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  #141  
Alt 13.08.2019, 12:21
Benutzerbild von Käpt'n Rook
Käpt'n Rook Käpt'n Rook ist offline
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Tag 12

Motorstunden: 1.7
Kilometer:11
Schleusen: 0
Wetter: Sonne mit reichlich Wind und immer wieder Wolken

Der Tag beginnt - eigentlich in der Nacht.
Ich hatte ja Sprit gebunkert und meinte, da ist noch Platz im Tank. Bei dem neuen Tank bin ich mir über den tatsächlichen Inhalt noch nicht im klaren. Es sollen ca. 200 l passen. Ca. 160 sind ungefähr drin. Außerdem habe ich eine neue Kartusche für die Gaslampe gekauft und im Eisatz. Abends riecht es in der Plicht ganz ordentlich nach irdendwas. Nicht so gut, kanns aber nicht einordnen und habe die Gaslampe im Verdacht. Also, Lampe aus und in die Koje. Gegen 4 werde ich wach, und registriere einen schweren Geruch, der in die Kajüte zieht. Benzin? Weiss nicht. Ich rappele mich auf und räume die Plicht um, so dass ich die Bodendeckel vom Motorraum öffnen kann. Zunächst mal riecht es es ordentlich nach Benzin, sehen kann ich nichts. Wo hatte ich noch mal die Akkutaschenlampe? Ich sehe sie in der Plicht nicht, muss also mit der Handylampe zufrieden sein. Auf der Oberseite des Tanks habe ich drei Revisionsöffnungen. Zwei hatte ich mit Dichtmittel verschraubt, die dritte irgendwie nicht mehr. Die hat eine Papierdichtung. Rundrum drückt sanft Benzin raus, ebenso bei den 8 Schrauben. Fazit: der Sprit steht (zumindest auf der Steuerbordseite) gegen den Tankdeckel, ist also voll. Zu voll. Was nun. Ich hocke vor meinem Motorraum und grübele im Halbschlaf, wie ich nun mitten in der Nacht den Sprit wieder aus dem Tank bekomme. Da fällt mir mein grauer Spritschlauch vom Aussenborder wieder ein, der schon mal rettend wichtig war auf diesem Törn). Ich schraube also die Spritzuführung zum Benzinhahn ab und stecke den Schlauch auf das Gewinde-passt. Jetzt das andere Ende in den leeren 20l-Kanister und den in das Backbordfach im Motorraum,-passt. Jetzt pumpen -klappt, und der Kanister füllt sich. Irgendwann stoppe ich den Prozess und verstaue alles wieder. Dann ziehe ich die Schrauben der Revisionsöffnung nach. Das hätte ich besser vorher schon mal gemacht, die sind ziemlich lose. Vielleicht wäre das alles gar nicht ...
Ach, egal. Die Luke ist wieder dicht und ich finde im Motorraum eine kleine Pfütze, und zwar da, wo das Benzin immer stand, als der undichte Tank noch verbaut war. Oh nein, was nu schon wieder? Mit etwas Toilettenpaper sauge ich die Pfütze auf, riecht nicht, wird also Wasser sein. Puh, was anderes hätte ich jetzt auch nicht gebraucht. Bleibt die Frage, woher das Wasser wohl kommt. Ob bei der Überquerung der Müritz wohl Wasser durch eine der kleinen Öffnungen über der Badeplattform geschlagen ist? Egal, war nicht viel, wir gehen zunächst nicht unter und ich will ins Bett. Ich lüfte durch und lege mich wieder, einigermaßen beruhigt. Die erste Dämmerung nehme ich durch den Vorhang noch war, dann bin ich weg.

Fortsetzung folgt.
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  #142  
Alt 13.08.2019, 12:23
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Käpt'n Rook Käpt'n Rook ist offline
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Tag 12

Motorstunden: 1.7
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Wetter: Sonne mit reichlich Wind und immer wieder Wolken

