boote-forum.de - Das Forum rund um Boote

Zurück   > >

Törnberichte Wie der Name schon sagt. Keine Antwortmöglichkeit!

Antwort
 
Themen-Optionen
  #1  
Alt 11.09.2017, 22:15
Benutzerbild von derfighter
derfighter derfighter ist offline
Commander
 
Registriert seit: 06.11.2011
Ort: Kreis Segeberg
Beiträge: 376
Boot: Fjord 24 WE
571 Danke in 179 Beiträgen
Standard Nienburg an der Weser -> Travemünde (Überführungsfahrt)

Tag 1 - the beginning

Nachdem ich von Euch viele Tipps und Rückenwind bekommen habe, will ich Euch mit meinem Törnbericht danken

Hier noch einmal der Anfang der Geschichte.

Wir hatten in dieser Woche schon 3 Boote angeschaut. Ich hatte Urlaub und wir haben schon 2 Jahre mehr oder weniger intensiv gesucht. Insgesamt kamen locker über 4000km in Deutschland zusammen. Ein Boot in dieser Woche war eine Fjord 21, die aber reparaturbedürftig war. Daher habe ich mich im Fjord-Thread schlau lesen wollen
Ganz aktuell wurde dort von dem Forumskollegen Thoto sein Boot angeboten.
Das machte einen guten ersten Eindruck und meine Frau war trotz 2,5 Stunden Anfahrt gleich ganz angetan.

Also nächsten Tag einen Termin gemacht und hin, Gleich kurze Probefahrt und nach 2 Stunden waren wir schon auf dem Heimweg sicher: Ja, das wollen wir!.
Somit sind wir noch einmal 40km Umweg gefahren und haben gleich noch bei einem großen Geschäft neue Deko (Kissen und Decken) für das Boot gekauft.
Am nächsten Tag bin ich nochmal hin und habe es mir von unten angeschaut. Vertrag und 3.2.1..... meins

Die eine Woche Resturlaub wollte ich nun noch nutzen und möglichst viel Zeit mit dem Boot verbringen. Da habe ich ja nun auch das Maximum heraus geholt. 5 Tage und Nächte auf dem Boot. Aber bis dahin war noch viel zu tun.


Wenn man sich so kurzfristig entscheidet, verläuft so einiges Quer und Parallel. Die Überführungsart war ja nun im Forum diskutiert und beschlossen. Die Route war noch unklar.
In den 2 Jahren ohne Boot haben wir mal eben aus der Wohnstube eine Küche gemacht, eine Wohnstube angebaut, die Abstellkammer in die alte Küche gebaut und 2 Gartenschuppen zu einem großen Vereint. In diesem Chaos wurden ständig irgendwelche Bootssachen von einem Raum in den nächsten verteilt, so dass es alles nicht mehr so einfach war, auf die Schnelle wieder alles zusammen zu bekommen. Vieles haben wir sofort gefunden, was wir schon lange gesucht hatten, aber für das Boot ganz und gar nicht brauchten.
Egal, im Flur sammelte sich langsam immer mehr und wir hatten Mühe den Überblick zu behalten. Die letzten 2 Sommerwochen waren mit 18 Grad und Regen nicht sehr berauschend und deshalb musste so einiges mit.

Dann kamen die bestellten Kanister nicht und irgendwie wurde am Dienstag das Auto vom Nachbarn immer kleiner. Ein Kombi ist heute auch nix mehr. Aber gut. 10 Uhr war Abfahrt und 2,5 Stunden wird man das überleben.
Die Schlüssel wurden bei der Arbeit von "Frau Thoto" abgeholt und sie überreichte uns noch 2 x 20l Kanister als Leihgabe für die Fahrt. Danke hierfür. Sehr netter Kontakt.
Bei Nieselregen gestartet wurde es nun langsam warm. Und das lag nicht nur an der Aufregung. Die letzte Tankstelle vor dem Boot noch kurz angelaufen und die Kanister gefüllt für 1,38€ je Liter.
Einen hatten wir von Zuhause schon mitgebracht, einen bekam meine Frau hinten auf den Schoß und einen ich als Beifahrer. Nur mein Nachbar, der Fahrer wollte keinen auf den Schoß nehmen
Gut 3km noch bis zum Boot. 13 Uhr. Gut in der Zeit !

Dort stand es nun. Sehr gut vorbereitet für die Fahrt von Thoto.
Wasser gebunkert, Toilettenpapier inkl Feuchttücher waren deponiert, Handseife am Waschbecken und Gaskartuschen für den Kocher. Dinge, die wir sicherlich im Stress vergessen hätten Vielen Dank nochmals hierfür.
Ein Zeichen, dass beide Seiten mit dem Preis zufrieden sind.

Während ich die ersten Kanister in das Boot laufen ließ, wurde der Wagen ausgeräumt. Frauchen verteilte alles auf dem Boot und wir Männer fuhren noch einmal zur Tankstelle die Kanister erneut füllen.
Die größte Angst war, das wir irgendwo mit Spritmangel liegen blieben.
Thoto hatte uns zwar Nothilfe bis Bremerhafen angeboten und aus dem Forum den Hamburger Raum, aber ein ungutes Gefühl blieb.
Zurück an der Tankstelle die Überraschung: 2 Ct billiger. Juhu
Also weitere 60l in die Kanister für 1,36€, die wir so vorerst auf dem Boot lagerten. Der Tank war fast voll und wir wollten bei einem unbekanntem Boot nicht gleich den Zeitpunkt wissen, wann der Sprit aus der Entlüftung läuft

Fertig zur Abreise. Kurz eine Verschnaufpause mit dem Nachbarn auf der Plicht und ein kühles Ablegebier genießen Er konnte ja da noch nicht wissen, dass er fast 6 Stunden nach Hause braucht. Der Elbtunnel ist unberechenbar

14:30 Uhr : wir legen ab. Weser km277
Plan: keinen. Fahren bis die Lust verschwindet, oder es dunkel wird.

Wir starten beide Motoren und tuckern im Standgas aus dem Wehrarm in Drakenburg durch die Weser. Nach gut einem Kilometer bogen wir in den Schleusenkanal und konnten die erste Schleuse schon am Horizont sehen.
Schleusen waren eigentlich kein Problem, bis auf die Wartezeiten.
In der Weser sind vor den Schleusen überall Sportbootanleger mit Gegensprechanlage. Hier solle man sich immer anmelden, auch wenn die Ampel auf GRÜN zeigt. (So einige Tipps.)
Das taten wir auch und lagen an einem schönen Schwimmponton in der Sonne. Die kurzen Hosen wurden angezogen und die Kuchenbude geöffnet.

Und plötzlich war es da. Das Urlaubsgefühl, was ich in den letzten 2 Wochen Urlaub noch nicht hatte. Vor dem Urlaub sollte ja schon längst ein Boot da sein
Egal. Alles vergessen. Wie schnell ein Boot und ein bißchen Wasser die Stimmung verändern kann.

Ein Tag ohne Wasser ist ein verlorener Tag

So sagt man in Schleswig-Holstein.

