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Alt 29.08.2002, 09:51
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Standard Ausstieg auf Zeit (von Axel Braunsberger)

Ausstieg auf Zeit

Einleitung
Welcher Segler träumt nicht vom großen Törn? Aussteigen, alles hinter sich lassen, endlich mit dem Traumschiff auf und davon. Aber die meisten von uns haben viele nachvollziehbare Gründe, warum dieser Traum warten muß. Klar wollen wir alle nicht bis 65 arbeiten, aber bis zum wohlverdienten Ruhestand wird die Realisierung wohl warten müssen ....
So oder ähnlich haben auch wir gedacht. Als Familie mit zwei Kindern (4 und 6 Jahre alt), ich (42 Jahre) mit einer eigenen kleinen Firma und meine Frau (39 Jahre) mit einer guten Position als CRM-Managerin erschien ein "Ausstieg" als ein Projekt, das wir getrost für die nächsten 15 Jahre in unseren Hinterköpfen vergraben konnten. Schule, finanzielle Situation und "Karriereplanung" schienen uns neben anderen Gründen entscheidend genug, um alle unsere Träume auf Eis zu legen und langjährig ruhen zu lassen. Dass wir heute in Australien segeln, das Great Barrier Reef entlang reisen und kurz vor einem Trip nach Neu Kaledonien und evt. Vanuatu stehen, bevor wir den Weg zurück nach Australien nehmen werden, verdanken wir Zufällen und natürlich einigem Glück. Wir haben aber festgestellt, dass dieser "Ausstieg auf Zeit" auch ohne Glück und Zufall realisierbar gewesen wäre – dass es uns lediglich an Mut und Entschlossenheit gefehlt hatte. Und dies ist auch die Kernaussage: Ein "Ausstieg auf Zeit" ist für sehr viele von uns möglich – jetzt und nicht erst in 10 oder 20 Jahren!

Einen Plan entwickeln
Nachdem wir Ende September 2001 den Entschluss gefaßt hatten, unseren Törn zu machen, blieben uns nur noch 10 Monate. 10 Monate für Planung und Realisierung. Definitives Ende unseres Törns ist die Einschulung unseres Sohnes im August diesen Jahres. Wir hatten keine Idee, welches Revier wir besegeln wollten und woher wir ein Schiff nehmen sollten. Wir hatten natürlich über die Jahre hinweg Vorstellungen entwickelt, wie unser Traumschiff aussehen sollte. Aber jetzt auf die Schnelle diese Vorstellungen konkretisieren, mit unserem (klar beschränkten) Geldbeutel in Übereinstimmung bringen und dann auch noch die Stelle auf der Welt finden, an der sich dieses Schiff befindet? Aussichtslos! Wo sollten wir anfangen? Und solange wir kein Schiff hatten, konnten wir natürlich auch nicht starten. Wie also beginnen?

Revier
Wir kalkulierten, dass wir nicht vor Ende Januar 2002 starten könnten. Wir reden also über 6-7 Monate. Eine Atlantik-Überquerung kam für uns nicht Frage – so lange wollten wir unsere Kinder nicht ans Schiff binden. Wir wollten etwas sehen von der Welt, aber nicht nur Blauwasser, sondern auch andere Menschen, Kulturen, Landschaften. Lange haben wir über das Mittelmeer als Startpunkt diskutiert – dann raus durchs Rote Meer oder auf die Kanaren? Nun ja, größere Teile hiervon lassen sich auch in 6 Wochen Ferien verwirklichen. Das war nicht ganz das große Abenteuer, von dem wir geträumt hatten. Und die afrikanische und oder vorderasiatische Küste erschienen uns medizinisch und politisch zu brisant. Karibik? Klar, das wäre es. Aber der amerikanische Dollar dominiert das gesamte Gebiet – und unsere Mittel sind deutlich begrenzt. Dennoch haben wir via Internet in endlosen Nächten alle Regionen nach Schiffen abgesucht. Und sind dabei auf sehr interessante Angebote in Australien gestoßen. Australien? Warum nicht? Great Barrier Reef, eine fulminante Natur, endlose Inseln und Strände – und die Südsee vor der Tür!