Der Tag beginnt - eigentlich in der Nacht.
Ich hatte ja Sprit gebunkert und meinte, da ist noch Platz im Tank. Bei dem neuen Tank bin ich mir über den tatsächlichen Inhalt noch nicht im klaren. Es sollen ca. 200 l passen. Ca. 160 sind ungefähr drin. Außerdem habe ich eine neue Kartusche für die Gaslampe gekauft und im Eisatz. Abends riecht es in der Plicht ganz ordentlich nach irdendwas. Nicht so gut, kanns aber nicht einordnen und habe die Gaslampe im Verdacht. Also, Lampe aus und in die Koje. Gegen 4 werde ich wach, und registriere einen schweren Geruch, der in die Kajüte zieht. Benzin? Weiss nicht. Ich rappele mich auf und räume die Plicht um, so dass ich die Bodendeckel vom Motorraum öffnen kann. Zunächst mal riecht es es ordentlich nach Benzin, sehen kann ich nichts. Wo hatte ich noch mal die Akkutaschenlampe? Ich sehe sie in der Plicht nicht, muss also mit der Handylampe zufrieden sein. Auf der Oberseite des Tanks habe ich drei Revisionsöffnungen. Zwei hatte ich mit Dichtmittel verschraubt, die dritte irgendwie nicht mehr. Die hat eine Papierdichtung. Rundrum drückt sanft Benzin raus, ebenso bei den 8 Schrauben. Fazit: der Sprit steht (zumindest auf der Steuerbordseite) gegen den Tankdeckel, ist also voll. Zu voll. Was nun. Ich hocke vor meinem Motorraum und grübele im Halbschlaf, wie ich nun mitten in der Nacht den Sprit wieder aus dem Tank bekomme. Da fällt mir mein grauer Spritschlauch vom Aussenborder wieder ein, der schon mal rettend wichtig war auf diesem Törn). Ich schraube also die Spritzuführung zum Benzinhahn ab und stecke den Schlauch auf das Gewinde-passt. Jetzt das andere Ende in den leeren 20l-Kanister und den in das Backbordfach im Motorraum,-passt. Jetzt pumpen -klappt, und der Kanister füllt sich. Irgendwann stoppe ich den Prozess und verstaue alles wieder. Dann ziehe ich die Schrauben der Revisionsöffnung nach. Das hätte ich besser vorher schon mal gemacht, die sind ziemlich lose. Vielleicht wäre das alles gar nicht ...
Ach, egal. Die Luke ist wieder dicht und ich finde im Motorraum eine kleine Pfütze, und zwar da, wo das Benzin immer stand, als der undichte Tank noch verbaut war. Oh nein, was nu schon wieder? Mit etwas Toilettenpaper sauge ich die Pfütze auf, riecht nicht, wird also Wasser sein. Puh, was anderes hätte ich jetzt auch nicht gebraucht. Bleibt die Frage, woher das Wasser wohl kommt. Ob bei der Überquerung der Müritz wohl Wasser durch eine der kleinen Öffnungen über der Badeplattform geschlagen ist? Egal, war nicht viel, wir gehen zunächst nicht unter und ich will ins Bett. Ich lüfte durch und lege mich wieder, einigermaßen beruhigt. Die erste Dämmerung nehme ich durch den Vorhang noch war, dann bin ich weg.

Fortsetzung folgt.
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  #143  
Alt 13.08.2019, 13:35
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Ron_Berlin Ron_Berlin ist offline
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Hallo Roland,

ich weiß nicht wie es bei deiner doriff ist, aber bei mir sind kurz vor den Heckklampen Lüftungslamellen. Da kann es schon mal passieren das ein wenig Wasser reinkommt.
Auch der Blower sitzt bei mir kurz über der Badeplattform.

Weiter einen schönen Urlaub.

Gruß Ronald
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  #144  
Alt 13.08.2019, 14:17
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Zitat:
Zitat von Ron_Berlin Beitrag anzeigen
Hallo Roland,

ich weiß nicht wie es bei deiner doriff ist, aber bei mir sind kurz vor den Heckklampen Lüftungslamellen. Da kann es schon mal passieren das ein wenig Wasser reinkommt.
Auch der Blower sitzt bei mir kurz über der Badeplattform.

Weiter einen schönen Urlaub.

Gruß Ronald
Wir hatten bei einem Bootsfreund einen ähnlichen Fall, da stellte sich
dann heraus, dass der Schlauch der Dusche undicht war.
Also "Obacht" Wasser muss nicht immer von außen kommen.

Viele Grüße
Holger
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  #145  
Alt 13.08.2019, 15:02
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Das hab ich auch, auf der anderen Seite steht auch eine Pfütze, die kommt vom Duschschlauch.
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  #146  
Alt 13.08.2019, 18:59
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12. Tag - Fortsetzung

Wir werden für unsere Verhältnisse recht früh wach, d.h. diesmal bin ich später als meine Frau. Hatten wir das schon mal? Weiß nicht.

Wir frühstücken und räumen noch ein wenig auf (da steht von der Nacht noch was rum). Einkaufen, Wasser bunkern, Tank kontrollieren usw. erledigen wir noch, dann gehts los.

Wir legen um 12:58 Uhr in Mirow ab mit Kurs Kleinseenplatte.
Schleusen stehen heute noch keine an, daher sind wir recht entspannt. Es geht zunächst durch bekannte Gewässer: Vorbei an der Schlossinsel, an einigen Ferienhäusern mit Liegeplätzen für Boote.
Sowas wäre auch mal ein Gedanke, gemeinsam mit unseren erwachsenen Jungs.
Dann gehts unter der kleinen Brücke durch und über Backbord in die Müritz-Havel-Wasserstrasse nach Süden. Wir haben eigentlich kein wirkliches Ziel, einzig Ankern über Nacht haben wir uns vorgenommen. Wir machen knapp 9 Km/h und finden das gut. Zeit, sich umzuschauen und die wunderschöne Landschaft wahrzunehmen. Viel Landschaft gibt es hier.

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Nach ca. 2 Km führt die MHW in/durch den Zotzensee, den wir in aller Ruhe überqueren.
Wollen wir hier schon den Anker werfen? Ein bisschen früh, denken wir, wir sind ja gerade erst losgefahren.
Ab jetzt ist es mit der Wassertiefe etwas entspannter, unter 2m zeigt das Echolot eigentlich nicht an.
Weiter geht es über die MHW nach einiger Zeit in den Mössensee, der nicht sehr tief, und nicht sehr groß ist. Auch hier lassen wir uns Zeit. Essen könnten wir mal wieder was. Echt jetzt, wir haben doch erst gefrühstückt? Das muss noch etwas warten.

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Der Mössensee geht quasi in den Vilzsee über, den wir begeistert begrüßen, denn den haben wir uns als Übernachtungsplatz ausgeguckt Zunächst noch recht schmal, verbreitert sich der See dann nach Westen (also Steuerbord) in seine ganze Länge.