Die Sprechanlage ließ uns mitteilen: "Berufsschiff "Maik Hude" kommt in 30 Minuten, danach könnt ihr rein fahren. Wenn sich etwas ändert, dann melde ich mich !"

Sie meldete sich nicht und wir hatten schnell die Schleuse Drakenburg hinter uns. Immer der "Maik Hude" hinterher passierten wir Kilometer um Kilometer die Weser bergab.
Die Weser empfanden wir als sehr langweilig. Irgendwie eintönig, Abundan ein Berufsschiff, aber sonst befestigte Böschungen mit Steinen

Die Maik Hude machte nun voll beladen ganz schön Dampf und wir hatten etwas den Anschluss verpasst. Käffchen gekocht, den ersten Snack .... tja, Urlaub halt
Es waren aber nur wenige Kilometer noch bis zur Schleuse und wir wollten uns nicht abhängen lassen. Die ersten 20 Kilometer vergingen irgendwie im Flug.

Da kam meine Frau auf die glorreiche Idee: lasse uns doch mal versuchen zu Gleiten. Ich war entsetzt

Dazu muss mal wissen, dass GLEITEN nicht ihre Sache ist. Das hatte ich mir mit ihr mit einem Leihboot im Hamburger Hafen versaut, als da so ein RIB auftauchte und mich zum Rennen forderte Was soll ich sagen, ich bin ein Mann und der Hebel schneller auf dem Tisch als eine Frau schreien kann. 70 km/h sind dann da auch mal schnell erreicht.
Seid dem fuhren wir Verdränger. Nicht, dass meine Frau hier das Sagen hätte, aber .... ach ist ja auch egal.
Als wir auf der Lübecker Bucht in ein Gewitter gerieten, die Blitze im Wasser einschlugen und die letzten Boote an uns vorbei glitten kam bei ihr wieder der Wunsch nach etwas schnellerem.
Wobei sie bei der Probefahrt mit der Fjord schon wieder fast panisch aus dem Boot springen wollte. Zumindest hatte ihr Gesicht mir das gesagt. Nach 24 Jahren kenne ich sie

Daher kam nun ihr Wunsch zu gleiten sehr schnell und überraschend. Ich hatte damit erst im Heimatrevier gerechnet.
Ich ging es also behutsam an. Ententeich oder wie die Vorbesitzerin unseres Verdrängers sagte TGS(TittenglatteSee). Ein komisches Gefühl, wenn das eine fast 40 Jahre ältere Frau mit doppel D zu dir sagt
Ich fuhr also die beiden Hebel nach vorne und die Motoren wurden lauter. 35km/h waren hier erlaubt, die erwartete ich nicht zu erreichen.
Der entspannte Gesichtsausdruck ließ mich weiter machen. Zack und das Boot schob sich hoch und wir glitten
Vielleicht das Bier zum Ablegen oder das Urlaubsfeeling und nach Wochen endlich Sonne, irgendwas ließ sie das sehr entspannt genießen
Wir flogen so mit 34km/h über das Wasser und nach der nächsten Kurve macht ich kurz mal den Anschein die MaikHude zu überholen, als meine Frau sagte .... jaja, wir wollen das ja nun auch nicht übertreiben na gut. Sie hat ja recht. Und wie sie recht hatte ... kaum aus dem Gleiten raus liefen wir auch schon in den Schleusenkanal ein. Hier sind nur noch 12 km/h erlaubt.
Direkt hinter dem Berufsschiff wollte ich nun nicht gleich hinterher. Der Sportbootanleger war nicht sofort zu erkennen, also nahm ich die moderne Buschtrommel. Am Handy war der Schleusenwärter sehr nett. "Bleib an der Maik kleben, sie hat schon grün!" Sauber. Läuft bei mir!!! (für die alten Hasen: Teeniesprache "Läuft bei dir!" -> bedeutet "Klappt wie am Schnürchen!")

Die Schleuse Dörverden Weser km 310 war somit auch schnell passiert und wir blieben dem Berufsschiff noch weitere 10km treu.
km 330 kam Schleuse Langwedel und uns wurde langweilig.
Mit Frauchens Einverständnis ging es wieder auf Warpgeschwindigkeit.
Schöne Kurven waren dabei, weshalb ich die 35km/h Limit nun auch verstand, die aber das Boot vertrauenswürdig nahm. Und das ist nun mal sehr wichtig, wenn ich an meine Frau denke. Nur nicht das Vertrauen verlieren ...

20:14 Uhr dem Sonnenuntergang entgegen in die Schleuse Langwedel bei Achim.

Zum Glück wieder gleichzeitig mit einem anderen Berufsschiff angekommen und telefonisch erfahren, das wir dahinter dürfen
Wir waren so voller Freude, das wir gleich hinter der Schleuse wieder in den Gleitmodus gingen, sobald der Schleusenkanal vorbei war.
Schön in den Sonnenuntergang, der schon mit seiner roten Farbe ankündigte, das nun schluss ist mit Tageslicht.
Hier das Video: https://youtu.be/efs17I73Qlo
Achja, da war doch was. Wir sollten langsam ein Plätzchen zum Schlafen finden. Doch wie das so ist. Wenn man was braucht, ist da nix

Langsam stieg ein ungutes Gefühl in uns hoch , als wir plötzlich am Boot-Sport-Verein Achim vorbeizogen. -> Handbremse und rum ! Das sah gut aus.
Kurz gewendet und im Standgas zurück ... Standgas? Nix da! Die Weser hatte ziemlich unbemerkt schon mächtig Fahrt aufgenommen und wir hatten gut 8km/h Gegenwind
Der Hafen in der Außenkurve mit Seitenstegen voll im Sog der Strömung *Schluck* das wird lustig.
War es aber nicht. Den ersten freien Platz, den wir wählten war prompt der Falsche.
Der Versuch die Box im richtigen Winkel anzufahren zog uns so quer, dass ich fast auf der Sliprampe landete. Ein zartes "Volle Kraft zurück!" ließ sich meine Frau vorne an die Reling klammernd dumm aus der Wäsche gucken, bewahrte uns aber vor dem schrägen Beton der Rampe.
Da winkte uns ein Bootskollege vom Steg zu, als wir verzweifelt an ihm mit 8km/h vorbei trieben.
"Nimm die Box gleich hier neben mir, da ist die Strömung etwas weniger. Dann gegen die Strömung und über die Schubkarrenräder an den Ecken in die Box eindrehen mit kurzem aber vollem Schub."
Ok. Mit Angst um das Boot haben wir das aber trotzdem gut gemeistert. Perfekte Anleitung, danke an den Bremer !

Der Anlegeschluck war verdient. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende

Und so war es auch schon dunkel als wir die letzten Taue fest hatten.

Doch aufgewacht sind wir ganz anders ....
... Fortsetzung folgt.

Fazit:
14:30 Uhr - 20:30 -> 6:24 h -> 5,5 Motorstunden
54,5 km mit 8,5 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit (Habe an den Schleusen nicht auf Pause gemacht)
Vmax = 43,3 km/h uff - ich war fest der Meinung nie die 35km/h überschritten zu haben. Ist bestimmt ein Fehler vom Handy.