Das "Traumschiff"
Nach viel diskutieren und informieren haben wir dann systematisch den australischen Bootsmarkt im Internet studiert. Das Angebot an Yachten mit der aus unserer Sicht notwendigen Ausstattung für Blauwassersegeln ist groß und wir mußten schnell festlegen, welches unsere entscheidenden Kriterien waren. Je weiter das Projekt gedieh, desto sicherer war: Wir würden eine gebrauchte Yacht kaufen und diese im August wieder verkaufen. Unser Budget ließ nicht zu, die laufenden Kosten für den Unterhalt und die Pflege einer Yacht über Jahre hinweg zu finanzieren oder gar das gute Stück nach Europa zu bringen. Hier liegt der Charm unseres "Ausstiegs auf Zeit": Es ist eben nicht das Traumschiff fürs Leben, das wir finden mußten. Wir brauchten eine Yacht, die uns sicher und möglichst komfortabel ein halbes Jahr als Heimat dienen würde und sich danach gut wieder verkaufen ließe. Dies ist die zweite Kernaussage: Nicht Monate oder eher Jahre mit der Konzeption oder der Suche nach der einen Yacht verbringen – jetzt die Zeit nutzen und kompromißbereit sein.

Yachten im australischen Standard unterscheiden sich stark von den Schiffen, die wir in Europa gewohnt sind zu segeln. Wer bisher vorrangig mit Charteryachten unterwegs war, wird sich hier in der Innenausstattung umstellen müssen. Die Australier legen – wenn ein solch pauschale Aussage überhaupt möglich ist – nach unserer Beobachtung in der Regel weniger Wert auf eine hochglanzpolierte, klassisch "schöne" Einrichtung als vielmehr auf Zweckmäßigkeit und Komfort. Wir haben uns für eine Stahlyacht (Langkieler, ketchgetakelt, Zweimaster, 16 m Länge / 3,9 m Breite / 2,4 m Tiefgang, Baujahr 1971) entschieden, die an Ausrüstung und Ersatzteilen überkomplett ist.
Im folgenden eine kurze beispielhafte Beschreibung unserer Yacht:
Die Morning Star hat eine Vorderkabine mit zwei Kojen (unsere Kinder lieben ihr Reich), einen großzügigen Salon mit einer Seitenkoje, die tagsüber als Lese- und Spielplatz genutzt wird. Der Sitzbereich für 6 Personen kann wie üblich als Doppelkoje genutzt werden. Das Bad beinhaltet Toilette und Warmwasser-Dusche. Kernstück ist jedoch der Bereich im Abgang vor dem Salon. Hier befindet sich die Kombüse mit der selbst für australische Verhältnisse extrem großen Kühltruhe (170 Liter) und einer ebenso großen Gefriertruhe. Diese werden eutektisch betrieben, d.h. über einen zweiten Keilriemen über den 80 PS Ford-Motor. Ein kardanisch aufgehängter