Wir folgen dem Verlauf, vorbei an der Wasserskistrecke, bis zum Ende des Gewässers, bevor der Zethersee anschließt. Gegenüber ist ein Campingplatz und wir finden eine kleine Bucht, wo wir den Anker fallen lassen (14:45 Uhr; Position N 53° 12,714` E 12° 48,405`sagt der Plotter).
Das ist eine Uraufführung, denn nach dem Einbau der gebrauchten (sollte angeblich defekt sein) Ankerwinde gabs noch keinen Aktion-Test. Wer macht was? Du vorn - oder ich hinten?
Die Aufgaben werden verteilt und meine Frau hat die Kontrolle über die Technik, während ich den Hiwi an der Kette gebe. Aber das klappt alles wunderbar. Der Heckanker greift, der große vorn auch und wir schauen nach einem Merkmal an Land, um festzustellen, dass wir nicht wegtreiben. Läuft.

Kaum fest, habe ich auch schon die Badehose an und verschwinde über die Badeleiter ins kühle Nass. Das wird aber auch langsam Zeit, dass ich mal ins Wasser komme.
Kurz darauf sind wir zu zweit und sehen unsere SUNRISE auch mal von der Wasserseite aus. Schönes Boot, ganz schön groß...
Die Wassertemperatur ist absolut super, finden wir, wärmer als im Schwimmbad.

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Dann liegen wir auf dem Vordeck und lassen uns von der Sonne trocknen. Hm, heute hat es noch gar nicht geregnet....

Nein, nicht was ihr denkt, gar nicht! Es bleibt doch noch lange sonnig.....

Langsam habe ich ein kleines Hüngerchen, vielleicht auch ein größeres. Ich melde mich für den Job als Smutje und meine Frau bietet Unterstützung an, passt. Sie putzt, wäscht und schneidet - und ich werfe alles in die Pfanne. Toller Job, dabei kann man sogar lesen.

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Es wird früher Abend, bis wir dann am gedeckten Tisch sitzen. Salzkartoffel, Zwiebel und Paprika aus der Pfanne und leckere Putenschnitzel stehen vor uns. Dazu gibts diesmal einen Dornfelder vom Weintor aus der Pfalz.

Dann lesen wir noch ein wenig in der Plicht, später bei Gaslampenlicht, und dann in der Koje.

Eine Info zu den Mücken hier in MeckPomm:
Ich habe schon einiges gelesen darüber, zum Teil echte Schauergeschichten. Mein Apotheker (nicht unbedingt der meines Vertrauens, so was hab ich nicht) meinte auch, die wären hier häufig und schlimm.
Aber wir finden: Ja, es gibt sie. Ja, sie stechen auch. Ja, sie kommen gern in die Kajüte.
Aber: Wir hatten bisher nicht viele in der Plicht, geschweige denn in der Kajüte und die Stiche waren nicht besonders schmerzhaft oder juckend. Wir finden die zu Hause eigentlich schlimmer. Für uns ist eine Stechmückenplage das, was wir aus Norwegen kennen. Da gabs 2012 am Opoftevann entweder Regen oder Mücken, und das zu Hauf.

Es wird also Nacht auf dem Vilzsee, und wir genießen unsere erste Ankernacht auf der Doriff, nein, überhaupt. - Und finden, es wird nicht die letzte sein.

Ach ja, der Regen .... der kommt, als wir schon halb am Schlafen sind. Läuft.
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  #147  
Alt 13.08.2019, 21:58
Käpt'n Blackbeard Käpt'n Blackbeard ist offline
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Hallo Roland,

einen schönen Ankerplatz habt ihr Euch da ausgesucht.

Wenn wir von Waren aus Richtung Süden fahren, ankern wir eigentlich immer auf dem Großen Peetschsee (was für ein Name für ein eigentlich recht kleines Gewässer).
Ein schöner kleiner windgeschützter See direkt rechts vor der Schleuse Diemitz.

Aber warum schreibe ich "eigentlich"? Vor ein paar Jahren wurde dort aufgrund des großen Andrangs der Schleusenanleger um die Ecke herum in den See hinein erweitert.
Dort wurden Holzdalben in den See gerammt, an denen man jetzt wunderbar festmachen kann.

Die letzten 3 habe ich schon im September für uns reserviert.

Euch weiterhin noch einen schönen Urlaub und immer die berühmte Handbreit unter dem Kiel.


Gruß Dirk
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Die Intelligenz auf unserem Planeten ist konstant!
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  #148  
Alt 13.08.2019, 22:46
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Käpt'n Rook Käpt'n Rook ist offline
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13. Tag

Motorstunden: 1.7
Kilometer:10
Schleusen: 2
Wetter:windig, etwas kühler, große Wolken mit kleinen Regenschauern

Auch heute werden wir wach. Und sind noch immer am selben Platz. Cool.
Ich war schon etwas skeptisch, muss ich sagen.
Das Wetter sieht heute nicht so überzeugend prima aus. Es bläst, es ist frisch, und die Wolken sind z.T. trüb. Ob wir heute unseren täglichen Regen schon vormittags bekommen? Wir gehens mal langsam an.
Das übliche: Morgentoilette, Frühstück, Morgenandacht, etwas klar Schiff machen - und chillen. Wir haben Bücher und wir haben Urlaub, das passt zusammen. Irgendwie zieht es uns nicht so wirklich hier weg. Dann kommt der Regen und wir sitzen das einfach aus. Dem kurzen Intermezzo mit der Sonne traue ich nicht, zu Recht, gleich regnet es wieder - und wir sitzen das aus. Aber dann kommt Sonne und keine trüben Wolken mehr.
Wir gehen Ankerauf (14.00 Uhr) und starten Richtung Schleuse Diemitz (14.30 Uhr).