Diskussionen gerne im alten Thread
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20170822_193123.jpg
Hits:	46
Größe:	44,0 KB
ID:	769160   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20170822_195404.jpg
Hits:	40
Größe:	34,4 KB
ID:	769161   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20170822_195425.jpg
Hits:	45
Größe:	78,3 KB
ID:	769162  

Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_8841.jpg
Hits:	43
Größe:	19,1 KB
ID:	769163   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_8839.jpg
Hits:	43
Größe:	23,0 KB
ID:	769164  
__________________



hier könnte etwas sinnvolles stehen. Ein Bier zum Beispiel

Geändert von derfighter (12.09.2017 um 09:15 Uhr) Grund: ... ist so spät. so viele Schreibfehler :(
Mit Zitat antworten top
Anzeige (wird nach Anmeldung ausgeblendet)
  #2  
Alt 11.09.2017, 23:12
Benutzerbild von derfighter
derfighter derfighter ist offline
Commander
 
Registriert seit: 06.11.2011
Ort: Kreis Segeberg
Beiträge: 376
Boot: Fjord 24 WE
571 Danke in 179 Beiträgen
Standard

Tag 2 - The Fog - Nebel des Grauens

demnächst in Ihrem Forum
__________________



hier könnte etwas sinnvolles stehen. Ein Bier zum Beispiel
Mit Zitat antworten top
Folgende 8 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #3  
Alt 15.09.2017, 00:05
Benutzerbild von derfighter
derfighter derfighter ist offline
Commander
 
Registriert seit: 06.11.2011
Ort: Kreis Segeberg
Beiträge: 376
Boot: Fjord 24 WE
571 Danke in 179 Beiträgen
Standard

Tag 2 - The Fog - Nebel des Grauens

Motorengeräusche waren wohl das Erste, was ich an diesem Morgen vernahm. Kurz darauf schwappten die Wellen gegen unser Boot und ließen es schaukeln. Die Berufsschiffe fahren also schon.
Wie spät mag es wohl schon sein. Von draußen schien ein diffuses Licht hinein und ich suchte meine Uhr. 07:00 Uhr auf die Minute. Dann war die Nacht wohl vorbei.
Ich spürte alle Knochen in meinem Körper. Vielleicht lag es an dieser V-Koje. In unserem Verdränger schliefen wir immer in der Heckkabine. Etwas geräumiger und durchaus mit einem normalen Doppelbett vergleichbar. Hier ist nur der Kopfteil breit und die Füße liegen zusammen, was mir aber nicht viel bringt, wenn meine Frau in der Mitte ausgebreitet liegt, wie Jesus am Kreuz. So blieb mir in der Nacht immer nur eine Liegeposition über, die ich nun in allen Körperteilen spüre.
Ich schleiche mich aus dem Bett und koche mir einen Tee. Mit dem Becher in der Hand wollte ich mich in die Plicht setzen, doch als ich die Tür öffnete sah ich nicht viel. Boah! warum ist die Kuchenbude denn so unnormal stark beschlagen? Ich brauchte noch einen Moment, bis ich im Halbschlaf begriff, dass hier nichts beschlagen ist.
Nebel. Uff - und was für einer?! Mir fiel sofort der Horrorfilm von früher ein: The fog - Nebel des Grauens

Wir hatten eigentlich gehofft es heute bis nach Bremerhaven zu schaffen. Immerhin sind das noch gute 100km. Ich sah uns schon erst gegen Mittag aufbrechen, was die Tagesplanung komplett verwarf.
Machen kann ich nun sowieso nichts mehr und ich schlürfe erstmal genüßlich meine Tee.
Dabei studiere ich die Tanknadel Die Anzeige war ungefähr bei 3/4 des Displays. Das der 3/4 Strich aber ziemlich nahe bei voll ist, bedeutet es wohl eher zwischen halb und 3/4. Das war nicht so schlimm, wie befürchtet. Daher können wir wohl die nächste Tankmöglichkeit im Weser-Wassersportzentrum in 10km überspringen und vermutlich auch die in der Lesum bei Vegesack.
Vielleicht schaffen wir es ja sogar heute noch in Bremerhaven zu tanken, tausend Dinge gehen mir irgendwie gleichzeitig durch den Kopf, während ich bemerkte, dass der Nebel sich ziemlich schnell auflöst. Ich kann schon das vorbeifahrende Berufsschiff sehen und das gegenüberliegende Ufer



Gute Chancen für heute. In diesem Moment schlüpfte die beste Ehefrau der Welt aus der Kajüte. Wie aus dem Ei gepellt und mit ihrem Tee in der Hand. Dagegen sehe ich aus, als hätte ich die letzten 3 Jahre kein Land gesehen
Ich lasse sie noch ihren ersten Tee trinken und entscheide mich, die Kanister vorerst nicht an zu rühren. Ich starte die Motoren und lasse sie erstmal warm laufen. Dabei kann ich mir schon Gedanken machen, wie ich hier aus der Box mit der Querströmung komme. Gegen den Strom einschlagen und mich über die Rolle wieder der Strömung hingeben, so kann ich gegen die Strömung wenden und gut.

Wir starten bei Weser Kilometer 341 um 08:30 Uhr und der Tag zeigte uns nun schon, dass es ein sehr schöner werden wird. Wir konnte also erstmal unsere beiden Seiten hoch rollen und begannen die Fahrt in Jogginghose und T-Shirt.
Das Ablegemanöver ging genau so, wie ich es mir erhofft hatte und so tuckerten wir auf der Weser und hatten dabei gut 6km/h Strömumg im Nacken.



Die ersten 20 Kilometer sind wir gemütlich angegangen und haben noch den Einen oder Anderen Tee getrunken. In den nächsten 2 Stunden verzieht sich der gesamte Nebel und wir erreichen nach 21km die letzte Schleuse. Ab hier ist es nicht mehr die Mittelweser, sonder die Unterweser. Hinter dieser Schleuse erwartet uns nun Ebbe und Flut. Nach meinem Wissen eher nur die Ebbe.
Hier soll es ganz einfach sein. Selbstbedienung für Sportboote! Das kennen wir von der Müritz.
Wir fahren also auf die Sportbootschleuse zu und das Display zeigt nix an. Das Halteschild ist auch hier montiert und nach einem langen engen Kanal ist das Schleusentor zu sehen: geschlossen. "OK" denke ich und lege erstmal an. Bevor ich nun hier mal wieder in irgendein Fettnäpfchen navigiere ...
Dabei fallen mir die Signale der Schleuse auf. 2 Rote übereinander .... außer Betrieb ???



