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Segel Technik Technikfragen speziell für Segelboote.

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Alt 13.02.2018, 11:46
Verbraucheranwalt Verbraucheranwalt ist offline
Admiral
 
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2.275 Danke in 1.238 Beiträgen
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Ich schrieb daher ja auch, dass 60 % der Charter Skipper überfordert sein könnten. Also traue ich es 40 % zu

Was ich aber meine, selbst wenn der Skipper die Erfahrung hat, so kennt er das Charterboot wahrscheinlich nicht so gut um in so einer Situation den Fehler zu entschärfen. Wahrscheinlich läuft die Rolle 5.000 x problemlos und 1 x hakt es dann. Wenn eine Situation zum ersten mal auftritt, dann ist das immer schwierig. Und wenn einer nur regelmäßig für 2 Wochen im Jahr chartert, dann ist es wahrscheinlich, dass er noch nie so ein Problem hatte.

Und viele Chartern ja auch mit unerfahrenen Crews. Und das kann sogar die eigene Frau sein, die seit 20 Jahren mit fährt die aber nur beim An- und Ablegen zum Einsatz kommt und sonst ihren Mann alleine machen lässt. Da hilft selbst die Erfahrung des Skippers nichts. Zumal der besser am Ruder bleibt und das Boot auf dem richtigen Kurs zum Wind hält.

Zur Haftung überlege ich gerade wie es nach deutschem Recht wäre. Eine verschuldensunabhängige Haftung gibt es nur im Vertrag aber ob die hier greift ist fraglich. Mieter einer Wohnung haften auch nicht für unverschuldete Schäden.

Nehmen wir mal an es war ein technischer Defekt, dann ist die Frage warum die Kaution dann weg sein sollte? In der Praxis wird es wahrscheinlich so sein aber ob das kroatische Recht dies hergibt weiss ich nicht.

Gruß
Chris
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Alt 13.02.2018, 16:03
AndreasW AndreasW ist offline
Cadet
 
Registriert seit: 02.10.2007
Beiträge: 16
18 Danke in 8 Beiträgen
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Hi,

nun ja, ich bin kein Rechtsgelehrter. Ich habe nur, bevor ich ein eigenes Schiffchen hatte, reichlich Gelegenheit gehabt diverse Charterverträge kennenzulernen. Diese waren sowohl nach deutschem aber auch nach niederländischem, spanischem und griechischem Recht.

Man bekommt bei Übernahme der gecharterten Yacht Gelegenheit das Boot zu checken. Das sollte man tunlichst auch penibel machen.

Der Vercharterer wird bei Rückgabe nämlich selber ebenfalls sehr penibel checken. Sämtliche Mängel die er dann findet und die nicht nachweislich schon bei Übergabe an mich vorhanden waren gehen dann erstmal zu meinen Lasten. Das bedeutet ich muss nachweisen dass es sich um Verschleiß, mangelnde Wartung oder ähnliche Versagensgründe handelt.

Im vorliegenden Fall dürfte das äusserst schwierig werden. Die Genua sah nicht altersschwach aus, dafür hat sie zu lange die miese Behandlung durchgehalten.
Ob die Reffleine wg. Alter gebrochen ist (wenn denn) oder wg. Fehlbedienung (Winsch) ist ebenfalls schwierig nachzuweisen (für den Charterer).
Dass die Rollanlage an sich zunächst funktionierte kann man erkennen, die Genua wurde ja erst gesetzt, dann eingerollt und plötzlich war sie komplett ausgerollt und man konnte wie nicht einrollen. Ich bin mir ziemlich sicher, die haben die Holeleine schlicht abgerissen. Das wäre Fehlbedienung in Verbindung mit Nichtnutzung der Denkblase oberhalb des Halses und kein plötzlicher unverschuldeter Defekt.

Zum Schluss: In den meisten Charterverträgen im Mittelmeerraum steht eine Begrenzung nämlich bis zu welcher erwarteten Windstärke darf ich rausfahren. Ob im vorliegenden Fall eine solche Klausel im Vertrag stand entzieht sich unserer Kenntnis, aber wenn, dann haben sie möglicherweise auch dagegen verstoßen.

Man kann es drehen und wenden wie man will, wenn man so -fast schon mutwillig- ein Vorsegel zerstört, dann würde es mich wundern, wenn da die Kaution nicht weg wäre.
Aus Erfahrungsaustausch mit anderen (Charter)Skippern als auch aus eigener Erfahrung weiß ich, wie Charterfirmen gerne großzügig bei Abgabe an den Charterer einer Yacht jovial sind um dann bei Rückgabe der Yacht penibel jeden Farbtupfer als Kautionswirksame "Macke" ins Rückgabeprotokoll schreiben wollen.
Ein zerstörtes Vorsegel ist da noch nicht mal ein fadenscheiniger Grund der Kautionseinbehaltung, der ist sowas von offensichtlich.

Wenn ein Segel nicht altersschwach ist (was ich auch schon bei einem Check bei Bootsübernahme feststellen kann), dann gehen die nicht kaputt. Nur durch falsche Behandlung. Also zahlen und glücklich sein.

Grüße

Andreas

Geändert von AndreasW (13.02.2018 um 16:12 Uhr)
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