Einige Boote liegen schon an der Wartestelle, ein Bunbo, ein paar Charteryachten, kleinere Kajütboote, und ganz hinten wir.

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Mal sehen, wie lange das dauert. Ich unterhalte mich kurz mit der Besatzung des Bunbo. Genaugenommen ist es ein Wohnwagen auf einem Floss, und die beiden jungen Leute wollen nach Kleinzerlang, "weil da so ein schöner Hafen ist". Ich bin beeindruckt und überlege, ob das vielleicht auch für uns ein schöner Hafen ist.

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ID:	851959

Die Wartezeit hält sich in Grenzen und wir kommen beim zweiten Schleusengang um 15:30 Uhr mit. Gerade hatte ich mich noch bei meiner Frau erkundigt, wie sie die Schleusungen mittlerweile wahrnimmt. Alles easy going, meint sie, wir haben ja schon so einige hinter uns gebracht.

Sie sitzt vorn auf dem Kajütdach und hält das Boot mit dem Schleusenhaken fest, ich mache achtern an der letzten Klampe fest und helfe dem Skipper des Bootes vor uns, der quer steht. Dann setze ich mich zu meiner Frau - bis die Schleusenwärterin irgendwas von einem Seil ruft und von einem Messer. Ich bin perplex, meint die mich? Wieso? Ich schaue nach hinten und stelle fest, dass die Schleusung schon begonnen hat. Ich Depp habe die Leine oben an einem Stahlbügel festgemacht und nicht aufgepasst. Die Leine ist straff gespannt, das Boot hat Schräglage und lege einen Sprint hin. Mist, die Leine ist bereits so fest gespannt, dass ich sie an der Klampe nicht mehr losbekomme. Nu habe ich ja ein Messer für solche Zwecke griffbereit liegen - auf der anderen Bootsseite. Und dazwischen steht dieser Tisch. Gerade habe ich das Messer erreicht, da gibts einen Ruck - und die Leine ist gerissen, das Boot schwingt zurück. Puh, gut gegangen. So kanns gehen, wenn man sich nicht konzentriert.

Von da aus öffnet sich der Labussee vor uns und wir würden am liebsten wieder eine schöne Ankerstelle suchen. Bisschen früh, nich?

Gemächlich ziehen wir unsere Bahn über den See, fotografieren und setzen unsere Gelüste bezüglich etwas essbarem in die Tat um. Da sind noch die restlichen Kartoffel von gestern Abend, ein paar Wiener Würstchen aus dem Kühlschrank und die Knobisauce. Das passt.

Auch dieser See ist bald überquert und wir gehen über Steuerbord Richtung Schleuse Canow. Hm, so der Plan. Da gibts ein Tonnenpaar, rot und grün, da muss ich wohl durch. Aber dahinter sehe ich nur einen Schilfgürtel. Okay, man braucht Geduld, dann zeigt sich auch ein Kanal durch den Schilfgürtel, da gehts also lang. Bei der Schleuse haben wir Glück, wir können direkt einfahren und sparen so eine Menge Zeit.

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So kommen wir in den kleinen Pälitzsee und machen einen Liegeplatz bei Boot&Mehr kurz vor der Brücke bei Kleinzerlang auf der Backbordseite klar. Das junge Paar mit dem BunboWohnwagenFloß parkt halbwegs gekonnt neben uns, fast zeitgleich.

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Wir checken ein. 14 €, sehr günstig. Strom und Wlan unbegrenzt, eine Toilette je Geschlecht, Dusche (1€, wird per Liter gerechnet, sagt man mir), aber sehr schön gelegen. Problematisch ist die Entsorgung unserer Chemietoilette immer wieder. Offiziell habe ich die noch nicht entsorgen können. Hab schon mal im Dunkeln, wenn alles schläft, die Toilette heimgesucht..... So ähnlich jedenfalls.

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Nach einiger Ruhezeit und dem ersten Bericht hier im Forum (der von gestern) ziehen wir uns wärmer an und machen uns auf den Weg in den Ort. Ich würde gern mal zu einem Griechen essen gehen. Obs den hier in dem kleinen Ort gibt?

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Der Ort sieht nicht nach viel aus, aber doch, da vorn gibts das gewünschte Restaurant und wir essen lecker.

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ID:	851968

Zurück am Boot ist es merklich kühler geworden. Zum ersten mal auf dieser Tour sitze ich in der Jacke in der Plicht, mit langen Hosen und Socken. Jetzt gehts ins Bett.
Na ja, ein Sundowner vielleicht noch.
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  #149  
Alt 14.08.2019, 06:32
Fearless Fearless ist offline
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Guten Morgen Roland!
Toller Bericht! Wir fahren fast ja die gleiche Route..bei uns geht es Donnerstag los und kranen am Samstag in Waren ein. Vielleicht trifft man sich auf ein heimatliches Kölsch?

Weiterhin gute Fahrt!
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Stefan
Fearless

Gestern war ich noch schizophren....heute sind wir zu dritt!
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  #150  
Alt 14.08.2019, 06:57
IngoH IngoH ist offline
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13. Tag



Motorstunden: 1.7

Kilometer:10

Schleusen: 2

Wetter:windig, etwas kühler, große Wolken mit kleinen Regenschauern



Auch heute werden wir wach. Und sind noch immer am selben Platz. Cool.