09:48 Uhr nach dem Anlegen krabbel ich die Spundwand hoch und denke dabei, dass ich mal wieder in das Fitnesscenter gehen sollte oder meine stille Mitgliedschaft wenigstens zu kündigen. Ich mache mich auf zu dem Sprechkasten, der eher an eine Notrufsäule von der Autobahn erinnert.
Ich klingel also und lege mir die Wörter zurecht, die ich sagen will und ... wie heißt nochmal unser Boot ???? Ich und "Namen merken" .... vor allem solche, die aus den Anfangsbuchstaben der Kinder zusammen gefügt sind. Leichte Hitze steigt im Kopf auf. Hmmm... aber es meldet sich niemand. Ich klingelte ein weiteres Mal und nach einer Pause ein drittes Mal. Nix.
Also mache ich mich auf und gehe mal zur Schleuse und kann die Worte "außer Betrieb" auf dem ersten Schild in der Schleuse finden. Mist.
Zurück am Boot hat Frauchen nun schon die Rückwand der Kuchenbude entfernt und den Tisch mit Frühstück gedeckt.
Ich suche mir kurz noch die Telefonnummer der Schleuse raus und rufe schnell an.
"Ja" lacht eine Stimme am Telefon. Die ist mal wieder defekt. Ich schleuse gerade 2 Berufsschiffe zu Berg erwarte in 20 Minuten ein Berufsschiff zu Tal, an das könnt ihr euch dann anhängen. Sollte sich noch etwas ändern, werde ich mich unter dieser Nummer melden!"
Super. Ich habe auch schon Hunger. Die beiden Berufler verlassen schon die Schleuse und während ich genüßlich in mein Toast beiße und dem ersten Binnenschiff hinterher schaue, sehe ich einen riesigen Bug hinter uns treiben. Der ist schon da
OK. Frühstück kann warten. Sofort nach dem letzten aus fahrendem Schiff gibt das Berufsschiff Gas und läßt unser Boot damit etwas unruhig werden. Das ist auch mein Gefühl gerade. Denn die Motoren nüdeln und nüdeln und springen nicht an. Vergaserkrankheit Aus machen, an machen läuft. Wenn du sie aber für 15-30 Minuten aus hast, springen sie schlecht an. Davor und danach ist es kein Problem.
Das Schiff ist schon fast komplett in der Schleuse verschwunden, da springt die erste Maschine mit einem kurzen Abstecher in die höheren Drehzahlen an. Das reicht! Leinen los und hinterher.
In der Schleuse ist ein großer Balken an Ketten aufgehängt und schwimmt auf der Wasseroberfläche vor den Spundwänden. Die haben schon ihre Form an den Balken weiter gegeben.
Toll für die Berufler so ein Balken, doof für Sportboote. Fender also auf das Wasser gelegt und hoffen ... Das Tor schließt sich und ich mache den Motor aus und nehme schnell noch einen Bissen vom Toast.
Alles geht gut. Das Berufsschiff verlässt die Schleuse und meine Motoren starten auf Anhieb.

Mist, da habe ich vergessen mein Handy an ein Ladegerät anzuschließen und es hat sich in der Schleuse abgeschaltet. Statistik dahin
Zum Glück hat es vorher gespeichert. Danke Navionics.

Also gibt es einen kurzen Zwischenstand:
20,5 km bis zur Schleuse.
13,4 km/h im Durchschnitt und Vmax bei 48,2km/h ich kann mich nicht mehr daran erinnern, das wir mit dem Tee in der Hand im Gleitmodus waren
So, Ebbe ... das sieht aus als hätte man aus den Steinen einer alten Eisenbahnstrecke eine Wasserrutsche gebaut. Schön ist das nicht. Aber wenn der Berufler hier noch schwimmt, dann reicht es auch für uns.


Weserstadion https://goo.gl/maps/jrydcnUPhzH2

Nun, wir passieren Bremen und sind erstaunt, was es hier so alles gibt?! Badeanstalten, Rudervereine und Stadthäfen, die man vermutlich nicht bezahlen kann.
Kurz mal die Logge und das GPS verglichen: 2 km/h Ebbeturbo. Na gut, das wird nicht mehr lange anhalten.


Der grüne Segler aus der Bierwerbung. Mist nun habe ich einen Ohrwurm : " Sail away ... dream your dreams ....!" und das als Mobo Fahrer

https://www.youtube.com/watch?v=xnxo...nxo6HLcFJc&t=8
https://www.youtube.com/watch?v=AOKH5SlTB_4

... dazu kommt die Sonne und Windstille und ... Durst
Wir bringen erstmal unser Frühstück zu Ende und genießen den Anblick von Bremen.


https://goo.gl/maps/vYJmbWVriL52


https://goo.gl/maps/8E13Jo32jLB2

Wir verlassen Bremen langsam und es gibt weniger Industrieanlagen mit Anglern zu sehen. Stattdessen wird es ländlicher mit Anglern. Wir beschließen auch die letzte Tankmöglichkeit auszulassen und fahren weiter.

Nach gut einer Stunde ist es nun ruhig. Das Wasser steht. GPS und Logge zeigen die gleiche Geschwindigkeit. Wir bauen die Bimini so weit runter, dass wir nur noch einen Sonnenschutz am Fahrerstand haben.



Wir holen uns Beide einen eiskalten RedBull aus dem Kühlschrank und spüren den Fahrtwind und die Sonne auf unserem Körper. Mittlerweile haben wir beide kurze Sachen an und das Thermometer klettert an dem Tag noch bis auf 29°C. Wenn das in den nächsten Tagen so weiter geht, waren die Winter- und Regenklamotten umsonst verstaut worden. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren.
Wir nutzen die Zeit um zuhause bei den beiden Großen zu klären ob die Bude noch steht und rufen den Kleinen bei Oma an, er soll sich nicht so mästen lassen und Omma auch mal Ruhe gönnen.

Wir sahen noch das Eine oder Andere interessante ....


ist das noch Bootfahren ???


....und bemerkten einen leichten aber stetigen Geschwindigkeitsverlust. Die Flut. Sie bremst uns schon mit 6km/h aus und so macht das keinen Spaß mehr. Effektiv noch 4-5 km/h mit ungünstigem Drehzahlbereich dauert es die letzten 50km noch >>10h

Kurz Frauchen versucht das zu erklären. "Der Spritverbrauch für diese Strecke ist höher als wenn wir ... "
"Jaja ..." unterbricht sich mich .... " quatsch nicht so lange, leg´den Hebel auf den Tisch !" Hach ... beste Frau der Welt

Die Reise geht weiter ...


... nur schneller

Wir sind die Einzigen, die gegen die Flut arbeiten bzw sie überfliegen. Aber wir haben Zweifel, dass wir es bis Sonntag nicht an die Ostsee schaffen. Wir wollen ja heute noch Bremerhaven erreichen und wenn die Schleuse zur Tankstelle noch mag, auch noch etwas Sprit bunkern. So können wir morgen wieder früh weiterreisen.
Uns kommen mal langsamere Genossen entgegen:



Und auch mal schnellere:



Meiner Frau gefällt das Gleiten immer mehr und so döst (norddeutsch: mit Augen zu die Sonne genießen) sie auch mal eine Weile auf der Heckliege.
Dann möchte sie auch mal fahren und nach kurzer Fahrzeit habe auch ich ein gutes Gefühl und lass mich auch mal auf die Liege fallen
Das Radio säuselt alte Hits aus den 80igern und die Laune könnte kaum besser sein.