Gasherd mit Backofen (Ober- und Unterhitze), 2 Spülbecken, Warmwasserboiler und 4x 180 Liter Frischwassertanks mit einem 2-fach Filtersystem ermöglichen mehrwöchige Törns. Und: immer ein kaltes Bier, ohne dafür Gemüse verfaulen zu lassen! Direkt am Abgang befindet sich auch der Navigationsbereich. Mit großem Kartentisch, GPS, Log/Speed/Wind, Wetterfax, UKW, Radar, HF, CD-Spieler etc. ist hier alles vorhanden, was für dieses anspruchsvolle Revier notwendig ist. Ganz nebenbei – mit allein ca. 100 nautischen Karten und 6 kompletten Hafenhandbüchern (Australien, Torresstreet, Papua Neuguinea, Neu Kaledonien, Vanuatu und Fidji) ist auch hier alles da. Optimale Bewegungsfreiheit und direkter Zugang zum Steuerstand (hydraulische Ruderanlage) über dem Abgang ermöglichen eine sichere Navigation. Autopilot, ein zweites Hand-GPS und UKW-Sprechfunk sind vom Ruder aus ebenso zu bedienen wie aus dem Navigationsbereich. Direkt neben dem Navigationstisch befindet sich die unerläßliche Werkzeugecke. Auch hier ist alles all inclusive gewesen – vom Schraubenschlüssel bis zur Schleifmaschine. Die geräumige Achterkabine verfügt über zwei Doppelkojen und einen begehbaren Zugang zum hinteren Teil des Motors. Dieser ist zusätzlich vom Abgang aus erreichbar. Da ich in der Yachtelektrik-Branche groß geworden bin, habe ich hier einige Verbesserungen vorgenommen. 4x60 Watt Solarmodule machen uns komplett unabhängig vom Landstrom. Getrennte Batterien für Verbraucher (130 A Batterielader/Wechselrichter-Kombi) und Startermotor / Ankerwinsch (separates 15 A Ladegerät) sowie ein 1 kW Notstromaggregat versorgen uns komplett. Mit insgesamt 7 Segeln (Roll-Genua, Roll-Groß, Fock, Sturmfock, Multi-Purpose-Sail, 2 Besansegel) und einer kleveren Anordnung an Deck läßt sich die Morning Star sehr gut von 2 Personen segeln. Die Segeleigenschaften sind ausgesprochen gut. Designed hat dieses Schiff Alfred Noble, er hat es ca. 15 Jahre unter britischem Register selbst gesegelt. Ich bin der 4 Eigner und habe die Morning Star in Deutschland registrieren lassen. Für Ausländer ist eine Registrierung in Australien nicht möglich. Was noch? Ein Bauer-Tauchkompressor (aus Deutschland eingeführt) nebst Dinghi mit 6 PS Außenborder machen die Ausflüge ans Riff oder an einsame Traumstrände angenehm und erlauben echtes Non-Limit-Tauchen. Denn wenn schon Great-Barrier-Reef, Coralsea und Südsee – dann auch Tauchen (und schnorcheln), wann, wie und wo wir wollen!