Ich war schon etwas skeptisch, muss ich sagen.

Das Wetter sieht heute nicht so überzeugend prima aus. Es bläst, es ist frisch, und die Wolken sind z.T. trüb. Ob wir heute unseren täglichen Regen schon vormittags bekommen? Wir gehens mal langsam an.

Das übliche: Morgentoilette, Frühstück, Morgenandacht, etwas klar Schiff machen - und chillen. Wir haben Bücher und wir haben Urlaub, das passt zusammen. Irgendwie zieht es uns nicht so wirklich hier weg. Dann kommt der Regen und wir sitzen das einfach aus. Dem kurzen Intermezzo mit der Sonne traue ich nicht, zu Recht, gleich regnet es wieder - und wir sitzen das aus. Aber dann kommt Sonne und keine trüben Wolken mehr.

Wir gehen Ankerauf (14.00 Uhr) und starten Richtung Schleuse Diemitz (14.30 Uhr).



Einige Boote liegen schon an der Wartestelle, ein Bunbo, ein paar Charteryachten, kleinere Kajütboote, und ganz hinten wir.



Anhang 851960



Mal sehen, wie lange das dauert. Ich unterhalte mich kurz mit der Besatzung des Bunbo. Genaugenommen ist es ein Wohnwagen auf einem Floss, und die beiden jungen Leute wollen nach Kleinzerlang, "weil da so ein schöner Hafen ist". Ich bin beeindruckt und überlege, ob das vielleicht auch für uns ein schöner Hafen ist.



Anhang 851959



Die Wartezeit hält sich in Grenzen und wir kommen beim zweiten Schleusengang um 15:30 Uhr mit. Gerade hatte ich mich noch bei meiner Frau erkundigt, wie sie die Schleusungen mittlerweile wahrnimmt. Alles easy going, meint sie, wir haben ja schon so einige hinter uns gebracht.



Sie sitzt vorn auf dem Kajütdach und hält das Boot mit dem Schleusenhaken fest, ich mache achtern an der letzten Klampe fest und helfe dem Skipper des Bootes vor uns, der quer steht. Dann setze ich mich zu meiner Frau - bis die Schleusenwärterin irgendwas von einem Seil ruft und von einem Messer. Ich bin perplex, meint die mich? Wieso? Ich schaue nach hinten und stelle fest, dass die Schleusung schon begonnen hat. Ich Depp habe die Leine oben an einem Stahlbügel festgemacht und nicht aufgepasst. Die Leine ist straff gespannt, das Boot hat Schräglage und lege einen Sprint hin. Mist, die Leine ist bereits so fest gespannt, dass ich sie an der Klampe nicht mehr losbekomme. Nu habe ich ja ein Messer für solche Zwecke griffbereit liegen - auf der anderen Bootsseite. Und dazwischen steht dieser Tisch. Gerade habe ich das Messer erreicht, da gibts einen Ruck - und die Leine ist gerissen, das Boot schwingt zurück. Puh, gut gegangen. So kanns gehen, wenn man sich nicht konzentriert.



Von da aus öffnet sich der Labussee vor uns und wir würden am liebsten wieder eine schöne Ankerstelle suchen. Bisschen früh, nich?



Gemächlich ziehen wir unsere Bahn über den See, fotografieren und setzen unsere Gelüste bezüglich etwas essbarem in die Tat um. Da sind noch die restlichen Kartoffel von gestern Abend, ein paar Wiener Würstchen aus dem Kühlschrank und die Knobisauce. Das passt.



Auch dieser See ist bald überquert und wir gehen über Steuerbord Richtung Schleuse Canow. Hm, so der Plan. Da gibts ein Tonnenpaar, rot und grün, da muss ich wohl durch. Aber dahinter sehe ich nur einen Schilfgürtel. Okay, man braucht Geduld, dann zeigt sich auch ein Kanal durch den Schilfgürtel, da gehts also lang. Bei der Schleuse haben wir Glück, wir können direkt einfahren und sparen so eine Menge Zeit.



Anhang 851961



So kommen wir in den kleinen Pälitzsee und machen einen Liegeplatz bei Boot&Mehr kurz vor der Brücke bei Kleinzerlang auf der Backbordseite klar. Das junge Paar mit dem BunboWohnwagenFloß parkt halbwegs gekonnt neben uns, fast zeitgleich.



Anhang 851965



Wir checken ein. 14 €, sehr günstig. Strom und Wlan unbegrenzt, eine Toilette je Geschlecht, Dusche (1€, wird per Liter gerechnet, sagt man mir), aber sehr schön gelegen. Problematisch ist die Entsorgung unserer Chemietoilette immer wieder. Offiziell habe ich die noch nicht entsorgen können. Hab schon mal im Dunkeln, wenn alles schläft, die Toilette heimgesucht..... So ähnlich jedenfalls.



Anhang 851962



Anhang 851964



Nach einiger Ruhezeit und dem ersten Bericht hier im Forum (der von gestern) ziehen wir uns wärmer an und machen uns auf den Weg in den Ort. Ich würde gern mal zu einem Griechen essen gehen. Obs den hier in dem kleinen Ort gibt?



Anhang 851969



Der Ort sieht nicht nach viel aus, aber doch, da vorn gibts das gewünschte Restaurant und wir essen lecker.



Anhang 851968



Zurück am Boot ist es merklich kühler geworden. Zum ersten mal auf dieser Tour sitze ich in der Jacke in der Plicht, mit langen Hosen und Socken. Jetzt gehts ins Bett.