Irgendwann wurde es mehr und mehr Industrie und ich übernehme wieder das Steuer. Große Pötte liegen auf Rede und einige Villen tauchen am Ufer auf. Wir hatten schon die "Huntemündung" passiert und waren im Tiefflug durch Brake(Unterweser).
Uns kam eine wunderschöne 46 Fuß Yacht im halb gleitend entgegen und wir waren von Anblick ganz hin und weg. Was wir nicht bedachten, dass sie auch Wellen macht. Und was für eine
Ich sah sie erst kurz vor unserem Bug und konnte nur noch schreien "Welle!" und dann hoben wir auch schon ab, die Motoren heulten auf und wir fliegen von Wellenspitze zu Wellenspitze. Erst als ich etwas Gas weg nehme tauchen wir ordentlich in jede Wellen ein, was mich so runter drückt, dass ich das Gefühl habe weiche Knie zu haben. Vermutlich habe ich das auch
Das war ein ganz schöner Schrecken. Aber nur weil es ungewohnt war. Im Verdränger hätten wir nun geflucht und die ganze Deko zurück an ihren Platz geräumt.
WOW dachte ich und schaue meine Frau an. Die hat die Augen weit offen und sagt "... das war heftig! Aber unser Boot hat das gut gemeistert!" Glück gehabt, denke ich mir. Was sie auf keinen Fall verlieren darf, ist das Vertrauen zum Boot.
Die Wellen besser zu nehmen muss ich auf jeden Fall noch lernen. 90° ist doof und zu schräg auch.
Wir gleiten weiter und es wird zunehmend voller auf der Weser. Viele Boote sind unterwegs und auch so einige in die gleiche Richtung wie wir. Mir fällt das ein ganz Kleines auf, dessen 30 PS Außenborder gerade so aus dem Wasser reicht. Das Boot hat eine kleine Kajüte vorne und hinten sitzt ein Pärchen. 4,53m hat das Boot Gesamtlänge, es kommt in unserer Geschichte noch einmal vor.
Das Wasser ist schon etwas unruhiger ohne wirklich Wellen aufzubauen. Wir kommen der Nordsee näher!
Das Kernkraftwerk Unterweser passieren wir mit einem unguten Gefühl. Es ist das Erste, 3 folgen noch auf unserer Reise.
Als wir die ersten Bauwerke von Bremerhaven am Horizont entdecken, waren wir doch verdutzt wie schnell das geht. Ich schaue auf die Uhr. 13:30 Uhr ... und schon das Tagesziel erreicht. Ab nun ist alles Bonus. Wir sind nun also knapp 1 Stunde 20 Minuten in höherer Geschwindigkeit unterwegs gewesen und haben die letzten 50km des Tages geschafft.



Ich suche mir in meiner Software den Wegpunkt heraus, den ich für die Hafeneinfahrt brauche. In Bremerhaven gibt es einen Fischereihafen, an dem liegt eine Straßentankstelle sehr nah.
https://goo.gl/maps/da4wLK2ms4D2
Erreichen kann man diesen durch eine Schleuse, die einmal pro Stunde in jede Richtung schleust.
Vor der Schleuse wartet schon ein Segler aus Kappeln in kreisender Formation. Die Frau am Bug diente als Kommunikationsgerät. Schleusung in wenigen Minuten.
Wieder einmal kommen wir genau passend. 13:46 Uhr werden wir beide alleine geschleust, nachdem ein riesiger Hochseekutter die Schleuse verlassen hat. Die Schwimmstege erleichtern uns die Schleusung.
Danach steuern wir den mittleren Arm des Fischereihafens an und sehen die Tankstelle schon. Auch hier liegen große Hochseetrawler und an der Spundwand vor der Tankstelle lese ich folgendes Schild: "Anlegen für Sportboote verboten!"
Ich will mich gerade aufregen, da sagte meine Frau:"Dann legen wir halt 50m weiter an!"
Na klar, sieht auch viel besser aus. Schwimmsteg - Gangway - und am Horizont Fischbuden.
"Aber erst tanken ...!" höre ich Chefin sagen, während ich in Gedanken schon in ein Fischbrötchen beiße.



Den Sabber kurz aus dem Gesicht gewischt und schon mal die Kanister im Tank entleert. Die ersten 2 sind leer und Muddi schüttelt die Pumpe für den dritten Kanister, wobei ich mich nun auf den Weg mache. 100m zur Tankstelle. Der Tankwart an der Kasse begrüßt mich nett. "Na, Boot tanken?" Na klar. kann man ja auch kaum übersehen Wir plaudern ein wenig. Er meint es kommen nun sehr häufig Kunden mit Kanistern, seit dem die letzte Bootstankstelle geschlossen hat. Er erzählt mir von abenteuerlichen Konstruktionen auf Pickups mit einigen Fässern und Bollerwagen mit allem was Sprit auffangen kann.
Ob das mal alles umweltfreundlicher ist als eine Bootstankstelle zu genehmigen? Ich tanke für 1,34€ und schleppe die 40 Liter zum Boot. Die Tankanzeige ist nun wieder knapp über 1/2 und wir laufen die nächsten 2 Mal zu Zweit. Die Arme werden immer länger und jedes Mal verabschiedet sich der Tankwart mit "Jetzt ist aber Schluss, oder?" Mal sehen Ab der 2. Runde ist der Sprit gefallen. 1,33€ wir witzeln und sind fest der Meinung, dass es bestimmt Mengenrabatt ist. 180 Liter haben wir nun gebunkert und der Tank ist voll.
"Nun ist aber Schluß. ICH HABE HUNGER!" Während ich ein 4. und letztes Mal die Kanister auffülle um sie als Reserve zu verstauen, schicke ich den Smutje los um Verflegung für den Chef zu holen.
Chef
Manchmal, wenn Frauchen schon im Bett ist, dann setzte ich mir mein Cappi mit dem Schriftzug"Kapitän" auf, was mir mein Nachbar geschenkt hat und trinke aus dem Becher mit der Aufschrift "Chef" einen schönen Whisky. Hihi, wenn sie wüsste

Aber irgendwie dauert es dann doch. Sie muss noch auf die frischen Brötchen aus dem Ofen warten und plaudert mit alten Seebären. Ich dagegen erfriere hier im Schatten. Bin ja auch vollkommen unter zuckert und unter hopft. Ich will gerade die Kuchenbude wieder aufrichten da kommt sie von hinten und sagt: "... bist du denn verrückt? In der Sonne ist es brütend heiß"
Na gut. Wir müssen uns etwas sputen, die Schleusung beginnt gleich, sonst müssen wir wieder eine Stunde warten.
Das klappt aber gut und wir werden mit 5 anderen Sportbooten in einer riesigen Schleuse angehoben.