Kosten
Die Frage nach den Kosten ist bei aller Schwärmerei über Revier und Yacht mit Sicherheit die interessanteste. Wir haben knapp 65.000 Euro bezahlt, für zusätzliche Ausstattung Reparaturen etc. haben wir ca. 10.000 Euro vorgesehen. Fast alle notwendigen Arbeiten (Antifouling, neue Reling, neue Masthalterungen, Überholung der Maschine etc.) haben wir den Vorbesitzer erledigen lassen. Dies war Teil des Kaufvertrages. Hinzu kommen Flugkosten für die gesamte Familien (ca. 3.000 Euro) sowie die Kosten für Flug etc für den Kauf des Schiffes (ca. 3.000 Euro, siehe unten). Die Lebenshaltungskosten in Australien entsprechen mehr oder weniger denen in Deutschland, tendenziell liegen sie etwas niedriger. Liegeplatzgebühren liegen bei ca. 20-30 AUS$. Wasser, Strom, Duschen etc. sind frei. Diesel liegt bei ca. 0,90 AUS$ je Liter (unser Verbrauch: 3 Liter je Betriebsstunde). Man kann hier – je nach Lebensstil – durchaus mit 1.500 AUS$ im Monat auskommen. Wieviel dann für Sightseeing, Essengehen oder sonstige Vergnügungen draufgeht liegt natürlich bei jedem einzelnen ...
Für Arbeiten am Schiff – sofern diese notwendig sind und nicht selbst durchgeführt werden können oder sollen – finden sich in allen großen Häfen hilfsbereite und äußerst qualifizierte Kräfte. Auch hier liegt ein Unterschied zum echten "Ausstieg": Die Zeit ist begrenzt. Und daher sollte man sich bei allen Arbeiten fragen, ob sie selbst gemacht werden sollen (positiv für den Geldbeutel) oder aber von anderen gemacht werden sollen. Denn: Ein "Ausstieg auf Zeit" sollte wie ein langer Urlaub sein. Soviel Frei- und Segelzeit wie möglich, so wenig Arbeitszeit wie nötig. Zudem ist das Lohnniveau wesentlich niedriger als bei uns. Ein Beispiel: Halterungen für unseren Tauchkompressor wurden aufs Deck geschweißt und wir haben eine Sitzbank als Abdeckung anfertigen lassen. Komplettpreis: 120 AUS$. Auch im Bereich der Ersatzteile – und hiermit muß bei aller Pflege bei einem älteren Boot immer gerechnet werden – haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht: Unser Startermotor für die 80 PS-Maschine – immerhin über 30 Jahre alt - war extrem überholungsbedürftig. Nach einer halben Stunde hatten wir über andere Segler und mit Hilfe der Marina den Spezialisten für diese Reparatur gefunden. Wir hatten die Wahl, einen neuen zu kaufen (klar, einfachster Weg) oder aber für den halben Preis unseren komplett überholen zu lassen. Der gesamte Innenbereich wurde durch Neuteile ersetzt. Dauer: 1 Tag. Kosten: 200 AUS$.
Als sehr wertvoll hat sich erwiesen, dass wir frühzeitig ein Konto in Australien eröffnet haben und unser gesamtes Geld (Kaufpreis, geschätzte Lebenskosten sowie ein dickes Sicherheitspolster - knapp 100.000 Euro) dorthin überwiesen haben. Dieses Geld wollen wir wohlgemerkt nicht verbrauchen. Wir gehen davon aus, daß wir unsere Yacht für ca. 70.000 - 75.000 Euro verkaufen werden, denn ein Wertverlust ist in 6 Monaten nicht zu erwarten. Tatsächlich steigt der Wert der Yacht, da wir doch dies oder jenes erneuern oder reparieren. Diese Einschätzung haben wir durch Kontakte zu hiesigen Brokern mehrfach verifiziert. Damit liegen die Kosten für unseren "Ausstieg auf Zeit" tatsächlich nur wenig oberhalb der Lebenshaltungs- und Unterhaltskosten. Und diese sind geringer als in Deutschland. Die Kosten für Flug und Zusatzausstattung sind durch den Wertzuwachs aller Voraussicht nach wieder hereinzuholen. Verdienen kann man an einer solchen Reise wohl eher nicht – aber sie kostet eben auch nicht die Welt.