Na ja, ein Sundowner vielleicht noch.


Hallo Roland,
Der Huehnerhof ist sehr empfehlenswert.
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Hallo Roland,

gut dass du eben mein fieses Grinsen nicht gesehen hast (Scherz)

Ich dachte immer es ist nur ein Gerücht, das es Skipper gibt die an der Schleusenwand baumeln
Aber das ist sicher einer aus der Rubrik "Es kann jeden treffen".
Sicher eine Erfahrung die du nie wieder vergißt.

Ich hatte mal ein Erlebnis auf dem Rhinkanal.
Da gab es Ketten zum festhalten.
Was ich erst relativ spät sah, dass sich ein Kettenglied über meine Klampe geschoben hatte und sich dort verhakte.
Ich habe panisch an der Kette hantiert, bis mir klar wurde dass wir zu Berg schleusen....
Zu Tal hätte ich das Boot an der Kette aufgehängt.

Viele Grüße
Ronald
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Alt 14.08.2019, 13:14
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Elbflitzer Elbflitzer ist offline
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Dann setze ich mich zu meiner Frau - bis die Schleusenwärterin irgendwas von einem Seil ruft und von einem Messer. Ich bin perplex, meint die mich? Wieso? Ich schaue nach hinten und stelle fest, dass die Schleusung schon begonnen hat. Ich Depp habe die Leine oben an einem Stahlbügel festgemacht und nicht aufgepasst. Die Leine ist straff gespannt, das Boot hat Schräglage und lege einen Sprint hin. Mist, die Leine ist bereits so fest gespannt, dass ich sie an der Klampe nicht mehr losbekomme.
Ich frage mich, warum die Schleusenwärterin die Schleusung nicht gleich abgebrochen hat, wenn sie sieht, dass ein Boot versehentlich fest hängt. Weil das immer so lustig ist Skipper hektisch agierend und leiden sehen oder weil man es liebt wenn Klampen in der Schleusenkammer durch die Gegend fliegen?
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  #153  
Alt 15.08.2019, 16:13
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14. Tag

Motorstunden: 3
Kilometer: 26
Schleusen: 1
Wetter: teils sonnig, teils bewölkt, kühler

Der Tag beginnt mit dem Klang der Bugstrahlruder der ablegenden Boote. Das übliche Prozedere nimmt seinen Lauf. Wir entsorgen unseren Müll für 2€, wir bunkern Wasser für 2€ und legen dann ab, das kostet nix.
Tagesziel: Seen ansehen, Strasen ansehen und ein paar Kleinigkeiten einkaufen.
Wir fahren über den kleinen in den großen Pälitzsee, drehen dort dicht am Ufer eine Runde und laufen dann auf den Ort Strasen zu.
Diese Seen liegen wie eine Stimmgabel, nach Süd-West geöffnet, mit dem Griffstück nach Strasen zu. Das besondere ist, das sie bis knapp vor das Ufer recht tief sind, so um 11 m. Daher kann man mit dem Boot sehr dicht fahren und viele haben hier Bootshäuser mit ausgebautem Dach.
Das Wetter ist eher durchwachsen, mal sticht die Sonne, mal steht eine dunkle, große Wolke davor.

Wir laufen also auf Strasen zu und meine Crew erfragt telefonisch einen Kurzliegeplatz. Bingo, wir können kommen. Laut Karte wäre das direkt am Eingang des Kanals vor der Schleuse und beim Naturferiendorf Strasen. Bloß finden wir das nicht. Da liegen Boote an der Wartestelle für die Schleuse, da sind wir falsch. Ich mache einen Rückzieher und drehe auf dem Pott, gelernt ist gelernt, verlasse den Kanal wieder und rufe noch mal dort an. Wo finde ich euch, wegen des Kurzzeitliegeplatzes, frage ich. Die Dame ist nicht besonders nett und erklärt mir keine Kurzzeitliegeplätze zu vergeben, schon länger nicht mehr. Prima, denke ich, das ist mal ein Gesinnungswandel. Vor 5 Minuten... Egal.
Wir überlegen kurz, nein, es ist nicht nötig. Strasen, wenn du uns nicht willst, wir können ebenfalls verzichten.

So nehmen wir Kurs auf den Labussee und wollen dort ankern. Zunächst jedoch geht die Fahrt durch den Canower See und die Schleuse (die, wo ich die Leine...)
Einige Boote sind vor uns, aber wir kommen bei der nächsten Schleusung mit. Beim einfahren sieht uns die Schleusenwärterin und gibt uns eine Ermahnung mit auf den Weg: Diesmal nicht so viel schmusen!
So, jetzt ist es raus. Nach der Schleuse geht es in den Labussee.
Der Labussee ist der mit der komischen Einfahrt durch den Schilfgürtel und ich bin sehr konzentriert, besonders weil einige Boote uns überholen, anscheinend haben die keine Zeit im Urlaub.
Plötzlich kommt ein trockener Kommentar meiner Frau:“1 Meter 10“. Ups, ich habe das letzte Tonnenpaar nicht wahrgenommen und befinde mich im Flachwasserbereich.
Alles wird gut, wir kommen da wieder raus und halten Ausschau nach einer schönen Ankerstelle. Die erste Bucht ist zu flach, woher kommt eigentlich der Wind?
Die nächste Bucht ist schon belegt, aber dann finden wir eine mit einem Kurzzeitlieger. Wir gehen mal davon aus dass der das weiß und bezeiten verschwindet, tut er auch. Wir gehen vor Anker und haben bald die Bucht für uns. Eine Zeit lang..... Eine große Charteryacht ankert recht dicht, zu dicht, wie wir finden. Etwas mehr Intimsphäre hätten wir schon gern. Es dauert aber gar nicht lang, da schallt das ritsch ritsch ritsch ratsch ratsch ratsch der manuellen Ankerwinde über den See und der Skipper macht seine Übungen beim Anker aufholen. Cool, Applaus! Wir sind wieder allein.
Ich gehe baden und lege mich dann aufs Vordeck.
Dann wird gekocht und gegessen, während nebenan die nächste Charteryacht Anker wirft. Ich überlege kurz, ob wir noch einen Torpedo im Rohr haben. Glaub nicht, schade.

