinigkeiten: (am besten in der Apotheke aufgehoben):
  • 1 kleine Schere (oder besser Allzweckmesser), 1 Nähnadel und kräftiger Zwirnsfaden,
  • 1 kleiner Bleistift und Schreibpapier, 1 kurze Erste-Hilfe-Zusammenfassung,
  • 1 Feuerzeug oder 1 Schachtel (Sturm-) Streichhölzer, 1 kleine Kerze, z.B. Teelicht
  • evtl. 1 dünner Draht, 2 Sicherheitsnadeln, 2 Hohlnieten, Taschentücher, Toilettenpapier

2) Rucksack-Bord-apotheke für mehrtägige Touren:

Ergänzung durch weitere Verbandspäckchen, Kompressen, Verbandsbinden, elastische Binden und Dreiecktücher und Medikamente je nach Tourenlänge und Gruppengröße.
  • Sonnenschutzmittel für Haut (Schutzfaktor mind. 30!) und guter Lippenstift
  • Fettsalben (Melkfett, Vaseline) mit möglichst geringem Wasseranteil, zum Schutz vor Erfrierungen und/oder Austrocknung
  • Augen- und Nasensalbe, auch für wunde Haut: z.B. Bepanthen 5 g, Polyspectron Tr. (Antibiotisch Rp), Polyspectran (Rp)
  • Verstopfte Nase, Schnupfen: z.B. Otriven Einzelpipetten/-Nasengel,
  • Halsschmerzen: verschiedene Lutschtabletten; z.B. Lemoucin
  • Husten, verschleimt: z.B. Acetylcystein (ACC), Bisolvon, Ambroxol (Rp)
  • Übelkeit, Erbrechen, Magenstörung: z.B. Metoclopramid Tropfen oder Zäpfchen (Rp)
  • Starker Durchfall: z.B. Imodium / Loperamid
  • Muskel-/Gelenkschmerzen: z.B. Antirheumatikum, z.B. Ibuprofen 800 oder Diclofenac (jeweils Rp)

3) Ergänzung der Reiseapotheke für Trekkingtouren und Expeditionen
  • Bauchschmerzen, Koliken: z.B. Buscopan plus, Spasmo Cibalgin S
  • Völlegefühl, Blähungen: z.B. Lefax. Sodbrennen: z.B. Gelusil Lac
  • Verstopfung: z.B. Dulcolax, Laxoberal
  • Durchfall: z.B. Elektrolytersatz wie Elotrans N, sehr stark: Imodium
  • Schwere Infektionserkrankungen: z.B. Doxicyclin, Doxycyclin 100 mg (20 Stk.) (Rp), Cotrim (oxazol)
  • Augen: z.B. Visadron, Yxin, Chibro-Uvelin (UV-Schutz), Chloramphenicol-Salbe (antibiotisch)
  • Mückenschutz: z.B. Autan, evtl. Paral (Spray), Moskitonetz
  • Wasserdesinfektion: Micropur-Tabletten, evtl. Katadynfilter
  • Sterile Spritzen (5 ml) mit Kanülen ; Pinzette, Wattestäbchen, Fieberthermometer.
Das ist aber noch nicht alles. Die beste Bordapotheke nützt nix, wenn man damit nicht arbeiten kann. Wenn man die Situation nicht richtig einschätzen kann. Das kann und muss man lernen. Und bitte nicht nur der Skipper und Chiefmate, sondern jeder an Bord.

So weit ich weiß gibt es in Kiel erweiterte EH-Kurse wo sogar Injektionen und Infusionen gelernt werden können. Ob das sinnvoll ist? Hängt vom Revier ab und wie gut man es kann. Als Volumenersatz ist trinken oft auch eine Alternative. Und eine Fruchtschorle ist auch so gut wie eine Elektrolytlösung.

Hier ein paar Links zum lernen:

http://www.erste-hilfe-outdoor.de/
https://www.brk-muenchen.de/kursange...-hilfe-outdoor
http://www.websail.de/erste_hilfe.htm

Und dann noch mal was zum Defi. Der Defi bekämpft nur das Kammerflimmern, das elektrische Chaos im Herzen. Das allein rettet überhaupt kein Leben. Erst die Kombination von Elektroschock (Defibrillation), Beatmung (Sauerstoff für Hirn und Herz) und der Thoraxcompression (in Gang halten des Blutkreislaufes) ermöglicht, wenn alles passt, eine erfolgreiche Reanimation. In Küstennnähe sicher eine gute Idee. Die Defis kosten meist um die 1800 Euro. Wer sich einen holen will. Am besten den FRED Easy von Schiller.

Wenns jetzt noch Fargen gibt, einfach melden.

Liebe Grüße, Smarties (Monica Jüptner)
Auszug aus Bordapotheke

Geändert von Ride The Lightning (23.09.2014 um 20:44 Uhr)
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