Und die alte Heimat?
Im Unterschied zu einem normalen Jahresurlaub haben wir fast alle Kosten, die in Deutschland anfallen, minimiert. Wir haben unsere Wohnung untervermietet – dies deckt die gesamten Kosten und gibt uns die Sicherheit, dass jemand "nach dem rechten sieht". Wir haben unsere Kinder vom Kindergarten abgemeldet, vermeidbare Kosten wie Beiträge etc. minimiert und unser Auto stillgelegt und günstig untergestellt. Ein Familienmitglied haben wir mit Generalvollmacht ausgestattet und alle auch nur im Ansatz wichtigen Papiere übergeben. Dazu gehört auch ein Testament – wer weiß schon, was alles passiert. Unsere Steuerberaterin und unser Rechtsanwalt haben ebenfalls komplette Vollmacht, um den Wünschen und Vorgaben des deutschen Staates nachkommen zu können.
Neben den Kosten ist die berufliche Situation vorher und nachher der wichtigste und sicherlich schwierigste Part an solch einem Projekt. Für Angestellte empfiehlt sich, dem Arbeitgeber gegenüber mit offenen Karten zu spielen. Eine Kündigung muß man sicherlich in Kauf nehmen, aber es besteht immer eine sehr gute Chance, eine Freistellung oder einen Anschlußarbeitsvertrag bereits vorab vereinbaren zu können. Egal ob unbezahlter Urlaub oder Kündigung mit Wiedereinstellung: Die Argumentation ist die gleiche. Ist es in 6-7 Monaten möglich, einen qualifizierten Nachfolger zu finden und diesen einzuarbeiten? In der Regel nicht. Die Zeit ist begrenzt und geringer als z.B. ein Erziehungsurlaub von bis zu 3 Jahren. Und dies gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen. Und: natürlich kommt man frischer und motivierter wieder zurück. Ganz nebenbei: aus vielen Gesprächen haben wir die Erfahrung gewonnen, dass es auch "Chefs" gibt, die einen solchen Traum hegen. Und nicht im Weg stehen wollen. Aber hier ist sicherlich eine gute Portion Glück nötig. Kann eine Kündigung nicht vermieden werden, muß man leider in diesen sauren Apfel beißen – oder aber das Projekt verschieben. Vielleicht aber ist eine erzwungene berufliche Veränderung auch nicht immer das Schlechteste ....
Für Selbständige gibt es natürlich keine pauschale Antwort auf die Frage nach der Umsetzbarkeit. Erhalt des Status quo ist das Maximum, das sich ereichen läßt. Vertretung durch Partner oder Mitarbeiter, zeitweise Auslagerung auf Geschäftspartner oder der lange Arm via Internet – alles Möglichkeiten, die es zu prüfen gilt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß die Angst ums Überleben nie wirklich nachläßt. Aber in meinem Fall haben sich seit dem Entschluß viele neue Kontakte und Möglichkeiten zu Kooperationen ergeben, die ich vorher niemals erwartet hätte. Und schließlich könnten ja auch wir krank werden – und was würde dann aus unseren Firmen?
Und schließlich die Kinder. Für noch nicht schulpflichtige Kinder bestehen natürlich kaum Probleme. Wir haben alle Formalitäten für die Einschulung frühzeitig vorgenommen, Schulen und Behörden sind sehr kooperativ. Ein längerer (meistens beruflich begründeter) Auslandsaufenthalt ist schließlich nichts ungewöhnliches mehr. Und auch in unserem im internationalen Vergleich sehr starren Schulsystem gibt es für bereits schulpflichtige Kinder ein Recht auf ein einjähriges "homeschooling". Es ist nicht mehr notwendig, eine pädagogische Ausbildung bzw. Befähigung nachzuweisen. Die zuständige Schule bearbeitet entsprechende Anträge direkt bzw. in Abstimmung mit der Regierungsbehörde (je nach Bundesland gibt es hier aber evt. abweichende Regelungen). Die Kinder werden dann nach Rückkehr ihren Fähigkeiten entsprechend entweder versetzt oder wiederholen eine Klasse. Dies ist unserer Ansicht nach ein nicht zu hoher Preis für die Art von Lebenserfahrung, die ihnen auf diesem Wege zuteil wird.