Damit wir nicht die Nordsee überqueren müssen, haben wir uns für den Elbe-Weser Kanal entschieden. Rein zufällig beginnt dieser direkt hier.
Also anstatt wieder auf die Weser zu fahren und im neuen Hafen zu übernachten, haben wir uns entschlossen jeden Meter mit zu nehmen, den wir schaffen.
Nun ist es 15 Uhr und wir haben ja schon 87km hinter uns.

Ich rufe den Schleusenwärter für den EWK an, kann ihm aber nicht soo genau sagen, wo ich mich befinde. Er lässt mich ordentlich auflaufen und beschwert sich, dass die Sportbootfahrer nicht mehr wissen, wo sie sind. Ich dagegen sage ihm, dass in den guten Städten die Brücken und Schleusen leserliche Namen auch von der Wasserseite haben. 1:1 (!)
Er fragt mich nach der Bootshöhe. 3,30m vielleicht 3,40m so genau weiß ich das nicht. 3,70m steht zumindest als maximale Höhe. "Passt! Komm rum!" verabschiedet er sich.
Wir schlengeln uns die Geeste entlang, die uns zu der ersten Schleuse bringen soll.
https://www.google.de/maps/@53.54033.../data=!3m1!1e3 Die Brücken werden immer tiefer und der Fluss immer schmaler. An einer Brücke treffen wir ein Segelboot mit gelegtem Mast, was sich an dem Fundament der Brücke fest hält. Ich stoppe auf und frage, ob ich helfen kann. " Wir sind 10cm zu hoch und warten auf die Brückenöffnung! das soll in 10 min soweit sein." ok. Ich peile an und .... nagut wir ziehen doch lieber den Geräteträger aus der Halterung.
Ich denke an die 3,70m maximal Höhe, das kommt doch nicht hin. Aber klar. wir haben Flut und befinden uns in Tidengewässern. Das kenne ich von der Ostsee nicht.
Wir sehen sogar unser Boot als DLRG-Boot.


An der Schleuse legt direkt hinter uns jemand an, der seit 3 Wochen unterwegs ist und eigentlich nur bis Bremen fahren wollte. Wegen des guten Wetters, erklärt er mir fährt er nun bis zu seiner Heimatstadt Hamburg weiter. Cool.
Der Schleusenwärter ist dagegen nicht zu finden. Erst nach einigen langen Minuten taucht er auf. Ich erzähle ihm von dem Segelboot, was auch noch mit möchte und an der Brücke wartet, damit er sich eine Schleusung sparen kann. Schließlich hat er in 30 Minuten Feierabend. "Hier wird keine Brücke geöffnet!" Schüttelt den Kopf und dreht sich um. Mit einer weit ausholenden Bewegung sagt er ohne sich umzudrehen "Fahrt rein!"
Die Schleusentore gehen nach oben wie eine Guillotine und beschränken die Durchfahrtshöhe. Wieder muss ich meinen Geräteträger abnehmen. Dann geht es einige Meter runter.
Dabei bleibt der Schleusenwärter bei uns stehen und lästert ein wenig über den Segler. Erzählt uns, dass er mal eine Waterland 860 hatte und natürlich unser Boot auch schon mal besessen hat. Nur mit einer Maschine. Ihm fehlt aber die Zeit für das Bootfahren und zeigt uns sein komplett verwahrlostes Kleinstboot neben der Schleuse.

Ab jetzt wird es öde und langweilig. 8km/h für die nächsten 54km



Wie das Land _ so das Jever ! Platt und langweilig ? Egal wir behelfen uns mit ein paar Bierchen über die Langeweile hinweg und freuen uns, dass so viele Angler ihre Angeln einziehen müssen. Dennoch ist ganz gut Verkehr hier auf dem Minikanal.
Es kann auch ein paar Bierchen später gewesen sein, als mich die Langeweile überkommt:
https://www.youtube.com/watch?v=jX0cAKNBQPg

Jaja, böse. ich weiß

Bis Bad Bederkesa sollen wir kommen, da kann man gut übernachten, sagt der Schleusenwärter. Unterwegs gibt es wirklich nicht sehr viele Möglichkeiten anzuhalten. Zumindest die Schleuse Bad Bederkesa wollten wir noch haben. Angst es bis Sonntag nicht mehr zu schaffen, haben wir nun nicht mehr.
Die Schleuse ist in Sicht. Selbstbedienung soll es sein. Richtig. Wir sehen die Ampeln, die Anforderungshebel und ... den Kassenautomat
Nagut, anlegen, bezahlen und weiter. Ich steige aus und erkenne einen Kassenautomaten, wie er auf jedem PKW-Parkplatz steht. 2€, 1€ und 50Ct Stücke sind frei gegeben. Macht dann bitte 8 Euro!
Wie bitte? 8€ in Kleingeld? Wo bitte soll ich das den her bekommen? Weit und breit sind hier nur Kühe und Strommasten. Selbst in dem Merkblatt für den EWK hat man wohl vergessen das zu erwähnen
Zum Glück kommt von hinten nun unserer Weltenbummler mit seinem Motorboot nach. Vor Freude, dass er soviel Kleingeld hat, lasse ich mir wechseln und lade ihn auf eine Runde schleusen ein.
Das Schleusentor öffnet sich und wir fahren in die bauchige Schleusekammer. Beim Einfahren starten wir gleich die Schleusung. Dauert ja immer so lange :-|
Wir sind kurz vor der Spundwand zum anlegen, geht das Schleusentor auf der anderen Seite auf
Das ist keine Schleuse, das ist ein Mautterminal
Nicht einen cm hoch oder runter. Klasse.
In der Abenddämmerung passieren wir Bad Bederkesa. Schöner Anleger mit Restaurant, aber nicht schön genug zum anhalten. Wir fahren weiter.
Nur wird es nun immer dunkler und dunkler und es kommt kein Anleger mehr. Vereinzelnd mal ein winziger, an dem die Eigentümer ein Boot stehen haben. Und für ein Päckchen ist der Kanal zu schmal.
Meine Frau sitzt schon vorne am Bug mit der Taschenlampe und versucht den Kanal zu finden



Gerade rechtzeitig kommt ein öffentlicher Anleger "Liegezeit maximal 2 Tage" steht daran. Wird knapp aber egal

Somit endet auch dieser Tag und das um 21:40 Uhr

Fazit:
134km insgesamt seit Achim
12 Stunden 34 Minuten ->> 11 Motorstunden
10,8 km/h im Durchschnitt
52,6 Vmax

Gerne Rückmeldung im Start-Thread



__________________



hier könnte etwas sinnvolles stehen. Ein Bier zum Beispiel

Geändert von derfighter (15.09.2017 um 00:16 Uhr) Grund: ...... Schreibfehler korrigiert. Man ist das schon spät
Mit Zitat antworten top
Folgende 13 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
  #4  
Alt 18.09.2017, 09:12
Benutzerbild von derfighter
derfighter derfighter ist offline
Commander
 
Registriert seit: 06.11.2011
Ort: Kreis Segeberg
Beiträge: 376
Boot: Fjord 24 WE
571 Danke in 179 Beiträgen
Standard

Tag 3 - Die Elbe ... Wegen der Länge wird dieser Tag in 2 Hälften geteilt und ich habe es endlich geschafft die Bilder zu verkleinern.