Abends machen wir die Sonnenliege in der Plicht zurecht, wir wollen das heute Nacht mal testen. Etwas luftiger, etwas Mückenhaltiger, ansonsten cool. Wir lesen, genießen den Sonnenuntergang und dann auch die Nacht. Bericht fällt wegen schlechter Verbindung aus.
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Liebe Grüße von der Lahn, Roland

Geändert von Käpt'n Rook (15.08.2019 um 16:19 Uhr)
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  #154  
Alt 16.08.2019, 14:56
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Und hier noch ein paar Fotos:

Bootshäuser am Pälitzsee

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Suche nach der Ankerbucht

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Torpedogefährdeter Nachbar

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Abendstimmung

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Alt 16.08.2019, 15:04
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14. Tag

Motorstunden: 0
Kilometer:0
Schleusen:0
Wetter: Bewölkt, regnerisch, windig und recht kühl

Wir schlafen aus, so gut das auf der Sonnenliege in der Plicht geht. Im Klartext, wir schlafen nicht länger als sonst und haben keinen Elan aufzustehen.

Eigentlich ist für heute die kurze Strecke zurück nach Mirow geplant. Dort wollen wir dann morgen in aller Ruhe zusammenpacken und möglichst auch ins Auto.
Aber, na ja, es ist schön hier, so allein, so ruhig, so urlaubsmäßig ...
Wir beschließen noch einen Ankertag dranzuhängen, und stehen erst gar nicht auf.
Es regnet ja eh.

Wir schauen den Booten zu, die hin und her den See überqueren, fast wie an der See, wenn die Tanker und Frachter an der Küste entlang in die Häfen streben.
Ich schaffe es, mein zweites Buch für diesen Törn zu beenden und gehe baden, es gibt Reste von gestern und es wird geruht. Mehr gibts es zum Ankertag eigentlich nicht zu sagen.
Ach ja, die Toilette kommt langsam an ihre Kapazitätsgrenze.
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  #156  
Alt 17.08.2019, 07:48
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Nachdem wir gestern wieder am Startpunkt in Mirow ankamen, verladen wir jetzt gleich (Samstag) nach dem Frühstück unsere Sunrise auf den Trailer und machen uns auf die Piste.
Den Bericht vom gestrigen Tag gibts dann von zu Hause.

Es war uns eine Ehre, mit euch unterwegs zu sein.
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  #157  
Alt 18.08.2019, 19:24
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16. Tag (die 14 ist versehentlich doppelt)

Motorstunden: 1,7
Schleusen: 1
Kilometer: 13
Wetter:bedeckt, zunächst regnerisch, später aufklarend mit Sonne, windig

Heute wollen wir ja wieder zurück nach Mirow, was unseren morgendlichen Ablauf aber nur bedingt beeinflusst. Na ja, das ist gelogen.
So früh wie heute sind wir auf diesem Törn noch nie unterwegs gewesen und auch das Frühstück fällt erst mal aus. Auf die Toilette gehts heute auch sehr sparsam, weil ... die ist voll.

Um kurz nach 9 laufen wir auf die Schleuse Diemitz zu. Die zeigt rot, ist aber offen und ein anderes Boot läuft gerade ein. Der Schleusenmeister ist zu sehen, aber Handzeichen sehen wir keine. Egal, wir laufen ein und haken uns mit den Schleusenhaken in der Schleusenmauer ein. Es geht nach oben..

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Dann geht die wilde Fahrt über die bekannte Strecke zurück: Mössensee, MHW, Zotzensee und Mirower See, vorbei an der Liebesinsel, der Schlossinsel, dem Hafen 1 von Rick&Rick (Sabine ist übrigens seit längerem nicht da, kommt wohl Ende August wieder) und legen zu einer unglaublich frühen Zeit, quasi mitten in der Nacht, um 10:25 Uhr im Hafen 2 in Mirow an. Um die Uhrzeit saßen wir sonst bestenfalls beim Frühstück.
Das holen wir jetzt aber nach. Ich haue mir Eier, Salami usw. in die Pfanne, die Chefin lebt mit Obstsalat wieder gesund. Wir ruhen noch ein wenig und machen uns dann noch mal auf den Weg ins Örtchen. Bisher haben wir ja nur die Schlossinsel und die Liebesinsel gesehen.