Schiffskauf und -verkauf
Wer kauft schon täglich eine Yacht? Und dann in einem fremden Land? Via Internet haben wir Termine mit Brokern und privaten Inserenten vereinbart. Vorab haben wir uns Detailinformationen zu allen Schiffen und natürlich Bilder schicken lassen. So gerüstet, waren wir im November 2001 zu einem 10-Tage Trip mit extrem engem Zeitplan vor Ort. 7 Yachten zwischen Sydney und Bundaberg mit Hin-/Rückflug Brisbane standen auf unserer Liste. Beginnen sollte man mit einem Broker, um sich über den landesüblichen Ablauf zu informieren. Dies bedeutet eine Anzahlung (Deposit über 10% des Kaupreises) und Restzahlung bei Übernahme bzw. Zug-um-Zug. Bei einem Broker ist das Handling fast risikolos: Man macht ein Angebot, läßt einen Gutachter kommen, macht wenn möglich einen kurzen Segeltrip und legt dann die noch vorzunehmenden Arbeiten und den Endkaufpreis fest. Akzeptiert der Eigner, wird das Deposit gezahlt und die Restzahlung erfolgt bei Übernahme. Der Broker haftet für den ordnungsgemäßen Ablauf. Bei Kauf von Privat – wie in unserem Fall – besteht natürlich ein größeres Risiko. Der Vorbesitzer hat die Yacht vor der Tür, die Anzahlung ist geleistet – und wer garantiert, dass das Schiff sich noch dort befindet, wo man es in Empfang nehmen möchte? Rechtlich ist der Käufer auf der sicheren Seite: Die Anzahlung macht den Kaufvertrag rechtsgültig. Aber wer möchte schon sein Recht in Australien einklagen? Wir haben uns abgesichert, indem wir die Originalschiffspapiere mit nach Deutschland genommen haben. Verkaufen werden wir das Schiff Ende Juli in Gladestone über einen Broker, falls wir bis dahin keinen privaten Käufer gefunden haben, der diesen Schritt überflüssig macht. Kostengünstiges Mooring und die komplette Abwicklung wenn irgendmöglich innerhalb von 3 Monaten wird ansonst durch die Broker garantiert.

Resümee
Nach zwei Monaten unter Segeln haben wir noch in keinem Moment unsere Entscheidung bereut. Wir haben aber gelernt, dass es wichtig ist, gerade während der Planungsphase sensibel zu sein. Vor allem im engeren Freundeskreis oder auch in der Familie kann der Entschluss, dem geregelten Leben auch nur zeitweise den Rücken zu kehren, unerwartete Reaktionen hervorrufen. Diese variieren von der Angst um uns bis hin zu offenem oder versteckten Neid. Gerade das letzte ist nur menschlich, denn wer vielleicht selbst von einem solchen "Ausstieg" träumt und keine Chance zur Realisierung sieht (oder hat), wird ungewollt Neid oder Mißgunst entwickeln. Hier ist ein feinfühliges Gespräch einer lauthals heraus posaunten Freude über diesen wichtigen Schritt im Leben immer vorzuziehen. Und ein wichtiger Schritt ist es allemal: Sich ein Stück Freiheit nehmen und das Leben jetzt und heute zu genießen. Denn wer weiß schon, in welcher Verfassung unsere Welt und auch wir selbst in 10 oder 20 Jahren sind. Und jeder, der eine solche Reise macht, wird verändert zurück kommen. Positive und auch negative Erfahrungen werden uns prägen und unseren Horizont – hoffentlich - erweitern.
Für Reaktionen, weitere Informationen, Fragen und natürlich auch Kaufinteressenten stehe ich unter Braunsberger@web.de gerne zur Verfügung.

Axel Braunsberger
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  #2  
Alt 29.08.2002, 10:15
dennisfrantzen dennisfrantzen ist offline
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Tolle Story,
hat bestimmt viel Spaß gemacht und die Kinder werden ja praktisch mit dem segeln groß!
Find ich irgendwie voll geil 6 Monate segeln!

Wünsche dir noch viel Spaß beim Verkauf!

PS: Hast du Bilder?


Ciao

Dennis
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  #3  
Alt 29.08.2002, 10:17
Benutzerbild von Cyrus
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Nur von seinem Boot habe ich Bilder...

http://www2.kegel.de/ms/morningstar/index.htm
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  #4  
Alt 29.08.2002, 12:09
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Olaf Olaf ist offline
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Wär aber nicht nötig gewesen, das Boot nach mir zu benennen...
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Viele Grüsse,
Olaf
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