Kein Motorengeräusch, keine Welle, eigentlich war in dieser Nacht absolut nichts zu hören. Die Sonne weckte uns gegen 7 Uhr und wir spürten die Wärme draußen schon.

Den ersten Tee tranken wir am Land auf einer Holzbank mit Blick auf unser Boot und das weite, flache Land. Aber irgendwie ist es auf dem Boot bequemer. Und wenn wir schon auf dem Boot sitzen, dann kann auch der Motor laufen.

Also wir starten unsere Reise weiter Richtung Norden. Wir passieren eine Brücke und gleich noch eine, der Kanal ist so langweilig geradeaus, dass man sich freut etwas anderes zu sehen. Wir beobachten also ein wenig die am Rand liegenden Schiffe und wundern uns, als ein etwas größeres schon voller Leben scheint. Sie werkeln ein wenig an Deck herum und reparieren wohl etwas. Hier in der Einsamkeit und direkt an einem viel zu kleinem Steg direkt vor einer Brücke ist das schon merkwürdig.

Wir fahren gerade an ihnen vorbei. Oh, sie reparieren doch nichts. Sie bauen den Geräteträger ab, vor dieser Brücke ... vor dieser viel zu niedrigen Brücke !!!!
WoW. So hören sich auch die Motoren an, als ich sie in den Rückwärtsgang reiße. Warum ist diese Brücke so niedrig? Die Besatzung des anderen Bootes hat sich vermutlich schon gefreut. Denn sonst hätten sie ja etwas gesagt oder anderweitig auf sich aufmerksam gemacht. Aber den gefallen tat ich ihnen nicht. Meine Frau legte den Geräteträger routiniert und wir passten gerade mal so durch die Brücke. Ich kann mir nicht vorstellen, was die alles abbauen wollen, damit sie unter durch passen. Aber das soll ja auch nicht mein Problem sein.
https://www.google.de/maps/@53.78862.../data=!3m1!1e3

Die Zeit kam mir unendlich lang vor, bis die Gerade ein Ende nahm. Nur noch 90° nach Links und dann sollte ich die Schleuse doch schon sehen können, oder? Pustekuchen. Wieder eine Gerade ... ewig lang, und ungefähr 4-5km in die falsche Richtung. Nach Westen wollte ich nicht, diese Strecke muss ich gleich auf der Elbe wieder zurück fahren



Es zieht sich langsam zu aber es bleibt windstill. Auf dem Foto sieht man eine Wasserveränderung. Ab dort wird das Wasser grün. Umgekippt. Zudem kommt der Grund auch immer näher. Die ganze Strecke im Kanal hatten wir immer unser 1,20m unter dem Boot. Wenn ich unsere 90cm Tiefgang dazu rechne ist das völlig ausreichend. Mehr habe ich im Elbe-Lübeck-Kanal später auch nicht. Und da fährt die Berufsschifffahrt. Nun aber sinkt der Abstand zum Grund und ich habe noch 20cm unter mir. Mein Gerät piept. Durch die grüne Deckschicht verfärbt sich das Wasser braun. Die Schrauben wirbeln den Grund auf. Ich korrigiere meinen Kurs und wechsel die Fahrseite im Kanal auf Backbord. Der Tiefenmesser steigt langsam auf 50cm. Das reicht mir.
Ich sehe die Bäume ordentlich schaukeln und bemerke, dass ich seit Tagen keine Wetterbericht geschaut habe. Warum auch? Ich muss da sowieso durch. Aber so windstill scheint es nicht zu sein. Ich bin im Kanal nur so herrlich geschützt

Es ist 10:09 Uhr als wir die Schleuse erreichen. Das Schleusentor geht gerade auf und wir bleiben im Fahrwasser. Das passt ja mal wieder! Genau richtig angekommen.
Meine Euphorie wird von einem Segler gebremst. Er ruft rüber: "Geschleust wird erst um 12 Uhr, Du kannst noch anlegen. Der Schleusenwärter fährt nur sein Arbeitsboot raus!" Schade. Man(n) kann ja nicht immer Glück haben.



Der Segler und sein 2.Mann überführen sein Boot von Holland nach Hamburg. Sie liegen schon seit gestern am frühen Nachmittag hier. Die Schleuse wird nur bei Flut geöffnet. 2x mal am Tag, vor und nach der Flut. Entweder landet man direkt im Watt hinter der Schleuse oder die Flut ist so hoch, dass man nicht mehr durch den Tunnel kommt. Es muss halt passen ....

Hier ein paar Bilder der Schleuse Otterndorf:







https://goo.gl/maps/AZqqJUi3NDr



Wir legen also an. Meine Frau macht es sich auf der Liegefläche bequem. Ich denke ich könnte ein wenig Bewegung gebrauchen und vertrete mir die Beine. Ein kleiner Spaziergang zum Schleusenwärter empfinde ich als guter Anfang um mir die Schleusung bestätigen zu lassen und danach schaue ich mir die Elbe an. Die Kamera um den Hals und los.
100m weiter stehe ich nun am Container des Schleusenwärters an die Türzarge gelehnt und lausche seinen Worten. Wie scheinbar alle Schleusenwärter dieses Kanals hatte auch er mal eine Waterland 860 und eine Fjord, wie ich sie fahre. Nun aber, weil er wenig Zeit hat dieses kleine Kajütboot. Er zeigt zur Schleuse, wo ca an 5m Länge 2 kleine Außenborder hängen.
Ich gebe mich als Revierneuling zu erkennen und erzähle ihm von der Überführungsfahrt. "Fährst Du nach dem Buch 'Vom Rhein zur Nord- und Ostsee'?", fragt er? Ich hatte von Elgar_2 diesen Buchtip bekommen, nur war es leider bei Amazon nicht mehr so schnell zu bekommen. Also verneinte ich diese Frage.
"In diesem Buch wird empfohlen, auf der Gegenüberliegenden Seite (Brunsbüttel) zu fahren, weil es dort angenehmer und leichter wäre. So ein Quatsch!", sprudelte es aus ihm heraus, " Man muss dann mehrmals unnötig die Elbe kreuzen, weil die Ein- und Ausfahrt der Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal nicht gekreuzt werden darf. Ich habe jährlichen Kontakt zum Autor, aber in keiner Version des Buches wurde es bisher geändert!"

"Am Besten man hält sich dicht an die Priggen und bleibt danach auf dieser Seite dicht an den Tonnen, aber außerhalb des Fahrwassers! Achtet auf die Containerschiffe, die machen fiese Wellen und sind bis zu 40km/h schnell und am schlimmsten sind die Katamarane von der Helgoland Route. Die machen die fiesesten Wellen bei bis zu 70km/h. Aber ihr wollt bei dem Wetter wirklich noch raus richtig?!"