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Zunächst gehts zum Geldautomaten, denn wir brauchen noch etwas Nachschub. Dann macht sich der Magen wieder bemerkbar, und wir halten bei der Imbissbude mitten im Ort. Die Preise sind recht günstig dort, und hier findet ein Teil des Dorflebens statt. An einem Tische sitzen die Herren des Ortes bei einigen Schnäpsen zusammen, und das wohl nicht zum ersten Mal. Es ist eine vertraute Runde, die z.T. mit dem Rollator angereist ist. Es wird geschnackt über die gute, alte Zeit, die Veränderungen, die jungen Leute im Besonderen.
Interessant. Als wir dann ein wenig durch den Ort fahren, sehen wir in den Nebengassen, dass hier die Neuzeit wenig Veränderungen gebracht hat. Um die Schlossinsel und an der Hauptstrasse entlang sind die Häuser renoviert und fürs Auge hergerichtet, in den Nebenstrassen sieht manches Haus grau und renovierungsbedürftig aus. Vom Tourismus profitiert eben nicht jeder.

Irgendwann finden wir uns doch auf der Schlossinsel wieder und erkunden hier mal neues Terrain. Es gibt hier einen Ritterkeller, den man für Events mieten kann. Im Augenblick ist er jedoch zur Besichtigung frei. Es handelt sich um den früheren Eiskeller des Schlosses, ein teils unterirdisches Gewölbe. Oben drauf sieht man noch ein altes Förderband, vermutlich zum Transport des Eises.
Die verschiedenen Gewölbe sind als Gastraum mittelalterlich hergerichtet. Wie man in einem kurzen Film sehen kann, werden die Events mittelalterlich aufgezogen, mit Gelagen, Kleinkunst in entsprechender Gewandung und musikalisch untermalt. Ganz nett gemacht, finden wir. Für den Abend suchen wir uns aber die "Alte Schlossbrauerei" aus.

Zunächst gehts mal zurück zum Boot. Noch etwas ruhen, Landfein machen - und dann gehts los. Mir ist nicht nach Fisch, aber der Brauknechtsteller findet mein Interesse. Man ißt dort lecker zu vernünftigen Preisen. Allerdings ist es recht laut, es ist immerhin ebenfalls ein Gewölbe, in dem sich alles abspielt.

Zurück auf dem Boot werden noch ein paar Kisten gepackt und zum Auto gekarrt, dann ist es dunkel genug für die Toilettenentsorgung ...

Und dann ab in die Koje, letzte Nacht des Törns.
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Alt 18.08.2019, 19:46
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17. Tag - Heimreise

Der Wecker hat uns heute beiden was zu sagen und so ist die Nacht schon früh zu Ende, wir haben eine lange Fahrt vor uns. Die Brötchen sind bald abzuholen und so frühstücken wir, packen die Sachen zusammen und ich bringe die SUNRISE zur Slipstelle. Meine Frau verpackt alles, während ich das Gespann hole. Holen will ...
Ein typischer Tag für uns. Ich hatte natürlich nach der Anreise die Handbremse des Trailers angezogen. Ich merke bald, dass der Kia den Trailer hinter sich herschleift, der rollt nicht. 3 von 4 Rädern, soweit ich das mitbekomme. Ich leihe mir also einen hydraulischen Wagenheber, schraube mit meinem Minischlüssel aus dem Ratschenkasten die Räder ab und schlage mit einem dicken Stein auf die Bremstrommel: Klack, klack - und schon sind sie los.

Ich lerne: Handbremse wird nicht angezogen!

Wagenheber wieder zurück, Werkzeug einräumen und das Gespann zur Slipstelle. Boot auf den Trailer ziehen und raus aus dem Wasser. So der Plan...
Doch der letzte Teil läuft nicht, die Kupplung vom Auto macht nicht mit. Dumm gelaufen. Nun also doch mit Sliphilfe vom Hafenmeister. Der kommt mit seinem Radlader und zieht das ganze Gespann auf ebenes Gelände.
Das ganze kostet uns ein paar Euro und 1,5 wertvolle Stunden. Um kurz nach 12 Uhr kommen wir dann los und haben eine recht gute Fahrt.

In der Nähe von Neurupping sieht meine Frau ein Boot namens "Fearless" auf der Gegenspur. Wer das wohl ist? Wir tippen auf Stefan, der ja auf dem Weg nach Waren ist. Richtig?

Abends, kurz nach 22:00 Uhr sind wir wieder zu Hause.

Ein wunderschöner Urlaub mit vielen Erlebnissen liegt hinter uns und wir überlegen: hier könnten wir wieder Urlaub machen.

Gesamtstrecke: ca. 210 km
Spritverbrauch: ca. 180 liter
Motorstunden: ca. 24

Für die Törnplanung und während der Fahrt habe ich die OpenSeamap-Karte auf meinem Lowrance Elite 5ti verwendet und dies:

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Abschließend möchten wir uns bei euch allen für eure hilfreichen Beiträge, angefangen bei der Törnplanung bis zu unterstützenden Beiträgen während der Reise, bedanken.
Macht einfach Spaß!
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Liebe Grüße von der Lahn, Roland

Geändert von Käpt'n Rook (19.08.2019 um 14:44 Uhr)
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  #159  
Alt 19.08.2019, 07:37
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Hallo Roland / Käptn Rook,

vielen Dank für den informativen und kurzweiligen Bericht eurer Tour
über die Seen Mecklenburg Vorpommens. Es war eine Freude die
täglichen Berichte zu lesen und virtuell mitzureisen.

Viele Orte die ihr besucht habt kennen wir auch von unseren früheren
Reisen über die Seenplatte und so wurden schöne Erinnerungen wieder wach.


Nochmal vielen Dank
Gruß Holger
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  #160  
Alt 21.08.2019, 06:41
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Hallo Holger, vielleicht sieht man sich in Flörsheim beim BF-Stammtisch?
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