Wetter? Bedeckt aber gut - dachte ich mir. "Ist das schon so schlimm da draußen?" fragte ich unsicher. Ich hatte ja noch nicht über den Deich geschaut. Die Antwort kam prompt:" 4-5 Bft haben wir jetzt. zum Mittag sind 5-6 in Böen 7 angesagt. Nachher fahrt ihr mit der Flut und wir haben Westwind. Wenn ihr nach Osten fahrt habt ihr also kleine, hackige Wellen von hinten für die nächste 20km! Dann macht die Elbe eine Kurve und ihr seid geschützt vom Wind. Aber mit Eurem Boot ist das kein Problem. Schaut einfach mal, in welcher Geschwindigkeit ihr am Besten über die Wellen gleitet."
Gleiten? Wellen? ... mit meiner Frau.
Mir geht so einiges durch den Kopf. Wir waren mal bei 5-6 Bft in Böen 7 mit unserem Verdränger auf der Ostsee. Das Geschirr sprang in den Schränken und meine Frau lief in ihrer Schwimmweste im Kreis und war kurz davor freiwillig über Board zu springen.
"Und wie ist es mit einem Boot mit 4,53m Länge?" ertönt eine Frauenstimme hinter mir. "Wir haben genau nach gemessen! Und wir wollen das Boot von Bremen nach Lauenburg überführen." sagt sie mit stolzer Stimme." Der Schleusenwärter erhob sich von seinem Sessel und schaute aus dem Fenster zu ihrem Boot.
"Das ist lebensmüde! Ihr solltet den Hafen anfahren. In ein paar Tagen soll der Wind nachlassen." Sie erzählt wie schlimm es auf der Weser war und mit 4kn gegen die Flut andampfen und die ganzen Wellen auch von den anderen Booten, das war auch nicht lustig.
Ich schaute mir das Boot genauer an. Ich erinnere mich. Der Außenborder schaut gerade noch aus dem Wasser.
Es folgte eine lange Diskussions- und Fragestunde. Da die gute Frau das Gespräch an sich genommen hatte, schlich ich mich raus auf den Deich.
Die Elbe war von dort noch ein ganzes Stück weit weg und war an dieser Stelle so breit, dass ich das Gefühl habe auf die Nordsee zu schauen. Ich beobachte die Wellen durch mein Teleobjektiv. Vereinzelnd schaum auf den Wellen ... aber es waren ja auch noch 4 Bft.






Zurück am Anleger steht nun noch ein weiteres Segelboot dort. 35 Fuss mindestens, 4 Kinder dabei und alle vorbildlich mit Rettungsweste, auch die Eltern. Es war das Segelboot von der Brücke vor dem Kanal. Sie sind scheinbar doch unter durch gekommen.

An Board zurück erzähle ich nun meiner Frau die schlechten Nachrichten. Sie wird etwas unruhig und käsig um die Nase. "Das muss ich mir selber ansehen!" Sie zieht sich an und wir gehen zurück auf den Deich. Sie bleibt abrupt stehen und starrt auf die Nordsee. "Das ist doch kein Fluss, das ist die Nordsee! Da fahre ich nicht raus." die fängt schon wieder an im Kreis zu laufen.... Die Sätze sprudeln immer so aus ihr heraus. Kurze Pause - nächster Gedanke.
"Da kannst Du alleine fahren. Ich nehme mir ein Taxi. Du kannst mich in Hamburg abholen. Oder rufe Deinen Bruder an, der kann mit Dir weiter fahren. Das ist Selbstmord."
Gut, sie denkt also laut. Das ist positiv. Doch den Gedanken habe ich nicht lange. Nun steht sie schluchzend vor mir und redet nicht mehr. Ihr laufen die Tränen über das Gesicht. Ich nehme sie in den Arm und sage ihr: "Was Du nicht willst, brauchst Du nicht mitmachen." Das ist ein gefährlicher Moment.

Eine viertel Stunde später hat sie sich beruhigt. Nun ist sie entschlossen: "Scheiß drauf, wir ziehen das jetzt durch!" Zacka! Das ist meine Frau. Stolz gehen wir zum Boot zurück. Es ist gleich 12 Uhr und es soll geschleust werden. Auf dem halben Weg kommt uns der Schleusenwärter entgegen. "Ich habe einen Notfall in der Schule meiner Tochter. Sie hat Durchfall, ich muss sie sofort abholen! Wir schleusen, wenn ich zurück komme."

Meine Frau und ich schauen uns an und schütteln mit dem Kopf. Das jetzt auch noch!
Die Flut hat schon eingesetzt mal sehen, wie lange es nun noch dauert. Wir erzählen es den anderen Booten, die sich zum ablegen bereit machen. Begeisterung sieht anders aus.
Das kleine Boot mit Außenborder ist zuerst dran. "Wir versuchen es nun doch!" begrüßt sie uns gleich. Ich bin überrascht. "Wir fahren erstmal hinter Euch her und wenn es zu wild wird, dann drehen wir wieder um." fuhr sie fort. "Wie schnell ist Euer Boot?" beginne ich die Diskussion. "4 Knoten vielleicht? 3kn hat die Flut jetzt schon. Und in einer Stunde sicherlich noch mehr. Wenn ihr nun noch die Windstärke 6 bedenkt, habt ihr keine Chance mehr zu drehen. Flut und Wind addieren sich heute. Euer Außenborder ist so tief im Wasser, der Schaft ist nicht mehr zu sehen. Die kleinste Welle von Achtern und der ist aus."
"Dann machen wir ihn wieder an!" antwortete der Mann kurz und knackig.

Denen ist nicht mehr zu helfen. "Hoffentlich müssen wir die nicht noch retten!" säuselt meine Frau, als wir zum nächsten Boot gehen.
Die 4 Kinder machen ordentlich Aktion und das Gespräch fällt kurz aus. Sie wollen nur 10km weiter um erstmal den Mast zu stellen. OK. Mit so einem Segelboot ist das ja auch kein Problem.
Das Plattboddenschiff ist das Letzte in unserer Runde. Sie fahren gleich hinter der Schleuse in den Hafen zum Maststellen. Sie sind alte Hamburger und kennen die Elbe. Überhaupt kein Problem mit Eurem Boot, ist deren Aussage. Das beruhigt meine Frau.
Wir gehen zurück zum Boot und machen alles wetterfest. Bereit zum Ablegen!

... Fortsetzung folgt.

Rückmeldung gerne im Start-Thread
__________________



hier könnte etwas sinnvolles stehen. Ein Bier zum Beispiel
Mit Zitat antworten top
Folgende 7 Benutzer bedanken sich für diesen Beitrag:
Antwort


Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Slippen Zodiac 310 Cadet in Nienburg/Weser Zerknautscher Deutschland 0 25.04.2017 20:56
Liegeplatz Weser südlich Nienburg Toby Deutschland 24 02.09.2010 18:14
Weser zw. Nienburg und Hameln Thomas_1 Deutschland 5 09.08.2007 08:15
Überführungsfahrt von Travemünde nach Hamburg 1x Mord dabei mr-friend Allgemeines zum Boot 12 28.09.2004 22:50


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:56 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, vBulletin Solutions, Inc.